30.08.06

Home
Nach oben

 

Salzburg

Die Stadt an der Salzach ist neben den Festspielen u.a. bekannt für ihre Festung „Hohensalzburg“, ihre barocken Kirchen und Bauten sowie ihre engen Gassen mit schönen, alten, gut renovierten Häusern, in denen es allerdings so gut wie keine Parkmöglichkeiten gibt. Doch Salzburg hat das gut gelöst: Durch P + R-Kennzeichnung werden wir frühzeitig von Freilassing kommend auf das Messegelände geführt. Hier erhält man an der Kasse für EUR 10,-- eine Tagesparkplatz sowie eine Fahrkarte für den Öffentlichen Nahverkehr für bis zu 5 Personen an diesem Tag. Bequem fahren wir mit der O-Bus-Linie 1 in einer ca. 20-minütigen Fahrt mitten in die Altstadt, wo wir an der Station Hanuschplatz sozusagen unmittelbar im Geschehen aussteigen. Hinter der ersten Häuserreihe verbirgt sich sogleich die berühmte Getreidegasse, in der sich die barocken Häuser aneinanderreihen, jedes mit einem schmiedeeisernen Emblem seiner Zunft an der Fassade. Hier herrscht ein ameisengleiches Treiben und ein munteres Sprachgewirr aus deutsch, italienisch, spanisch, englisch und – ganz wichtig – japanisch. In dieser Straße befindet sich auch das Geburtshaus Mozarts, auf das mit goldenen Lettern hingewiesen wird. Überhaupt kommt man an Mozart (insbesondere nicht im Mozart-Jahr 2006) nicht vorbei: Mozarts Wohnhaus, die Mozart-Statue auf dem Mozartplatz, echte und „unechte“ Mozartkugeln und, und und...natürlich hört man auch in und vor den Festspielhäusern derzeit Mozart.

 
Folgt man der Getreidegasse Richtung Rathaus kommt man auf den Alten Markt, wo sich eine historische Apotheke mit Originaleinrichtung aus der K und K-Zeit befindet; fotografieren ist hier – sicherlich aus gutem Grund – nicht erlaubt, schließlich arbeiten hier Angestellte wie in jeder modernen Apotheke auch.

Man merkt der Stadt deutlich an, dass sie als Transitstadt verschiedene Einflüsse erfahren hat. So mutet die Atmosphäre mit den alten, verzierten Gebäuden irgendwie schon zwar würdevoll, aber dennoch gemütlich und mediteran an, obwohl hier keine Palmen zu sehen sind. Der Residenzplatz mit seinem mächtigen Brunnen wird begrenzt durch die Residenz einerseits, den imposanten Dom und das ebenfalls sehenswerte Gebäude namens Residenz-Neugebäude mit Glockenspiel andererseits, das einen sehr eindrucksvollen Turm mit eben vielen Glocken trägt. Auf diesem Platz trifft man i.d.R. auch die berühmten Fiaker an.

Hinter dem Dom bieten sich zwei verschiedene Möglichkeiten zum Erklimmen der Festung Hochensalzburg: Die eine führt atem(be)raubend zu Fuß über die recht steile Festungsgasse, die andere – sicherlich schnellere, aber auch sehr eindrucksvolle – über die moderne Zahnradbahn, die sich ihren Weg sehr steil den Fels hinauf in kaum zwei Minuten mit tollen Ausblicken bahnt. Besonders interessant ist die Weichenführung, weil sich die beiden Züge in der Mitte immer an derselben Stelle auf einem kurzen, parallel laufenden Gleisstück treffen müssen, um das eigentlich einspurige Gleis gemeinsam nutzen zu können. Früher hat man die alte Bahn mit Wasser als Gewicht beschwert, um den oberen Wagen nach unten zu ziehen, der wiederum mit dem unteren durch ein Seil verbunden war und im Gegenzug so diesen nach oben beförderte. Heute ist das alles natürlich sehr viel moderner. Das hat auch seinen Preis: EUR 9,80 kostet Hin- und Rückfahrt, allerdings darf man hierfür auch das Fürstenzimmer besichtigen und erhält eine mehrsprachige Audio-Führung mit Begehung des Aussichtsturms der sehr gut erhaltenen Festung. Schon allein der Blick auf die Stadt und ihre Umgebung ist die Sache wert. Und man kann sich bei Bummeln durch die Burg sehr gut vorstellen, was hier früher für ein Treiben geherrscht haben muß – hier konnte schon einiges untergebracht werden!
Wir erfrischen uns noch in einem Festungsrestaurant mit einer Apfelschorle, einem phantastischen Blick auf die Altstadt und leider miesem Essen, bevor wir wieder nach unten fahren.

Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und die Stadt sieht sofort noch ein einladender und mediteraner aus. Wir schlendern vorbei an der kleinen Erzabtei St. Peter mit seinem gärtnerisch sehr hübsch angelegten Friedhof, der von einigen Touristen ebenfalls als „Cheese“-Fotomotiv genutzt wird, was allerdings meinen Vorstellungen von Totenruhe und Ethik nicht entspricht.
Vorbei an der Franziskanerkirche kommen wir zur Kollegienkirche, deren kurze Besichtigung des sehenswerten Kirchenschiffs durch eine gerade stattfindende sakrale Chorprobe mit Orgeleinsatz zu einem ergreifenden Erlebnis wird.
Über den Universitätsplatz und den Herbert-von-Karajan-Platz erreichen wir schließlich das mächtige, Ehrfurcht einflößende Siegmundstor, das den Tunnel durch den Mönchsberg einrahmt. Gleich daneben befindet sich die Pferdeschwemme – eine Art Riesenbrunnen mit reichlich Pferdemotiven verziert. Man kann sich schon vorstellen, dass hier Pferde gebadet wurden.
Nach wenigen weiteren Schritten kommt man in den Vorhof des Spielzeugmuseums, dessen Fassade sich steil an den Fels krallt.
Über die Griesgasse erreichen wir wieder den Hanuschplatz, überqueren – jetzt bei fast schon kitschig weiß-blauem Himmel - die Salzach über den Markartsteg und schießen direkt vor dem Hotel Sacher ein paar wirklich schöne Fotos von der Stadtsilhouette. Wenige Meter weiter kommen wir in den äußerst sehenswerten Garten des barocken Schlosses Mirabell. Liebevoll angelegte und gepflegte, geometrisch angeordnete Beete und Rabatte, mit Buchsbäumchen eingefaßt, dienen als Erholungsstätte für den gestreßten Städter. Mit dem Springbrunnen in der Mitte des Gartens ergibt sich das vielleicht schönste Fotomotiv in Richtung Festung und Stadttürme.
 
Mit diesen Eindrücken verlassen wir – wieder mit dem O-Bus Nr. 1 als Abschieds-Sightseeing-Tour – die Salzburger Altstadt. Ein wirklich schöner Ausflug mit vielen sehenswerten Attraktionen – und vielen Japanern!


 

Home

Stand: 30.08.06