17.02.14

Home
Caravaning
Reiseberichte
Kreuzfahrten
Motorrad
Segeln
Wandern

 

Florida 2014: Kathrins 50.er

oder

failure is not an option“

07.01. - 09.01.2014 Anreise

Für Kathrins 50. Geburtstag wollen wir einmal wieder dem Winterwetter entfliehen und haben uns nach langem Hin und Her (...ob nun Kuba oder nicht...) für Florida entschieden.

Die Anreise erfolgt über Hamburg mit Zwischenübernachtung in Frankfurt und weiter nach Orlando. Das Taxi, das uns von Zuhause abholt, ist nicht im besten Zustand und wir sind froh, heil am Hamburger Flughafen anzukommen. Das scheinbar preiswerte Flughafen-Frankfurt-nahe Hotel in Hofheim erreicht man nur mit einem Taxi für 35,- EUR pro Tour. Der im Internet angebotene kostenlose Shuttle Service zwischen Hotel und Flughafen für Übernachtungsgäste ist leider irgendwie nicht verfügbar und so müssen wir wieder mit einem Taxi zum Flughafen fahren.

Die Preise und das Angebot des Hotel-Restaurants überzeugen nicht wirklich. Kathrin findet allerdings ein asiatisches Restaurant, das leckeres Essen zu verträglichen Preisen bietet.

Den nächsten Morgen begehen wir ganz gemächlich, da unser Flug erst am frühen Nachmittag abgeht. Auch diesmal erfolgt - so wie bereits in Hamburg - das Einchecken nur noch am Automaten und das Gepäck wird dann wie gewohnt am Schalter aufgegeben.

Auf dem Flug von Frankfurt nach Orlando hat Bernd mit Fenstersitz fast immer freie Sicht nach unten und es zeigen sich tolle Bilder von verschneiten Landschaften, eingefrorenen Meeren und drin herumfahrenden Schiffen, deren lange Gassen im Eis weit zu sehen sind. Wir fliegen die gesamte Ostküste der USA herunter, die – wie fast ganz Nordamerika - zur Zeit in großen Teilen unter Eis und Schnee liegt.

In Orlando gestalten sich die Einreiseformalitäten und das Schlangestehen weit weniger bürokratisch und zeitaufwendig als angenommen. Unser Hotel (Airport Hyatt Regency) befindet sich direkt im zentralen Abfertigungsterminal. Dass man sich auf einem internationalen Flughafen aufhält, merkt und hört man in diesem Hotel überhaupt nicht. Leider gibt es im Hyatt nur auf einer der Flügelseiten Lifte und der Weg zu unserem Zimmer führt uns genau gegenüber, immer um das mächtige Atrium herum. Das wäre weniger erwähnenswert, wenn Bernd denn wieder ohne Probleme laufen könnte. Aber leider verfolgen ihn heftige Gelenkschmerzen in den Füßen und Knien fast die gesamte Reise über.

09.1. - 10.01. Port Orange

Kathrin verbindet das Frühstück-Holen bei Starbuck´s mit dem von der Wohnmobilvermietung „Road Bear“ geforderten Anruf, um den Übernahmezeitpunkt des Campers zu vereinbaren. Wir hatten vorab per e-mail darum gebeten, uns diese Zeit z.B. als Nachricht an der Rezeption zu hinterlassen – aber: no way.....

Jetzt kommt plötzlich Hektik auf, da wir schon in wenigen Minuten um 9.00 zur Übernahme des Campers dort sein sollen (was vorher offenbar nicht abzusehen war? Wir sind übrigens die einzigen Kunden, die heute ein Fahrzeug übernehmen! Nach unseren bisherigen Informationen begann die „pick-up-time“ frühestens gegen 11.00 Uhr!).

Die Hotelrezeption empfiehlt uns das „Taxi“ im 1. Stock, bei dem es sich letztendlich um einen Limousinenservice handelt, was wir nicht wussten. Der Vermieter ist jetzt „pissed“, da er hierfür $33 für die Fahrt bezahlen muss und es mit einem Yellow Cab billiger gewesen wäre.

Die Übergabe erfolgt schlichtweg „bocklos“ („“Ich brauche ja wohl nicht zu erklären, wie eine Automatik /ein Gasherd/Zu- und Abwasser funktionieren...“). Lediglich die Frage nach Absperrhähnen reißt ihn aus seiner Selbstverständlichkeit: „Was? Ähhh...nöhh, gibt’s nicht“). Es hagelt eine Menge Maßregelungen sowie deren geldliche Ahndung bei Missachtung (inkl. Besenreines Hinterlassen des „Motorraums“ - gemeint war sicher die Fahrerkabine....). Und dann das Märchen mit der Maut: Da wir an den Mautstationen ja permanent Gefahr laufen, die falschen Kassenstellen anzulaufen (was selbstverständlich vom Mautbetreiber „Sun Pass“ und natürlich auch von „Road Bear“ mit einer Strafe von je $ 100,-- belegt wird), empfiehlt sich nur die Übernahme eines Transponders mit automatischer Abrechnung aller mautpflichtig gefahrenen Strecken für läppische $ 50,--. Dazu kommen noch je $ 9,- für zwei gut eingesessene Campingstühle, die nicht im sogenannten „convienience-kit“ (je $ 35,-- p.P.) enthalten sind. Letzteres stellt sich eher als Grundausstattung des unteren Niveaus heraus (Geschirr, Bettwäsche, Handtücher), ist in unseren Augen bei der Vermietung selbstverständlich und hat mit „Convienience“ gar nichts zu tun. Selbiges gilt für die „preperation fee“ von immerhin 2 x $ 100,-- ).

Das Ganze war überhaupt kein Vergleich zu KEA auf Neuseeland!!!!!

Es folgen die ersten vorsichtigen Schritte mit dem E350 8-Zylinder Ford Wohnmobil mit Slide Out (der den Wagen im Stand um gut 50cm in der Mitte verbreitert und ein äußerst angenehmes Raumgefühl gibt). Der Wagen verfügt über Citywasser-Anschluss und ein geschlossenes Abwassersystem mit genormten Ablaufschlauch, so lebt man – nachdem alles auf dem Stellplatz angeschlossen ist - also wie im eigenen Haus völlig autark (ohne Sanitärhäuschen) – so etwas in Europa wäre ein Traum.

Unser erster Abstecher nach dem obligatorischen Großeinkauf bei ALDI bringt uns nach Daytona Beach. Der erste Campingplatz bietet keine Highlights, aber die Möglichkeit, die allgemeinen Funktionalitäten des Campers auszuprobieren. Am nächsten Tag fahren wir wieder ab, versuchen noch, an den berühmten „Autostrand“ kommen, wo schon früher Rennen stattgefunden haben, und der auch heute noch als Park- und Flaniermeile von Fahrzeugen genutzt wird. Aufgrund des recht heftigen Sturmes ist aber derzeit von dem Strand nicht viel zu sehen – schon gar nicht von den Harleys, da die „Daytona-Bike-Week“ erst im Februar stattfindet.


10.01 – 12.01. St. Augustine / Anastasia State Park

Über die kleine Küstenstraße A1A geht es gemächlich am Meer entlang. Hier gibt es immer wieder tolle Häuser und hübsche Einblicke in deren Gärten. Viele davon stehen auch zur Ferienvermietung bereit.

Unser heutiger Campingplatz ist in einem State Park untergebracht. Wir stehen mitten im „Wald“, abgeschottet durch natürliche Baum- und Heckenbegrenzungen zum Nachbarn und können trotzdem das Meer rauschen hören. Ein ausgiebiger Spaziergang am Meer darf nicht fehlen, soweit das mit Bernds Beinen geht. Trotz Wochenendes sieht man wenige Leute dort, was vielleicht auch mit am immer noch steifen Wind liegt.

Zum Frühstück gibt es die leckersten und saftigsten Grapefruits, die wir je gegessen haben.

Am Abreisetag (Kathrins 50. Geburtstag) besuchen wir das Städtchen St. Augustine mit seiner Festung „San Marcos“ und der „Altstadt“ (hier gilt so ziemlich alles als das Älteste der USA, da hier die Spanier seinerzeit anlandeten) und schlendern durch die morgens noch leeren, engen Gassen.

Die Fahrt geht heute wieder mit unserer blubbernden 8-Zylinger-Sänfte über die aussichtsreiche A1A mit Einkauf bei „Publix“ zurück nach Daytona und dann auf dem ziemlich geraden Highway 1 in Richtung Cape Canaveral.


12.01. - 15.01. Cape Canaveral

Im „Jetty Park“ kommen wir auf dem Campingplatz fast neben den Cruising Terminals der Carnival-Linie unter (drei Kreuzfahrer laufen heute mit lautem Getute der Typhone aus) und wir fühlen uns mit unserem Wohnmobil ganz klein zwischen den „Big Rigs“ (Wohnwagen mit Sattelauflieger auf einem Pick-up).

Am nächsten Tag genießen wir erst einmal das Strandleben: Nach einem gemütlichen Spaziergang an dem fast endlos erscheinenden, wunderschönen Strand setzen wir uns mit unseren Campingstühlen vor die flachen Dünen und halten unsere Körper – natürlich gut eingecremt - in die Sonne. Dazu gibt es ein „chicken-wings-picknick“.

Am folgenden Tag fahren wir zum Besucherzentrum des John F. Kennedy Space-Centers.

Als erstes setzen wir uns mit dem Ticketautomaten auseinander, da die Schalter gerade ziemlich voll sind. Nachdem wir den richtigen Tarif gefunden und die Tickets gelöst haben, treibt uns ein Regenschauer in die erste der Ausstellungshallen. Hier werden die Anfänge der Raumfahrt mit den Mercury und Gemini-Raktenprojekten inkl. noch recht einfacher Ausstattung gezeigt.

Dann geht es in den Rocket Garden mit diversen Raketenmodellen verschiedener Größen (hier werden einem erst die Dimensionen bewusst), der Gangway, die die Astronauten in die Kapsel führt und die total enge Kapsel selbst. Das sah damals schon im Fernsehen so klein aus, ist aber noch viel enger als gedacht!


In unserem Ticket enthalten ist auch eine Bus-Tour, die über das weite Gelände (mit vielen Tieren wie Aligatoren und Seevögeln) an die Raketenabschussrampe führt. Beeindruckend ist auch das für den Raketentransport benötigte Kettenfahrzeug und die dafür angelegte „Straße“: Der sogenannte „Crawler“ ist unbeschreiblich groß, entsprechend schwer und die Ketten gigantisch!

Der Weg geht auch am Konstruktionsgebäude vorbei, das nach Einstellung der Space-Shuttle-Programme nicht mehr im eigentlichen Sinne genutzt wird. Allerdings haben sich Firmen wie Boing hierin angesiedelt – und man weiß ja nie, ob das in Zukunft nicht doch noch einmal gebraucht wird......

Die Bus-Tour bringt uns zum Schluss in das Apollo/Saturn V-Center. Hier wird es jetzt extrem beeindruckend: Wir erleben als Zuschauer auf der „Hinterbank“ den Start einer Apollo-Rakete im „Fireroom“ (also der Startzentrale) mit, der dort originalgetreu aufgebaut ist. Eigentlich erschreckend ist die vollständig analoge Technik mit Glühlämpchen, Kippschaltern, Telefonhörern usw.. Wir sind zwar Kinder aus dieser Zeit, können uns aber kaum noch vorstellen, dass damit Raumfahrt möglich wurde!

Dem Start voraus geht der Check-up zwischen Flightdirector und dem jeweils zuständigen Fachmitarbeiter (die jeweiligen Plätze werden immer dann beleuchtet, wenn einer „spricht“). Danach ergeben sich bestimmte Fortschrittsstufen, für die auf einer großen Tafel nach und nach beschriftete Leuchtfelder angeknipst werden. Es folgt der klassische Countdown und dann folgt der Raketenstart, bei dem sogar unsere Zuschauersitze erbeben....Wir bekommen eine Gänsehaut! Als Kind hat Kathrin mit ihrem Vater die Apollo-Starts im TV verfolgt und fühlt sich genau jetzt in diese Zeit zurückversetzt.


Es folgt eine Halle, in der die Apollo 14-Rakete in ihren einzelnen Stufen plus Mondfähre ausgestellt – wahnsinnig interessant mit guten Erläuterungen zum besseren Verständnis, aber man kann nicht alles lesen....Auch hier sind wieder Exponate wie Raumanzüge der verschiedenen Missionen, technische „Spickzettel“ der Astronauten (ziemlich einfach....) und z.B. Mondgestein zu sehen. Kathrin „springt“ das Motto der beinahe gescheiterten Apollo-13-Mission als Leitlinie an: „failure is not an option!“ Das hilft später auf der Reise als Durchhalteparole in so manchen Fällen.....


Nach der Rückfahrt ins Space-Center stürzen wir uns auf die Atlantis-Missionen: Ein kurzer Film stimmt uns auf die Entstehungsgeschichte der Atlantis-Space-Shuttles ein, die immerhin rd. 12 Jahre dauerte und von vielen Rückschlägen gezeichnet war. Dann geht es in ein Rundkino, wo in 3D Szenen aus dem Weltall aus der Sicht der Atlantis-Besatzung gezeigt werden – schon toll, aber dann kommt´s: Wie aus einem Nebel zeichnen sich plötzlich „im Weltraum“ die Konturen des Atlantis-Shuttles ab, werden immer deutlicher, dann wird eine „Milchwand“ zur Seite gezogen und da „schwebt“ die richtige Atlantis in Lebensgröße – aufgeklappt unter die Decke gehängt im riesigen Nebenraum! Wieder Gänsehaut!


Auch hier ist die Ausstellung wieder unheimlich interessant und spektakulär. Gezeigt werden z.B. die „Kabinen“ der Astronauten und Fragen der Lebensweise an Bord. U.a. anderem wird da auch geklärt, wie eigentlich ein Astronaut in der Schwerelosigkeit „`mal muss“ (wer das wissen will, sollte `mal ins Kennedy-Space-Center gehen...(:-))....).

Darüber hinaus gibt es verschiedenste Simulatoren, an denen man seine eigene Geschicklichkeit z.B. beim Manövrieren unter Beweis stellen kann. Außerdem werden die einzelnen Phasen erläutert, die das Shuttle vom Start bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre durchlebt (hier auch beeindruckend: die Hitzeschilde als „Kacheln“ an der Außenhaut).

Natürlich darf auch ein Gedenken an die vielen geglückten, aber auch die zwei unglücklichen Missionen mit tödlichem Ende nicht fehlen.


Wir sind inzwischen nach rd 5 ½ Stunden von all den Informationen ziemlich platt und Bernds Füße wollen auch nicht mehr. Es gäbe noch eine Unmenge zu sehen, so z.B. die als phantastisch beschriebenen Filme im IMAX-Theater auf Großbild-/3-D-Leinwand (u.a. Aufnahmen des Hubble-Teleskops), Simulatoren und „Astronauten-Ausbildungsgänge“, die z.T.in der „Hall of Fame“ (ebenfalls im Preis inbegriffen)) stattfinden. Wer will kann gegen Aufpreis mit einem Ex-Astronauten Essen gehen und ihn nach seinen Erlebnissen befragen. Stoff gibt es noch für viele Besuche – es lohnt sich wirklich, auch wenn Manches mit dem typisch amerikanischen, heroischen Pathos gezeigt wird, was uns Europäern eher überschwänglich und in Teilen recht übertrieben vorkommt.


15.01. - 16.01. Nettles Island

Unsere Weiterfahrt führt uns über die vorgelagerte „Sandbank“ der Space- und Teasure-Coast über die A1A entlang des Indian River (der eigentlich eine Lagune ist), vorbei an wunderschönen, ruhigen Wohnparks an einen Ort, den wir uns vorher nicht hätten vorstellen können: „The Village at Nettles Island“: Eine künstlich angelegte Insel mit wohlgeordneter Infrastruktur, ein sogenanntes „Condominium“, ein in sich geschlossenes, gut bewachtes Rentnerparadies. Hier stehen kleine Ferienhäuser, zu solchen umgebaute Wohnwagen oder „big rigs“ und busartige Wohnmobile auf sauber und symetrisch angelegten Grundstücken. Herzstück der Anlage sind Pool, Clubhaus (mit diversen Aktivitäten über den gesamten Tag hinweg), ein Bootshafen – und was überhaupt nicht fehlen darf – mind. St. 20 Shuffleboard-Felder (dieses Spiel hat sich uns noch nicht erschlossen).

Alles kennt und liebt sich, man besucht sich gegenseitig und überwintert hier gemeinsam. Dazu jagen die Rentner mit ihren elektrischen Golfwagen (jeder hat einen!) durch die Gassen, dass man aufpassen muss, nicht angefahren zu werden. Das Ganze wirkt völlig bizarr und erinnert geradezu an einen Sciene-Fiction-Film, in dem die Menschen verlernt haben zu laufen.

Wir bekommen den Platz 999 (für „overnighter“ oder „Fremdkörper“) zugewiesen, auf dem es zunächst kein Wasser und kein Strom gibt. Ein netter Nachbar, der sich sofort vorgestellt hat, telefoniert mit der Rezeption und nach einiger Zeit ist alles o.k..

Unser kalifornisches Kennzeichen ruft sofort einige Nachbarn auf den Plan, die uns die Schuld an dem sich verschlechternden Wetter geben wollen und mit Erstaunen feststellen, dass wir gar nicht aus California sondern aus „good old Germany“ sind - wobei wahrscheinlich einige davon noch nicht einmal genau wissen, wo das eigentlich liegt!


Über einen kleinen Rundgang erkunden wir dieses geschlossene Reich und sind froh, dies morgen wieder zu verlassen (zumal die Preise horrend sind).

 

16.01 – 19.01. Key Largo

Wir meiden bewusst die sehr touristischen Orte wie Palm Beach, Fort Lauderdale und Miami, da wir dort keine geeigneten Stellplatzmöglichkeiten finden, die uns eine Erkundung der Orte (ohne unser Wohnmobil) ermöglichen würden. In den Orten gibt es keine hierfür ausgelegten Parkplätze und Roller oder Fahrräder kann man – für gesalzene Preise - erst an den Hotspots mieten, wie aber dahin kommen? In den USA hat man über die big rigs mit dem Zugfahrzeug oder dem hinter dem busähnlichen Wohnmobil hergezogenen Jeep immer ein Auto parat. Daher ist man auf solche Leute wie wir gar nicht eingerichtet. Das haben wir schon in Cape Canaveral gemerkt, als wir nach einem Shuttle-Service zum Space-Center fragten, man völlig verwirrt reagierte (ohne eigenes Auto?) und uns ein Taxi für $ 80, – anbot.

Somit verdrücken wir uns aus dem Verkehrsgewirr auf den Highways um Miami und fahren durch das Hinterland über den Okeechobee-See, die „echte Fernfahrerstraße“ 27 und Florida City zum Einstieg in die Keys und machen hier in Key Largo erst einmal Halt. Leider schlägt wieder die Gicht zu und wir müssen 2 Tage pausieren. Das gibt uns aber reichlich Zeit, unseren Ausflug nach Key West zu planen.


In Key Largo gibt es mit dem John Pennekamp Coral Reef ein riesiges Unterwasserparadies, in dem man tolle Tauch- und Schnorchelgänge machen kann – allerdings ist das Wetter für jegliches Badevergnügen zu kalt. Angeln ist nicht so unser Ding und der Mini-Strand am Campground gibt leider auch nichts her. Ein Besuch des örtlichen Outlet-Centers bestätigt, dass man nichts geschenkt bekommt.

Am 19. fahren wir dann über viele Brücken und kleine aufgereihte Inselchen nach Key West. Besonders beeindruckend ist die Seven Mile Bridge und die nebenher laufende alte Brücke. Dank guter Vorbereitung, Kathrins ausgeprägter Navigation und Bernds eiserner Nerven finden wir einen Parkplatz für das Wohnmobil und schlendern (eigentlich müsste es humpeln heißen)) anschließend durch Key West. Am „Southernmost“ (90 Meilen Punkt bis Kuba, der durch eine Boje an Land gekennzeichnet ist) herrscht reger Andrang, um ein passendes Foto zu machen (witzig: wirklich jeder reicht den Fotoapparat seinem Nachfolger, der dann das Foto vom Vorgängerpäarchen macht).

Wir erkunden den netten Higgs Beach mit Seebrücke und landen schließlich in der Duval-Street, der Einkaufsmeile von Key West. In einem Souvenier-Shop drängen sich einzelne Kleinigkeiten förmlich auf. Außerdem gibt es dort ein paar sehr sehenswerte Häuser im sogenannten Conch-Stil (mit Türmchen, und gedrechselten Balkonumrandungen). Die Mallory Square, der quirlige Platz, an dem sich zum Sonnenuntergang viele „Zuschauer“ und Gaukler versammeln, den Leuchtturm sowie den Kreuzfahrtanleger lassen wir aufgrund unserer eingeschränkten Laufmöglichkeiten aus. Der Ort ist wirklich recht hübsch und hat schon seinen eignen Charme, erstickt aber auch in touristischer Vermarktung von Hemmingway und der hier beginnenden Meilenzählung der Key-Straße Richtung Norden.

 

Der für den Rückweg ausgesuchte Campground im State Park Bahia Honda ist leider seit Monaten ausgebucht und so fahren wir wieder nach Key Largo und übernachten wieder auf einem „Overflow Platz“ (ohne Strom und Wasseranschluss, dafür aber extrem preiswert für die Keys). Dies eröffnet uns aber die Möglichkeit, am Montag bei „Publix“ um die Ecke, die Vorräte zu ergänzen (es geht in die Everglades – da gibt es nichts) und bei „Big K“ für Bernd ein paar preiswerte Winterstiefel für unseren Aufenthalt in New York zu kaufen, da er jetzt wieder in normale Schuhe hineinpasst.

 

20.01 – 22.01. Evergaldes National Park / Campground Flamingo

Über Florida-City finden wir den Einstieg in die 9336, die einzige Straße in den Everglades National Park. 38 Meilen nach der Parkeinfahrt durch Steppe-/Sumpf- und Mangrovenlandschaft erreichen wir den Campground Flamingo. Für $ 16,- dürfen wir auf einem Platz ohne Strom und Wasser stehen. Insgesamt aber ist der gesamte Platz die Wucht. So hatte sich Bernd die Plätze in überall vorgestellt: Viel Platz und ein befestigter Parkstreifen für das Wohnmobil und viel unberührte Natur drum herum!

Wir gehen an der Bay entlang mit ihrer wunderschönen Inselwelt zum ca. 2 km entfernten Visitor Center. Schon auf dem Weg dorthin begegnen uns diverse Vögel, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Im kleinen Hafen zeigen sich dann gleich zwei amerikanische Krokodile (recht mächtig) in der Sonne liegend, und ein Manatee (Seekuh) bekommen wir zu sehen, das die Algen am Steg ziemlich lecker findet.

Nach der Hektik der vergangenen Tage ist es hier still und beschaulich. Der Abendhimmel zeigt sich in einem tollen rot, wie man es leider nicht mit dem Fotoapparat einfangen kann, und man fühlt sich hier wie auf einer einsamen Insel.

Am zweiten Morgen sehen wir einen beeindruckenden Sonnenaufgang und zwei Regenbögen gleichzeitig. Es wird regnerisch. Das erzählt uns auch die kauzige Oma vom Nachbarstellplatz (komische Anglerfamilie mit abgesetztem Pick-up-Aufsatz und Außenküche, alles ein wenig verwahrlost), die scheinbar nur über das Wort „cold“ als Vokabelschatz für Dusche und Wetter, aber fünf Jahre Everglades-Erfahrung verfügt. Wir nehmen sie zu diesem Zeitpunkt nicht ganz so ernst, werden aber in der Folge häufiger an ihre Äußerungen denken.....

Und so fällt unsere am Mittag begonnene Tour mit dem Kanu durch die Mangroven buchstäblich ins Wasser : Nach der Hälfte unserer 2-stündigen Paddeltour setzt erst leichter, dann heftiger Regen ein. Wir sind beide nass bis auf die Knochen, versuchen uns im Kiosk, wo wir das Boot gemietet haben, zunächst mit Kaffee zu wärmen. Da wir keine Regenjacken mit haben, versucht Kathrin noch zwei Regenponchos in Form von Müllsäcken zu besorgen, was uns der Kioskbetreiber aber verweigert. Die Rangerin im Visitor Center dagegen versteht unsere unglückliche Situation mit dem langen Weg zum Campground und reicht heimlich unter dem Tresen zwei Müllsäcke durch, damit das niemand mitbekommt. Das werden wir ihr nie vergessen!

Auf dem Fußmarsch zum Campground begleiten uns Geier und schauen uns neugierig zu. „Ihr kriegt uns nicht!“

Im Wohnmobil gibt’s erst einmal trockene Klamotten und eine heiße Brühe. Aber Bernds Bein hat der zügige Fußmarsch nicht gut getan.

Kathrin wird angesichts der immer wieder auftauchenden Laufprobleme bei Bernd nachdenklich, ob und wie wir die Rückreise im Notfall bewältigen können. Das kostet auch manchmal die halbe oder ganze Nachtruhe.....

Am nächsten Morgen auf dem Weg aus dem Everglades-Nationalpark biegen wir noch im Royal Palm Visitor-Center ab. Dort gibt es zwei „Trails“, einen eher botanisch geprägten („Gumbo Limbo Trail“) mit Erläuterungen zu den typischen Pflanzen der Gegend. Völlig faszinierend ist aber der nach dem Kormoran ähnlichen Vogel benannte „Anhinga-Trail“: Neben diesen Vögeln, die nach jedem Wassereinsatz ihr Gefieder mit ausgebreiteten Flügeln trocknen, gibt es diverse Tierarten in unmittelbaren Nähe – teils fast zum Anfassen nah“ - zu sehen, was man insbesondere bei den Aligatoren besser vermeiden sollte. Die liegen z.T. auf dem Weg oder kaum daneben und sonnen sich, manch einer scheinbar zum „Sonnenanbeter“ erstarrt. Wasserschildkröten paddeln munter herum, überall stehen große, kleine, weiße und bunte Reiher und warten auf eine Mahlzeit. Die einheimischen „Riesen-Fische“ kommen dafür nicht in Frage – sie lassen sich nicht in einem Stück herunterschlingen! Alles in allem ein sehr beeindruckender Rundweg, der einem die Tiere in ihrer natürlich Umgebung nahebringt und den man auf keinen Fall auslassen sollte!

Die weitere Fahrt führt nach dem Durchqueren eines Indianergebiets, in dem eher auf den Tourismus zugeschnittene Dinge (=Nepp) gezeigt werden, durch den „Cypress National Park“, an dem wiederum Aligatoren und weiße Reiher „an der Straße“ völlig unbeeindruckt vom Verkehr herumstehen. Bei einem Halt mitten in der Landschaft erleben wir den ohrenbetäubenden Lärm der Airboats (die scheinbar typischen, durch einen Rückenpropeller getriebenen Gleitboote), die nur außerhalb der Parks eingesetzt werden dürfen – aus gutem Grund! Wir nehmen jedenfalls von einer solchen Fahrt Abstand.

 

22.01 – 23.01. Naples / San Marco

Heute landen wir auf dem KOA-Campground in Naples, einem „besseren“ Ort an der Westküste. Kathrin wäscht Wäsche (mit „Familienanschluss“ an die hiesige Rentnergemeinde) und Bernd aktualisiert unseren Standort im Internet und plaudert etwas mit T.K. via Facebook. Für viel Geld stehen wir auf einem Platz der nicht wirklich toll ist – für eine Nacht geht es aber. Die Nacht ist lausig kalt (rd. 7 °C) und morgens muss die Heizung ordentlich arbeiten. Tatsächlich, es wird „cold“...


 

23.01 – 26.01. Red Coconut Beach / Fort Myers

Die morgendliche Fahrt führt uns über das hübsche und vornehme Marco Island. Dort wollen wir eigentlich die tollen Strände wie „Tigertail“ sehen. Dies bleibt uns aber verwehrt, da es keinen öffentlichen Strandzugang gibt bzw. wir mit dem Wohnmobil dort nicht hinkommen. Quer durch Naples auf breiten und überfüllten Straßen (mind. 3-spurig) geht es in einer sehr anstrengenden Fahrt zum nächsten Campground in Fort Myers Beach – direkt am meilenlangen Strand der Halbinsel Estero. Dort wollen wir bis Sonntag jetzt stehen bleiben. Nur einmal über die Straße gelangt man an einen langen und feinsandigen Strand, den wir auch gleich zu Fuß erkunden.

Nach dem Abendessen genießen wir noch einen tollen Sonnenuntergang am Meer, bei dem mehrere Delphine ihre Bahnen durch das ruhige Wasser ziehen - fast kitschig und wie bestellt (oder doch aus Plastik, wie Bernd vermutet.....?).

An einem Abend findet eine Campground-party statt, zu der auch wir durch einen „Anwohner“ eingeladen werden. Wir erleben diese aber lieber aus sicherer Entfernung von unserem Platz aus mit, da alle an uns vorbeigezogenen Teilnehmer etwas Kulinarisches beitragen und wir mit leeren Händen da stehen würden. Ein Live-Sänger interpretiert auf seine sehr eigene Weise diverse bekannte Lieder und Evergreens und wir fühlen uns unwillkürlich an das Chili-Fest in Madrid aus dem Film „Born to be wild“ erinnert.

Von einer schwedischen Nachbarin hören wir, dass es nach „Downtown“ einen Trolley-Service (altertümlich anmutender Bus) gibt, der nur wenige „bucks“ (= 1 USD) kostet. Wir machen uns auf den Weg (Bernds Beine machen heute mal mit!) und landen bald (ohne Trolley-Einsatz) zu Fuß am „Time Square“, wo diverse „hippe“Bars und bunte Geschäfte mit T-shirts und Badesachen ihre Dienste feil bieten. Wir bummeln ein wenig herum, schlendern zur großen Brücke und dem kleinen Hafen und anschließend über den Strand wieder zurück. Hier herrscht heute (Sa.!) reichlich Leben, obwohl gerade eine dichte Wolkenschicht einzieht und das Strandleben nicht mehr so richtig zum Vergnügen macht.

Tatsächlich zieht schlechtes Wetter auf und es macht keinen Sinn, hier weiter auszuharren. Also beschließen wir, weiter nach Norden zu verlegen. Also, ´mal wieder Vorräte aufstocken, tanken und los! Da wir keine detaillierte Karte von Fort Myers Beach haben, navigiert uns Kathrin - wie schon auf der Herfahrt - mit einer Karte aus einem Gutscheinheft – das funktioniert erstaunlich gut!

Über die 41 geht es u.a. über Port Charlotte nach „Venice“, bei dessen historischem Stadtkern uns die Tränen vor Lachen in die Augen schießen – so stellen die sich also den Markus-Platz vor?


 

26.01 – 31.01. Fort de Soto / St. Petersburg

Über das geschäftige Sarasota geht es in Richtung St. Petersburg. Hier haben wir uns auf der vorgelagerten Insel den ruhigen County Park (Naturschutzgebiet) Fort de Soto als Bleibe ausgesucht. Diesen erreicht man am besten von Süden her über die beeindruckende „Sunshine Skyway Bridge“: bemerkenswert hoch, rd. 18 km lang und mit sagenhaftem Blick über die Tampa Bay und St. Petersburg. Wie zwei weitere folgende Brücken ist sie mautpflichtig, aber wir können mit unserem Sun-Pass-Transponder einfach durch die Stationen ohne Halt hindurch fahren. Doch auch die anderen Spuren sind gut und rechtzeitig ausgeschildert als „exact coins“ oder „change provided“-Spuren.

    

Der Campground liegt total idyllisch direkt an der Tampa Bay und unser Stellplatz unmittelbar am Wasser. Alle Plätze sind voneinander durch Palmen und Büsche getrennt. Überall stolzieren Reiher und andere Vögel ohne Scheu herum, an „unserem Strandabschnitt“ graben sich kleine Krebse in den Sand ein, eine Familie Waschbären balgt sich unter unserem Wohnmobil.

In der ersten Nacht regnet es reichlich, der Morgen begrüßt uns mit Nebel und die Schiffe der Tampa Bay uns mit Nebelhörnern. Heute ist ´mal wieder so ein Tag, an dem mit Bernds Füßen gar nichts geht. Also bleiben wir im Wagen und beschließen, die restlichen Tage an diesem hübschen, naturnahen Platz zu verbringen.

Am nächsten Tag werden wir dafür belohnt: Bei einer „original amerikanischen“ Sightseeing-Tour (mit dem Wohnmobil überall ganz nah heran fahren, möglichst nicht laufen) erkunden wir bei wunderbarem Sonnenwetter die Strände und das alte Fort des Parks. Zwei Seebrücken gehören auch dazu.

Anschließend machen wir es uns an einem so gut wie menschenleeren Strandabschnitt am Oststrand mit Blick auf die Sunshine Skyway Bridge gemütlich. Hier gibt es saubere Toiletten und Duschen, eine „picknick-area“ mit beschatteten Sitzplätzen und blitzsauberen Grillstationen für jedermann. Auch das Parken ist in dem Eintrittsgeld des Parks (= $ 5,-- pro Auto!) mit enthalten! Das stelle man sich einmal an der Ostsee vor....

Eine Delphinschule zieht springend und spielend durch die Bucht und kommt später noch einmal zurück. Am Abend beobachten wir sie wieder, wie sich im Sonnenuntergang gemeinsam Jagd auf forellenartige Fische machen, die zu dieser Tageszeit – wohl ihrerseits auf Nahrungssuche – aus dem Wasser springen. Das Licht taucht das Ganze in eine unbeschreibliche Atmosphäre!

Der Folgetag bringt leider wieder ein Tiefdruckgebiet mit sich, das uns erneut eine Zwangspause aufdrängt. Heute kommt es – wohl aufgrund der geringen Temperaturen (...“cold...“ klingt die kauzige Stimme der Oma im Kopf) und dem damit erhöhten Einsatz von Elektroheizungen in den üppig ausgestatteten Mega-Mobilen - zu einem Stromausfall auf dem gesamten Platz. Der gemeine amerikanische Camper kommt dabei schnell in Hektik, weil er doch einige Verbraucher mehr am Laufen hat als wir. Unsere Nachbarn, die Knights, haben allerdings schon Alarm geschlagen und nach rd. einer Stunde ist das Problem beseitigt.

Am Donnerstag erkunden wir dann bei ebenfalls mäßigem Wetter mit unserer „Sänfte“ (Wohnmobil) die Küstenstraße Richtung Norden durch sehr unterschiedliche Orte (´mal klein und beschaulich, ´mal Szenetreff, aber immer mit hübschem Strand) bis zum recht touristisch geprägten Ort Clearwater (hat eher was von Eschborn...). Hier nehmen wir noch ein paar größere Brücken mit, ehe wir uns wieder an den Stellplatz heranpirschen.

Es geht auf die Abgabe des Mobils zu und so bereiten wir uns auf die „Heimreise“ vor. Am Freitag geht es dann ein letztes Mal über die Hochbrücke und dann auf die vielbefahrene Interstate 95, auf der es um Tampa recht eng und unübersichtlich wird. Das motiviert uns zu einem weiteren Landausflug über die kleinere Straße 92 ostwärts von Lakeland über Kissimmee bis direkt nach Orlando hinein.
 

31.01. - 01.02. Orlando / KOA Campground Lake Whippoorwill

Bei Regen kommen wir auf dem Platz an und bekommen den letzten freien Stellplatz. Gas können wir leider nicht sofort auftanken, da dies nach Auskunft der Campingplatzbetreiber wegen statischer Aufladung bei Regen verboten ist. Kathrin packt die Taschen und wir machen uns und das Wohnmobil abreisefertig.

Am nächsten Morgen ist es zunächst sehr neblig, klart dann aber etwas auf. Heute können wir den Gastank füllen und tanken auch an der nächsten Benzin-Tankstelle voll. Die Übergabe an Road Bear erfolgt unkompliziert mit einer freundlichen Unterhaltung und wir schließen dieses anfangs mehr ungute Kapitel ab, zumal sich auch der Wagen in einem einwandfreien Zustand zeigte. Die Sun-Pass-Regelung war im Nachhinein betrachtet zwar sehr beruhigend, den ausgegebenen Betrag von $ 50,-- (inkl. $ 9,-- Gerätebereitstellung) haben wir aber nicht einmal annäherungsweise „abgearbeitet“.


01.02. - 03.02. Double Tree by Hilton at Universal / Orlando

Ein altersschwaches Taxi mit einem dazu passenden, torfnasigen Fahrer bringt uns (tatsächlich!) in unser Hotel. Dort besorgt Kathrin als erstes mal einen Wheelchair für Bernd, der heute wieder ständig zunehmende Schmerzen hat und nicht laufen kann. So können wir uns wenigstens gemeinsam auf den Hotelgelände bewegen und im inzwischen sonnigen Innenhof eine Pizza essen gehen. An den Besuch eines Vergnügungsparks oder die einmal überlegte Anmietung einer Harley zum Abschluss ist nicht zu denken.

Am 2. Tag können wir noch einige Stunden am Pool bei herrlichstem Wetter sitzen und genießen. Das entschädigt ein wenig und so hätten wir uns das auch für die gesamte letzte Woche gewünscht!


 

03.02. - 05.02. Abreise

Am Abreisetag (Montag 03.02.) werden wir um 8:30 Uhr von einem zuvor bestellten Shuttle-Service zum Flughafen Orlando gefahren. Das Gepäck werden wir sofort los, da die Inlandsflüge bevorzugt schon vor dem Gebäude angenommen werden. Nach der Sicherheitskontrolle mit Körperscanner gehen wir in unser Gate. Um 11:10 kommt unser Flieger aus NY, um 10.11 Uhr wird unser Flug nach Newark wegen der Wetterlage gestrichen (Boarding wäre um 11:20 gewesen). Der Flug fällt aus, da im gesamten Bereich New York starke Schneefälle herunter kommen. Jetzt sitzen wir hier und keiner weiß wie es weiter geht. Kathrin stellt sich in einer langen Schlange zum Umbuchen an.

Zunächst stellen sich zwei United-Mitarbeiter im Gate den Fragen der Fluggäste, dann verabschiedet sich die eine (offensichtlich vorgesetzte) Dame nach nur einem Passagier mit dem Hinweis, sie müsse auf die Toilette. Der Mann (Leon) ist weiter bemüht, Lösungen anzubieten, es wird zwischenzeitlich eine Call-Center-Hotline freigeschaltet, über die US-Direktflüge ohne weitere Anschlusserfordernisse relativ schnell eine Umbuchung bekommen können. Die United-Dame kommt nicht wieder, die kleine Schlange an ihrem Schalter steht weiter wartend da, unsere wird leider auch kaum kleiner. Inzwischen (nach ca. ¾ Stunde) öffnet hinter uns ein „Customer-Care-Center“ und nimmt Fragen/Umbuchungen auf. Jetzt verabschiedet sich auch „unser“ Mitarbeiter mit dem Hinweis, er brauche einen Kaffee! Tatsächlich kommt er nach rd. 5 Minuten mit Getränk wieder. Später nimmt eine eher unerfahrene bis hilflose Kollegin die verlassene Schlange neben ihm wieder auf. Nach rd. 1 ½ Stunden erreicht Kathrin den Schalter. Leon versucht uns noch heute um 20:00 Uhr auf Frankfurt umzubuchen. Durch die lange Wartezeit ist dieser Flieger aber inzwischen bis auf den letzten Platz belegt. Er prüft, uns über London oder sonst irgendwie nach Europa zu bringen (der nächste Newark-Flug ist auch schon verspätet, keiner rechnet damit, dass der heute noch `rausgeht! Rd. 1.900 Flüge sollen an diesem Tag verspätet oder gestrichen worden sein!). Schließlich bucht er uns für den nächsten Tag auf den gleichen Flug nach NY, dann im Anschluss nach Frankfurt und Hamburg. Der geplante Aufenthalt in New York mit Manhattan-Rundfahrt war damit nicht mehr sinnvoll und wir waren ganz froh über die „direkte“ Rückreisemöglichkeit.

Die Kolumbianer hinter Kathrin in der Reihe werden an den „Customer-Care-Schalter“ geschickt, obwohl sie schon genau so lange gewartet hatten. Leon und seine Kollegin wurden schon dreimal per Funk an ihren neuen Einsatzort bestellt und „müssen nur tun, was ihre Vorgesetzten sagen“. Die Kolumbianer verlangen nach dem Vorgesetzten, der zwar gerufen wird – ob er aber kommt....?

Das allerdings heißt für uns: Übernachtung in Orlando! Also sichern wir uns erst einmal ein Hotelzimmer im Airport Hyatt Regency, das wir ja von der Herreise schon kennen.

Danach geht es an das Wiedererlangen unseres Gepäcks: Im Baggage-Claim-Office werden wir zunächst an irgendwelche Bänder verwiesen – hier ist aber nichts. Da Bernd wieder mit Schmerzen zu kämpfen hat, übernimmt jetzt Kathrin das Thema allein. Freundliches aber bestimmtes Auftreten veranlassen „Lorey“ zu einer umfangreichen Recherche auf verschiedenen Stationen und sie findet unsere Taschen tatsächlich nach einiger Zeit und vielen Anfragen – alle sind durch die Situation angespannt und genervt!

Mit Koffern ins Hotel, duschen, danach will „House-Keeping“ zum Telefon-Test in unser Zimmer, lassen das aber lieber sein, nachdem sie Kathrin im Handtuch an der Tür begegnet sind....!

Kathrin will sich gerade wundern, warum die eine Tasche nicht so gepackt ist, wie sie es ursprünglich gemacht hat (Bernd?????), als sie der Hinweiszettel anleuchtet, dass die Sicherheitsbehörde TSA den Koffer (wohl wegen des darin befindlichen Stativs) „untersucht“ hat. Es ist aber nach erster Sichtung noch alles da – inkl. der gekauften Souvenir-T-shirts!

Bei der anderen Tasche sind alle Kofferanhänger abgerissen. Wir improvisieren neue aus bereits benutzten....

Jetzt gönnen wir uns im Airport ein sehr leckeres, relativ preiswertes Asia-Essen bei „Panda Express“ und - auf diesen Tag hin - je drei kleine Bier.

Am nächsten Morgen verkündet der im Zimmer installierte Fernseher, der auch die Abflugtafel des Airports zeigt, dass unser Flug nach New York auch schon wieder Verspätung hat – gfls. bekommen wir die Anschlussflüge gar nicht!

Nach einem schnellen Frühstück von Starbuck´s checken wir aus, lassen uns von „Kurt“, dem Hoteldiener, mit dem Gepäck helfen und stellen uns an den United-Schalter (mit Personalbesetzung) an. Dieser ist zwar eigentlich für die abreisenden Tänzerinnen eines Wettbewerbs vom Wochenende reserviert; der United-Mann begreift aber sofort die missliche Situation und öffnet einen Schalter für uns!

Er bucht uns jetzt um auf: Orlando – Chicago, Chicago – Frankfurt, Frankfurt – Hamburg. Ein Direktflug nach Frankfurt geht heute nicht und ein neuer Schneesturm zieht in den Nordosten der USA ein!

Mangels Alternativen nehmen wir diese Möglichkeit, und zum ersten Abflug müssen wir uns auch schon beeilen (Sicherheitscheck mit den ganzen „chicks“ und ihren Betreuern).

Der Flieger nach Chicago ist glücklich erreicht. Dort haben wir wiederum 4 Stunden Aufenthalt, was angesichts der Wetternachrichten und einsetzender Schneeflöckchen mit einem gewissen Unbehagen verbunden ist. Der Versuch, eine 2 Stunden frühere Maschine zu nehmen, scheitert an freien Plätzen.

Als wir das Flugzeug besteigen, liegt schon eine recht dicke Schneeschicht auf den Tragflächen und im Fenster sammelt sich auch immer mehr....schaffen wir das noch rechtzeitig mit de-icing?

Ja, wir schaffen es – mit ein bisschen Verspätung gegen 18.20 Uhr)! Später erfahren wir, dass an diesem Abend im Norden und Nordosten wieder rd. 3.000 Flüge storniert wurden oder verspätet waren.

Der Kapitän gibt zusammen mit dem Rückwind kräftig Gas: Schon nach weiteren rd. 7 ¾ Stunden landen wir gegen 9.00 Uhr Ortszeit in Frankfurt (die aber sehr mühsam sind, da wir beide nicht schlafen können (Licht, Kindergeschrei, unbequeme Sitze). Wir sind beide ziemlich übermüdet nach den letzten Tagen.

In Frankfurt werden wir dann „terroristenmäßig“ unter die Lupe genommen, dagegen waren die US-Kontrollen noch harmlos: Der Pieper ist so empfindlich eingestellt, dass er selbst ohne Metall anschlägt. Also Schuhe aus, nochmal durch, abtasten, Handgepäck filzen, unser mitgebrachtes US-Mineralwasser, durfte zwar im Flugzeug mit, aber nicht in den Frankfurter Flughafen hinein.......

Angenervt gönnen wir uns noch einen Cappuccino und einen Croissant, dann geht’s zum Gate nach Hamburg. Gegen 12.15 Uhr fliegen wir dann Richtung Heimat, wo uns nach der Landung das nächste Abenteuer erwartet:

Eine unserer Taschen ist nicht mitgekommen! In der Gepäckermittlung kann man schon sehen, dass die Tasche nach dem Flug von Orlando nach Chicago auch die Weiterreise (der Flugnummer) nach Seattle angetreten hat und nun dort als „herrenlos“ geführt wird. Sie wird in den nächsten Tagen nachgeliefert und kommt dann tatsächlich – aufgrund der Flugverzögerungen nach dem zweiten Schneesturm – am Samstag gegen 17.30 Uhr.

Es kam kein TSA-Mitarbeiter als „Jack-in-the-Box“ aus dem Koffer.........


 

Als dann alles „durch“ war, also insbesondere wir und dann noch das Gepäck wieder heil zu Hause waren, schoss Kathrin der Gedanke durch den Kopf: „failure is not an option...“ - wie bei Apollo 13: trotz aller Widrigkeiten irgendwie nach Hause gekommen!


 

Copyright 2014 eurotourer.de

Home | Salzburg | Berlin | Pivka Jama | Fotos Bled | Dolceaqua | Ravenna | San Marino | Montepulciano | Perugia | Locarno | Monaco | Piran | Barcelona | Karibik2013 | Florida2014

Stand: 17.02.14