Tour nach Piran
Heute wollen wir mit dem Mopped Sloweniens wohl schönste Hafenstadt
Piran erkunden. Slowenien hat mit 46 km Küstenlinie nur einen sehr
schmalen Zugang zum Meer.
Wir starten von Postojna aus über die viel befahrene
Straße Nr. 6 Richtung Riejka und biegen nach rd. 10 km rechts auf
eine kleinere, kaum genutzte Straße (405) nach Divaca ein. Diese
schlängelt sich schon bald mit schönen Kurven am Flüsschen Reka
entlang. Die Landschaft ist anfangs noch alpenländisch, wechselt
später aber zum Bergkamm hin zu einer Kiefernsteppe. Ab Divica
folgen wir der Straße direkt neben der mautpflichtigen Autobahn in
Richtung Süden. Beide Strecken sind neu und in hervorragendem
Zustand. Am Aussichtspunkt Crni Kal sichten wir zunächst Triest –
und das Mittelmeer! Die Luft ist irgendwie anders, man kann das Salz
förmlich schon riechen und um die nächste Ecke herum tauchen dann
erst Zypressen und dann Palmen auf – ein herrlicher Anblick! Mir
geht so richtig das Herz auf!
Wir fahren ein
kurzes Stück Autobahn an der Fähr- und Industriehafenstadt Koper
vorbei, die Straße führt im Weiteren direkt am Mittelmeer entlang
und man muss aufpassen, dass man bei dem dichten Verkehr und dem
Reiz des Meerblickes nicht die Übersicht verliert. Dem Wegweiser
nach Isola folgend, erreichen wir den Aussichtspunkt „Belvedere“,
von wo aus man einen phantastischen Ausblick über die hübsche Stadt
und die Bucht hat.

Über den piniengesäumten Weg nach Portoroz geht es schließlich
kurvig und hügelig hinauf zur Abzweigung nach Piran. Die Stadt liegt
hinter Hügeln auf einer Landzunge am Meer.
Zunächst erwartet uns einen Straße durch stolze Villen den Hügel
hinab bis kurz vor dem Meer und dem Stadteingang. Pkw müssen hier
eine Schranke passieren, um Parkgebühren zu entrichten. Wir werden
mit unserem Gefährt jedoch einfach durch gewunken. Die kleine Straße
führt uns zunächst zum Yachthafen und weiter auf den Tartini-Platz
(benannt nach dem berühmten Geiger und Sohn dieser Stadt). Unsere
ersten Parkbemühungen direkt vor dem Rathaus werden von einem
Polizisten mit strenger Miene vereitelt; gleichwohl zeigt er uns
eine erlaubte, kostenlose Parkmöglichkeit.
Jetzt steht der Stadterkundung nichts mehr im Wege: Der runde
Tartini-Platz mit seinem glatten Pflaster, das sich offenkundig auch
gut zum Rollschuhlaufen eignet, ist von alten, gut erhaltenen
Stadthäuschen umringt und beherbergt - neben dem Rathaus, dem
Justizpalast und vielen kleinen, einladenden Straßencafes - in
seiner Mitte die Tartini-Statue. Die Stadt wird überragt von der
Kirche St. Jurij mit ihrem typischen Glockenturm, die auf dem
nördlichen Hügel steht. Da wollen wir – trotz Motorradklamotten –
hinauf, um einen besseren Überblick zu bekommen – und es lohnt sich!
Zunächst erkunden wir aber die Uferpromenade, die sich mit großen
Steinen als Wellenbrecher rund um die Landzunge zieht. Strand gibt
es hier nicht, und so liegen die Sonnenhungrigen – für uns etwas
gewöhnungsbedürftig - hier sozusagen direkt mit ihren Liegen und
Handtüchern auf der Straße. An der Spitze der Landzunge steht der
hübsche, alte Leuchtturm St. Klement.
Durch kleine, enge Gassen geht es nun bergauf zur
Kirche. Von dort aus lässt sich die Stadt wunderbar überblicken: die
pastellfarbenen Häuschen der Altstadt mit ihren roten Dachschindeln,
die teils modernen Villen auf dem südlichen Hügel, romantisch
eingerahmt von Zypressen und Pinien, und natürlich die begehbare
Stadtmauer mit ihren eindrucksvollen Zinnen. Der Yachthafen und der
Tartini-Platz sehen von hier oben ebenfalls wunderschön aus. Vor
unserem „Abstieg“ (die Hügel sind max. 80 m hoch) riskieren wir noch
einen Blick „um die Ecke“ auf einen promenadenartigen Weg, der hoch
am Fels die Sicht auf die Bucht von Isola freigibt.
Wieder auf dem Tartini-Platz angekommen, genießen wir in einem
schattigen Straßencafé das verträumte Flair dieser hübschen, kleinen
Stadt, die irgendwie italienisch wirkt, aber eben nicht so laut. In
der Hochsaison mag das anders sein, aber heute ist es keineswegs
überlaufen (trotz besten Wetters und Temperaturen um 30° C) und auch
die Preise sind noch „unverdorben“ (1 Espresso, 1 Glas Wasser und 1
Glas Apfelschorle kosten uns EUR 1,80 !). So gestärkt, verlassen wir
das schöne, eindrucksvolle Piran, das wir sicherlich in bester
Erinnerung behalten werden.
