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Triglav – der höchste Berg Sloweniens (eine Fahrt
zwischen Tolmin und Kranjska Gora)
Nach einer Fahrt auf kleinen verschlungenen, z.T. sehr schlechten, engen
Teerbändern von Bled kommen wir bei Tolmin auf eine bessere Wegstrecke
und an den künstlich aufgestauten See des Flüßchens Soca, der tief
smaragdgrün glänzend zu Bootsfahrten und sicher auch zum Baden einlädt.
Immer flußaufwärts der Soca folgend, kommen wir auf guter Straße
zunächst nach Kobarid, einem Städtchen, dem man die sowohl italienischen
als auch alpinen Einflüsse in der Architektur und der Bepflanzung
ansieht. Wir fahren weiter auf einer landschaftlich sehr reizvollen,
kurvigen Strecke nach Bovec und halten uns dann rechts nach den
Hinweisschildern Richtung Kranjska Gora über den Vrsic-Paß. Südlich des
Passes entspringt die Soca und fließt ab dem Trenta-Tal direkt neben der
Straße, sprudelt am Wegrand mal als Wildwasser, mal als breiteres
Bächlein in einem faszinierenden hellgrün-weiß – z.T. mit Gischtnebel -
über die rot-braunen und weißen Steine. Eindrucksvolle z.T. alte
Hängebrücken – wackelige Angelegenheit ! – krönen die wild romantische
Atmosphäre. Allein um der Soca entgegenzufahren und diese Ansichten zu
genießen, empfiehlt sich, die Strecke wie beschrieben – und nicht
umgekehrt - zu fahren.

Die Straße wird enger und jetzt beginnen die insgesamt 50 Spitzkehren,
von der Beschilderung her je 25 bergauf und 25 bergab – aber auch die
„normalen“ Kurven haben es in sich! Insbesondere bei den Kehren machen
sich Bernds Dolomitenerfahrung aus dem letzten Mai bezahlt! Die Straße
schraubt sich dramatisch am Berg hoch, der Belag ist nicht immer der
Beste, zwischen Kehre 27 und 28 hoppelt man geradezu „steinbockartig“
über den Asphalt. Insgesamt entpuppt sich die Fahrt als eine
atemberaubende Strecke mit tollen Ausblicken, die locker mit Strecken
wie dem Großglockner mithalten kann! Kurz vor dem Paß biegen wir links
auf einen kleinen Parkplatz, hinter dem sich wohl eine ehemalige
Schützenstellung verbirgt. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick
in das Tal – aber noch schöner – auf die drei Spitzen des Triglav!
Am Vrsic-Paß werden wir von einem – nicht weiter ausgewiesenen
Mountainbike-Fahrer - erst einmal um EUR 1,25 „Maut“ (=
Tagesparkplatzgebühr) erleichert (Im Gegensatz zu uns haben Einheimische
da Verhandlungsspielraum!). Dafür bieten sich eindrucksvolle Ausblicke
auf die Felsformation und die geschlängelte Straße. Haben wir im
Soca-Tal noch bei ca. 30 C geschwitzt, sind wir jetzt über unsere
Motorradmontur bei 15 C ganz froh!

Nach unserer kurzen Seh-Pause schrauben wir uns die 25 Steilkehren
bergab – im Gegensatz zum „Aufstieg“ alle mit Kopfsteinpflaster
ausgelegt. Hier ist insbesondere bei Nässe Vorsicht die Mutter der
Porzellankiste! Auch der Rückweg ist landschaftlich und straßentechnisch
ähnlich beeindruckend wie bergauf. Vorsicht ist nochmals bei Kehre 8
geboten: Hier befindet sich eine kleine Kapelle zum Andenken an die
10.000 russischen Kriegsgefangenen, die beim Bau der Straße mitwirkten
und von denen rd. 100 einer Lawine zum Opfer fielen. Die Möglichkeit,
einen geeigneten Parkraum zu erwischen, motiviert hier die
Verkehrsteilnehmer zu abenteuerlichen Aktionen - natürlich immer direkt
nach einer Kurve!
Hat man das alles heil überstanden, bietet sich ein weiterer „Ausruh-
und Sight-Seeing-Punkt“: Kurz vor dem Wintersportort Kranjska Gora
befindet sich an einem See auf der linken Seite der Straße die Statue
des „Zlatorog“, dem sagenumwobenen Wahrzeichen Sloweniens: ein Steinbock
mit goldenen Hörnerspitzen. Die Sage handelt von der Unsterblichkeit des
Steinbocks, einer traurigen Liebesgeschichte und der tödlichen Gier nach
Reichtümern als Ausweg aus der unerfüllten Liebe.
So endet dann die dramatisch schöne Tour auch mit diesem dramatischen
Eindruck.

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