30.08.06

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Slowenien

Triglav – der höchste Berg Sloweniens (eine Fahrt zwischen Tolmin und Kranjska Gora)


Nach einer Fahrt auf kleinen verschlungenen, z.T. sehr schlechten, engen Teerbändern von Bled kommen wir bei Tolmin auf eine bessere Wegstrecke und an den künstlich aufgestauten See des Flüßchens Soca, der tief smaragdgrün glänzend zu Bootsfahrten und sicher auch zum Baden einlädt. Immer flußaufwärts der Soca folgend, kommen wir auf guter Straße zunächst nach Kobarid, einem Städtchen, dem man die sowohl italienischen als auch alpinen Einflüsse in der Architektur und der Bepflanzung ansieht. Wir fahren weiter auf einer landschaftlich sehr reizvollen, kurvigen Strecke nach Bovec und halten uns dann rechts nach den Hinweisschildern Richtung Kranjska Gora über den Vrsic-Paß. Südlich des Passes entspringt die Soca und fließt ab dem Trenta-Tal direkt neben der Straße, sprudelt am Wegrand mal als Wildwasser, mal als breiteres Bächlein in einem faszinierenden hellgrün-weiß – z.T. mit Gischtnebel - über die rot-braunen und weißen Steine. Eindrucksvolle z.T. alte Hängebrücken – wackelige Angelegenheit ! – krönen die wild romantische Atmosphäre. Allein um der Soca entgegenzufahren und diese Ansichten zu genießen, empfiehlt sich, die Strecke wie beschrieben – und nicht umgekehrt - zu fahren.


Die Straße wird enger und jetzt beginnen die insgesamt 50 Spitzkehren, von der Beschilderung her je 25 bergauf und 25 bergab – aber auch die „normalen“ Kurven haben es in sich! Insbesondere bei den Kehren machen sich Bernds Dolomitenerfahrung aus dem letzten Mai bezahlt! Die Straße schraubt sich dramatisch am Berg hoch, der Belag ist nicht immer der Beste, zwischen Kehre 27 und 28 hoppelt man geradezu „steinbockartig“ über den Asphalt. Insgesamt entpuppt sich die Fahrt als eine atemberaubende Strecke mit tollen Ausblicken, die locker mit Strecken wie dem Großglockner mithalten kann! Kurz vor dem Paß biegen wir links auf einen kleinen Parkplatz, hinter dem sich wohl eine ehemalige Schützenstellung verbirgt. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick in das Tal – aber noch schöner – auf die drei Spitzen des Triglav!
Am Vrsic-Paß werden wir von einem – nicht weiter ausgewiesenen Mountainbike-Fahrer - erst einmal um EUR 1,25 „Maut“ (= Tagesparkplatzgebühr) erleichert (Im Gegensatz zu uns haben Einheimische da Verhandlungsspielraum!). Dafür bieten sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Felsformation und die geschlängelte Straße. Haben wir im Soca-Tal noch bei ca. 30 C geschwitzt, sind wir jetzt über unsere Motorradmontur bei 15 C ganz froh!


Nach unserer kurzen Seh-Pause schrauben wir uns die 25 Steilkehren bergab – im Gegensatz zum „Aufstieg“ alle mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Hier ist insbesondere bei Nässe Vorsicht die Mutter der Porzellankiste! Auch der Rückweg ist landschaftlich und straßentechnisch ähnlich beeindruckend wie bergauf. Vorsicht ist nochmals bei Kehre 8 geboten: Hier befindet sich eine kleine Kapelle zum Andenken an die 10.000 russischen Kriegsgefangenen, die beim Bau der Straße mitwirkten und von denen rd. 100 einer Lawine zum Opfer fielen. Die Möglichkeit, einen geeigneten Parkraum zu erwischen, motiviert hier die Verkehrsteilnehmer zu abenteuerlichen Aktionen - natürlich immer direkt nach einer Kurve!

Hat man das alles heil überstanden, bietet sich ein weiterer „Ausruh- und Sight-Seeing-Punkt“: Kurz vor dem Wintersportort Kranjska Gora befindet sich an einem See auf der linken Seite der Straße die Statue des „Zlatorog“, dem sagenumwobenen Wahrzeichen Sloweniens: ein Steinbock mit goldenen Hörnerspitzen. Die Sage handelt von der Unsterblichkeit des Steinbocks, einer traurigen Liebesgeschichte und der tödlichen Gier nach Reichtümern als Ausweg aus der unerfüllten Liebe.
So endet dann die dramatisch schöne Tour auch mit diesem dramatischen Eindruck.
 

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Stand: 30.08.06