21.11.06

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Tour nach Piran

Heute wollen wir mit dem Mopped Sloweniens wohl schönste Hafenstadt Piran erkunden. Slowenien hat mit 46 km Küstenlinie nur einen sehr schmalen Zugang zum Meer.

Wir starten von Postojna aus über die viel befahrene Straße Nr. 6 Richtung Riejka und biegen nach rd. 10 km rechts auf eine kleinere, kaum genutzte Straße (405) nach Divaca ein. Diese schlängelt sich schon bald mit schönen Kurven am Flüsschen Reka entlang. Die Landschaft ist anfangs noch alpenländisch, wechselt später aber zum Bergkamm hin zu einer Kiefernsteppe. Ab Divica folgen wir der Straße direkt neben der mautpflichtigen Autobahn in Richtung Süden. Beide Strecken sind neu und in hervorragendem Zustand. Am Aussichtspunkt Crni Kal sichten wir zunächst Triest – und das Mittelmeer! Die Luft ist irgendwie anders, man kann das Salz förmlich schon riechen und um die nächste Ecke herum tauchen dann erst Zypressen und dann Palmen auf – ein herrlicher Anblick! Mir geht so richtig das Herz auf!

 Wir fahren ein kurzes Stück Autobahn an der Fähr- und Industriehafenstadt Koper vorbei, die Straße führt im Weiteren direkt am Mittelmeer entlang und man muss aufpassen, dass man bei dem dichten Verkehr und dem Reiz des Meerblickes nicht die Übersicht verliert. Dem Wegweiser nach Isola folgend, erreichen wir den Aussichtspunkt „Belvedere“, von wo aus man einen phantastischen Ausblick über die hübsche Stadt und die Bucht hat.

 
Über den piniengesäumten Weg nach Portoroz geht es schließlich kurvig und hügelig hinauf zur Abzweigung nach Piran. Die Stadt liegt hinter Hügeln auf einer Landzunge am Meer.
Zunächst erwartet uns einen Straße durch stolze Villen den Hügel hinab bis kurz vor dem Meer und dem Stadteingang. Pkw müssen hier eine Schranke passieren, um Parkgebühren zu entrichten. Wir werden mit unserem Gefährt jedoch einfach durch gewunken. Die kleine Straße führt uns zunächst zum Yachthafen und weiter auf den Tartini-Platz (benannt nach dem berühmten Geiger und Sohn dieser Stadt). Unsere ersten Parkbemühungen direkt vor dem Rathaus werden von einem Polizisten mit strenger Miene vereitelt; gleichwohl zeigt er uns eine erlaubte, kostenlose Parkmöglichkeit.
Jetzt steht der Stadterkundung nichts mehr im Wege: Der runde Tartini-Platz mit seinem glatten Pflaster, das sich offenkundig auch gut zum Rollschuhlaufen eignet, ist von alten, gut erhaltenen Stadthäuschen umringt und beherbergt - neben dem Rathaus, dem Justizpalast und vielen kleinen, einladenden Straßencafes - in seiner Mitte die Tartini-Statue. Die Stadt wird überragt von der Kirche St. Jurij mit ihrem typischen Glockenturm, die auf dem nördlichen Hügel steht. Da wollen wir – trotz Motorradklamotten – hinauf, um einen besseren Überblick zu bekommen – und es lohnt sich! Zunächst erkunden wir aber die Uferpromenade, die sich mit großen Steinen als Wellenbrecher rund um die Landzunge zieht. Strand gibt es hier nicht, und so liegen die Sonnenhungrigen – für uns etwas gewöhnungsbedürftig - hier sozusagen direkt mit ihren Liegen und Handtüchern auf der Straße. An der Spitze der Landzunge steht der hübsche, alte Leuchtturm St. Klement.

Durch kleine, enge Gassen geht es nun bergauf zur Kirche. Von dort aus lässt sich die Stadt wunderbar überblicken: die pastellfarbenen Häuschen der Altstadt mit ihren roten Dachschindeln, die teils modernen Villen auf dem südlichen Hügel, romantisch eingerahmt von Zypressen und Pinien, und natürlich die begehbare Stadtmauer mit ihren eindrucksvollen Zinnen. Der Yachthafen und der Tartini-Platz sehen von hier oben ebenfalls wunderschön aus. Vor unserem „Abstieg“ (die Hügel sind max. 80 m hoch) riskieren wir noch einen Blick „um die Ecke“ auf einen promenadenartigen Weg, der hoch am Fels die Sicht auf die Bucht von Isola freigibt.
Wieder auf dem Tartini-Platz angekommen, genießen wir in einem schattigen Straßencafé das verträumte Flair dieser hübschen, kleinen Stadt, die irgendwie italienisch wirkt, aber eben nicht so laut. In der Hochsaison mag das anders sein, aber heute ist es keineswegs überlaufen (trotz besten Wetters und Temperaturen um 30° C) und auch die Preise sind noch „unverdorben“ (1 Espresso, 1 Glas Wasser und 1 Glas Apfelschorle kosten uns EUR 1,80 !). So gestärkt, verlassen wir das schöne, eindrucksvolle Piran, das wir sicherlich in bester Erinnerung behalten werden.


 

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Stand: 21.11.06