Slowenien
Seebergsattel – Schaidasattel - Loiblpaß
Wir fahren von Bled aus über eine kleine (in der Karte als gelb
gekennzeichnete) enge, wie immer kurvige Straße am Bergrücken hoch
nach Begunje (toller Blick über das gesamte Tal) und folgen den
Hinweisen nach Trzic. Hier wollen wir eigentlich nach Krize
abbiegen, die Beschilderung existiert allerdings nur von der anderen
Richtung aus. Also verfahren wir uns und kommen – natürlich durch
eine Baustelle mit grobem Schotter - direkt nach Trzic herein. Bernd
hat in Slowenien schon mehrmals unsere FJR 1300 zur Enduro
umfunktionieren müssen (meist auf irgendwelchen abenteuerlichen
Strecken, die mit „obvoz“ als Umleitung beschildert sind).
Hochkonzentriert lavieren wir uns durch die Baustelle und haben
leider wenig Muße für den gut erhaltenen Altstadtkern der Stadt auf
der linken Seite. Wir fahren auf einer noch kleineren Straße weiter
bergauf und treffen hier auf einen sehens- und fahrenswerten
„Löchertunnel“, der sich einspurig durch den Fels windet.

Kurz
danach (erneut nach Baustelle mit steiler, baufälliger Spitzkehre)
erkennen wir, dass wir in einer „Sackgasse“ gelandet sind. Also
zurück das Ganze! Kurz vor der Entnervung finden wir den Hinweis auf
den richtigen Weg und fahren auf einer gut ausgebauten Straße
Richtung Kranj bis Kokrica. Ab hier geht´s den Schildern mit „Jezersko
(A)“ nach! Die zunächst gute Straße windet sich immer am Bach
entlang durch ein verschlafenes Tal, in dem man kaum glauben kann,
dass die Menschen hier Fernsehen haben – was sie aber definitiv
haben, ist ein Hofhund, der sich sofort bei einem kleinen Halt
lautstark bemerkbar macht. Die erst sehr gemütlichen Kurven werden
nach oben hin enger, der Straßenbelag schlechter und es folgen 8
Spitzkehren zum Paß Jezersko in wild romantischer Landschaft. Am
Grenzübergang reicht dem Grenzer ein Blick in unsere Pässe und Augen
und dann geht es auf sehr gutem Belag auf der österreichischen Seite
mit gut ausgebauten Kehren flott herunter – eine Strecke die
insgesamt an Schönheit der Landschaft und Dramatik der Straße der
Triglav-Tour nicht wesentlich nachsteht – und sicherlich am
Wochenende eine österreichische „Heizerstrecke“ ist!
In Bad Eisenkappeln biegen wir links ein zum Schaidasattel, dem
einzigen Ost-West-Paß in den Karawanken . Es folgt wieder eine
kleine, geschlängelte (gelb gekennzeichnete) Bergstraße in
Österreich, wieder eng zwischen Bach und Fels entlang. Vorsicht ist
am Anfang angebracht, da man hier auf Werksverkehr des aktiven
Steinbruchs direkt an der Straße trifft. Auch hier ändert sich die
Güte des Belages der eigentlich wenig befahrenen Strecke mit zum
Schluß recht engen Kehren und Serpentinen in bewaldeter Umgebung.
Vom Schaidasattel aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das
Tal und die übrigen Bergwelt.

Es geht weiter über Zell Richtung Ferlach, wo wir in der Ortschaft links nach einem unscheinbaren
Hinweisschild zum Loiblpaß abbiegen. Hier erfährt man Steigungen bis
zu 17%, die für manchen Verkehrsteilnehmer ( 75 PS-motorisierter
VW-Bus aus Ungarn) mehr als eine Herausforderung darstellen! Die
Strecke ist auch für Caravan-Gespanne alles andere als
empfehlenswert! Auch hier wird Kurvenhunger ausreichend gestillt,
bis es erneut an die Grenze geht – diesmal schenkt uns der
slowenische Grenzer mehr Aufmerksamkeit, kontrolliert uns aber auch
nicht wirklich! Dann folgt der rd. 1,5 km lange, mautfreie
Loiblpaßtunnel mit der Grenzmarkierung in der Mitte. Auf der anderen
Seite schlängeln wir uns über die gut ausgebauten Straßen 101 und 8
wieder zurück nach Bled und sind anschließend ziemlich geschafft –
immerhin rd. 185 km schönster Kurvenstraßen.