25.08.13

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Kleine Straßen rund um Freudenstadt (2)

 

Vom Campingplatz Langenwald aus fahren wir zunächst zum Tanken nach Freudenstadt (City!). Von da aus möchten wir nicht über große Bundesstraßen in unser heutiges „Wedelrevier“ geleitet werden und verlassen uns daher auf unser Navi. Das führt uns tatsächlich sofort auf eine kleine Dorfstraße nach Grüntal, weiter auf schmalen, hügeligen Wiesenwegen in die beschaulichen Dörfchen Unter- und Obermusbach mit fast rein einheimischer Struktur. In letzterem befindet sich allerdings der Direktverkauf der regional bekannten und geschätzten Räucherei der Familie Wein, der auch gern von Touristen aufgesucht wird. Davon ist heute aber nichts zu merken.

Ein kleines Schild führt uns Richtung Kälberbronn durch ein verwunschenes kurviges Waldstück – das Glatteiszeichen muss uns wohl jetzt im August nicht so sehr interessieren….

Über eine kleine gelbe Landstraße mit überraschend scharfen Kurven erreichen wir das Örtchen Erzgrube, das sich am Anfang des Naherholungsgebietes an der hübschen Nagold-Talsperre befindet. Hier gibt es viele Parkmöglichkeiten, seichte Badestellen, nette Ausflugslokale und Spazierwege. Das Wasser leuchtet blau-grün und lädt zum Baden ein, zumal heute in der Woche außer einer Motorradgruppe bei der Rast kaum Leute da sind. Die Straße schwingt sich munter in gut fahrbaren Kurven entlang des Stausees und später des Flüsschens. Letztes Mal haben wir das sehr kleine, enge Teerband über Beuren nach Simmerfeld genommen, heute probieren wir `mal die etwas größere Straße ab Altensteig aus, die sich etwas weniger spektakulär, aber zügiger fahren lässt.

In Simmerfeld überqueren wir die B 294 und düsen auf gutem Belag rd. 8 km mit viel Spaß über fantastische Kurven in das etwas touristischere Dörfchen Enzklösterle mit einigen Hotel und Gaststätten. Rechts ab Richtung Bad Wildbad und nach wenigen Kilometers wieder links nach Kaltenbronn: Hier arbeitet sich eine wiederum landschaftlich und fahrerisch sehr reizvolle Strecke durch das Lichtspiel des Waldes den Berg hinauf. Oben ist die enge Kurvenstrecke aufgrund des regen Wanderbetriebs mit Recht auf 50 km/h reduziert, nach dem Pass geht es aber zügig weiter bergab. Die Ausbaustrecke endet irgendwann und man bekommt ein ganz anderes Gefühl für die Signale, die das Mopped an den Fahrer zurück meldet. Nicht nur der Belag, auch die Streckenführung wird abenteuerlich: enge Passagen mit uneinsehbaren Kurven, dafür aber reger, nicht immer kleiner Gegenverkehr – Obacht also! Sogar unser Navi verliert beim ersten Mal die Orientierung und zeigt uns an, dass wir „neben der Straße“ fahren.

Wir erreichen trotzdem den sehr ursprünglichen Ort Reichental. Das Rathaus und viele der Hausfundamente sind hier aus dem landestypischen roten Feldstein gemauert. Überall sieht man schön gearbeitete Fachwerkfassaden, die allerdings nicht so auf Hochglanz poliert sind, wie in den „Besucherstädtchen“.  Die Straße windet sich zwischen den Gebäuden z.T. einspurig hindurch. Danach wird der Streckenbelag wieder besser und der Weg führt wieder in großzügigeren Kurven am Flüsschen entlang nach Hilpertsau.

Hier biegen wir nach links auf die B 462 Richtung Forbach ein, wissen aber, dass die Strecke zwischen Forbach und Raumünzach gesperrt ist, müssen also einen „Ausstieg“ auf die B 500 finden.  An dem auf der anderen Flussseite gelegenen, mit reichlich Blumenschmuck verziertem Dorf vorbei düsen wir an der Murg entlang bis endlich ein Rechtsabbieger nach Bermersbach auftaucht. Diese Straße kennt keine Geraden, ist anfangs noch einigermaßen breit und aus gutem Grund für LKW gesperrt. Das kann einen französischen Bus aber nicht aufhalten! Wir sehen zu, dass wir ihn so schnell wie möglich noch auf den ersten Metern überholen – danach ergibt sich keine Gelegenheit mehr…..Was der Busfahrer sicher nicht weiß, ist, dass oben im Dorf eine Baustelle eingerichtet ist, die die gerade Weiterfahrt verhindert. Die Umleitung erfolgt über eine Spitzkehre, die von uns mit einiger Mühe, von PKW mit einigem Rangieren und von längeren Fahrzeugen überhaupt nicht befahren werden kann. Wendemöglichkeiten bieten sich nicht wirklich an!

 Nachdem wir an der Baustellenampel eine Zeit gewartet haben, sehen wir beim Weiterfahren den Bus an der Ampel stehen – er dürfte sich jetzt seines Problems bewusst werden…..später wiedergesehen haben wir weder ihn noch das folgenden Auto.

Die Straße schlängelt sich eng am Berg entlang, ist recht schmal und der Belag berichtet von harten Wintern, allerdings ohne Schwerlastverkehr. Eine solche Straße erinnert mich eher an die Bergregion hinter Bled in Slowenien. Wir halten an einem Aussichtspunkt, an dem es nicht nur einen schönen Blick auf das Bergpanorama sondern auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenschachtel mit arabischer Schrift gibt – nicht einmal hier beherrschen sich die Leute!

Wenige Meter danach fahren wir an der Bergkuppe „Rote Lache“ vorbei, wo einige urige Ausflugslokale zur Einkehr einladen.

Wir wedeln aber weiter bergab, wieder über eine so typische kleine Bergstraße (eine Seite Fels, die andere Abhang) und landen schließlich in Oberbeuern, einem Vorort von Baden-Baden. Von hier aus führen uns Wegweiser zielsicher auf die Schwarzwaldhöhenstraße (B 500), die schon früh mit zwar gut ausgebauten, aber sich recht eng zuziehenden Kurven aufwartet. Unsere inzwischen erreichte Schräglagenroutine verleitet Bernd zur zügigen Fahrt, was sofort mit dem zweimaligem Aufsetzen der rechten Fußraste, die allerdings bei der Tiger recht hoch sitzt, quittiert wird. Wir legen eine kurze Schreckpause ein und begutachten die angeschreddelte Raste von unten. Da sonst nichts passiert ist, fahren wir – vielleicht etwas vorsichtiger – weiter über die üppige Kurvenstrecke hinauf zur Bühlerhöhe. Die B 500 zieht sich am Kamm durch den hohen Kiefernwald, der immer wieder wunderbare Ausblicke freigibt.

Am Mummelsee ist wie immer viel Betrieb. Es ist eines der touristischen Highlights auf der Straße mit Buden, Gaststätten und natürlich der Umrundungsmöglichkeit um den See. Danach steht uns nicht der Sinn. Somit düsen wir weiter und hungern nach der bereits im ersten Teil (nur anders herum) gefahrenen Kurvenspaß-Strecke nach Allerheiligen bzw. Oppenau und anschließend über den genialen, gut zu fahrenden Lindwurm auf die 500 zurück nach Kniebis  Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück über die B 28 zu unserem Campingplatz, was ganz gut ist, da von Frankreich her dunkle Wolken aufkommen.

Noch vor dem Regen erreichen wir sicher unser temporäres Zuhause.


 

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Stand: 25.08.13