Salzburg
Die Stadt an der Salzach ist neben den Festspielen u.a. bekannt für
ihre Festung „Hohensalzburg“, ihre barocken Kirchen und Bauten sowie
ihre engen Gassen mit schönen, alten, gut renovierten Häusern, in
denen es allerdings so gut wie keine Parkmöglichkeiten gibt. Doch
Salzburg hat das gut gelöst: Durch P + R-Kennzeichnung werden wir
frühzeitig von Freilassing kommend auf das Messegelände geführt.
Hier erhält man an der Kasse für EUR 10,-- eine Tagesparkplatz sowie
eine Fahrkarte für den Öffentlichen Nahverkehr für bis zu 5 Personen
an diesem Tag. Bequem fahren wir mit der O-Bus-Linie 1 in einer ca.
20-minütigen Fahrt mitten in die Altstadt, wo wir an der Station
Hanuschplatz sozusagen unmittelbar im Geschehen aussteigen. Hinter
der ersten Häuserreihe verbirgt sich sogleich die berühmte
Getreidegasse, in der sich die barocken Häuser aneinanderreihen,
jedes mit einem schmiedeeisernen Emblem seiner Zunft an der Fassade.
Hier herrscht ein ameisengleiches Treiben und ein munteres
Sprachgewirr aus deutsch, italienisch, spanisch, englisch und – ganz
wichtig – japanisch. In dieser Straße befindet sich auch das
Geburtshaus Mozarts, auf das mit goldenen Lettern hingewiesen wird.
Überhaupt kommt man an Mozart (insbesondere nicht im Mozart-Jahr
2006) nicht vorbei: Mozarts Wohnhaus, die Mozart-Statue auf dem
Mozartplatz, echte und „unechte“ Mozartkugeln und, und
und...natürlich hört man auch in und vor den Festspielhäusern
derzeit Mozart.

Folgt man der Getreidegasse Richtung Rathaus kommt man auf den Alten
Markt, wo sich eine historische Apotheke mit Originaleinrichtung aus
der K und K-Zeit befindet; fotografieren ist hier – sicherlich aus
gutem Grund – nicht erlaubt, schließlich arbeiten hier Angestellte
wie in jeder modernen Apotheke auch.
Man merkt der Stadt deutlich an, dass sie als Transitstadt
verschiedene Einflüsse erfahren hat. So mutet die Atmosphäre mit den
alten, verzierten Gebäuden irgendwie schon zwar würdevoll, aber
dennoch gemütlich und mediteran an, obwohl hier keine Palmen zu
sehen sind. Der Residenzplatz mit seinem mächtigen Brunnen wird
begrenzt durch die Residenz einerseits, den imposanten Dom und das
ebenfalls sehenswerte Gebäude namens Residenz-Neugebäude mit
Glockenspiel andererseits, das einen sehr eindrucksvollen Turm mit
eben vielen Glocken trägt. Auf diesem Platz trifft man i.d.R. auch
die berühmten Fiaker an.

Hinter dem Dom bieten sich zwei verschiedene Möglichkeiten zum
Erklimmen der Festung Hochensalzburg: Die eine führt atem(be)raubend
zu Fuß über die recht steile Festungsgasse, die andere – sicherlich
schnellere, aber auch sehr eindrucksvolle – über die moderne
Zahnradbahn, die sich ihren Weg sehr steil den Fels hinauf in kaum
zwei Minuten mit tollen Ausblicken bahnt. Besonders interessant ist
die Weichenführung, weil sich die beiden Züge in der Mitte immer an
derselben Stelle auf einem kurzen, parallel laufenden Gleisstück
treffen müssen, um das eigentlich einspurige Gleis gemeinsam nutzen
zu können. Früher hat man die alte Bahn mit Wasser als Gewicht
beschwert, um den oberen Wagen nach unten zu ziehen, der wiederum
mit dem unteren durch ein Seil verbunden war und im Gegenzug so
diesen nach oben beförderte. Heute ist das alles natürlich sehr viel
moderner. Das hat auch seinen Preis: EUR 9,80 kostet Hin- und
Rückfahrt, allerdings darf man hierfür auch das Fürstenzimmer
besichtigen und erhält eine mehrsprachige Audio-Führung mit Begehung
des Aussichtsturms der sehr gut erhaltenen Festung. Schon allein der
Blick auf die Stadt und ihre Umgebung ist die Sache wert. Und man
kann sich bei Bummeln durch die Burg sehr gut vorstellen, was hier
früher für ein Treiben geherrscht haben muß – hier konnte schon
einiges untergebracht werden!
Wir erfrischen uns noch in einem Festungsrestaurant mit einer
Apfelschorle, einem phantastischen Blick auf die Altstadt und leider
miesem Essen, bevor wir wieder nach unten fahren.
Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und die Stadt sieht sofort
noch ein einladender und mediteraner aus. Wir schlendern vorbei an
der kleinen Erzabtei St. Peter mit seinem gärtnerisch sehr hübsch
angelegten Friedhof, der von einigen Touristen ebenfalls als „Cheese“-Fotomotiv
genutzt wird, was allerdings meinen Vorstellungen von Totenruhe und
Ethik nicht entspricht.
Vorbei an der Franziskanerkirche kommen wir zur Kollegienkirche,
deren kurze Besichtigung des sehenswerten Kirchenschiffs durch eine
gerade stattfindende sakrale Chorprobe mit Orgeleinsatz zu einem
ergreifenden Erlebnis wird.
Über den Universitätsplatz und den Herbert-von-Karajan-Platz
erreichen wir schließlich das mächtige, Ehrfurcht einflößende
Siegmundstor, das den Tunnel durch den Mönchsberg einrahmt. Gleich
daneben befindet sich die Pferdeschwemme – eine Art Riesenbrunnen
mit reichlich Pferdemotiven verziert. Man kann sich schon
vorstellen, dass hier Pferde gebadet wurden.
Nach wenigen weiteren Schritten kommt man in den Vorhof des
Spielzeugmuseums, dessen Fassade sich steil an den Fels krallt.

Über die Griesgasse erreichen wir wieder den Hanuschplatz,
überqueren – jetzt bei fast schon kitschig weiß-blauem Himmel - die
Salzach über den Markartsteg und schießen direkt vor dem Hotel
Sacher ein paar wirklich schöne Fotos von der Stadtsilhouette.
Wenige Meter weiter kommen wir in den äußerst sehenswerten Garten
des barocken Schlosses Mirabell. Liebevoll angelegte und gepflegte,
geometrisch angeordnete Beete und Rabatte, mit Buchsbäumchen
eingefaßt, dienen als Erholungsstätte für den gestreßten Städter.
Mit dem Springbrunnen in der Mitte des Gartens ergibt sich das
vielleicht schönste Fotomotiv in Richtung Festung und Stadttürme.

Mit diesen Eindrücken verlassen wir – wieder mit dem O-Bus Nr. 1 als
Abschieds-Sightseeing-Tour – die Salzburger Altstadt. Ein wirklich
schöner Ausflug mit vielen sehenswerten Attraktionen – und vielen
Japanern!