Kleine Straßen rund
um Freudenstadt (1)
Von Freudenstadt aus nehmen wir nach dem Tanken
zunächst Kurs auf die B28 und biegen dann unmittelbar nach dem
Besucherbergwerk „Heilige Dreikönige“ links auf die kleine Straße
Richtung Bad Rippoldsau ein. Diese schlängelt sich zunächst in
munteren S-Kurven durch ein lichtes Waldstück zum Oberen Zwieselberg
hinauf. Ab da geht´s als weiterer Muntermacher ca. 10 % bergab mit
flotten Kurven und ersten – unangekündigten - Spitzkehren am Hang
entlang bis wir nach Bad Rippoldsau, ein eher verschlafenes
Winternest mit Kurbetrieb, kommen. Ab jetzt öffnet sich das Tal ein
wenig, die Straße meandriert gemeinsam mit dem Bächlein an typischen
Häusern mit hübschen Holzverzierungen vorbei. Wo die Hänge nicht
bewaldet sind, zeigen sich ordentlich „geschorene“, steile Wiesen,
die sehr intensiv wie Kräuterhustenbonbons riechen. In den Vorgärten
und Balkonkästen blühen üppig bunte Sommerblumen aller Art. Aber
immer schön auf die Straße mit ihren recht zackigen Kurven achten!
Fährt man die Straße weiter, kommt man in den
sehr ansehnlichen Fachwerkort „Wolfach“. Zwischen den beiden
Stadttoren befindet sich die Hauptstraße mit bunt bemalten und
reichlich verzierten Fassaden. Dahinter erreicht man einen
Raiffeisen-Laden, der Einiges Urtypisches feilhält, u.a.
hervorragende Obstbrände aus Sassbachwalden. Ein Abstecher lohnt
also aus mehreren Gründen!
Wir biegen heute allerdings in Schapbach nach
rechts ab, der Ausschilderung nach Bad Peterstal-Griesbach folgend:
Eine enge Straße schraubt sich mit recht gutem Belag und sportiven
Kurven – und wieder einigen Spitzkehren – zackig am Berg hoch und
anschließend wieder runter. Nach den kleinen Kurorten geht es dann
richtig los: Die Straße sieht auf der Karte aus, als hätte sich ein
Kleinkind beim Malen verwirklicht und die Karte verspricht nicht zu
viel! Kaum zu glauben, es handelt sich um die Bundesstraße 28 in
Richtung der Schwarzwaldhöhenstraße B 500!
Diese Strecke besteht nur aus Super-Kurven und
gut zu fahrende Spitzkehren ( „Tornanti“), die wiederum ohne
irgendwelche Vorwarnung daherkommen! Ein satter Kurvenspaß, bei dem
man allerdings einige „Hindernisse“ (LKW, langsame PKW) bei sich
bietender Gelegenheit hinter sich lassen muss. Vorsicht ist aber
allemal geboten – man ist hier nicht alleine auf der Bahn!
Die beschwingte Tour beschert einem kurz vor
dem Abzweig zur B 500 noch herrliche Ausblicke Richtung Frankreich
und das bergige Panorama.
Auf der breiten, übersichtlichen und gut
befahrbaren B 500 gibt´s erst einmal ein kleines Päuschen auf einem
Parkplatz. Wir beschließen, noch weitere Kurven unter die Räder zu
nehmen und biegen nach wenigen Metern links ein Richtung „Zuflucht“.
Hier befindet sich einerseits ein Ausflugslokal und wenig später
auch ein genialer Aussichtspunkt, bei dem man preiswert frische
Früchte an einem Stand mit „Vertrauenskasse“ erwerben kann. Nach
intensiv genossenem Blick und Anruf bei Doris (das wäre hier
absolut `was für sie!) stürzen wir uns in das nächste Abenteuer:
Eine schmale Straße mit völlig neuem Belag windet sich in zackigen
Kurven den Hang hinunter, zunächst „mit Ausblick“, dann durch ein
wildromantisches Waldstück. Es gibt quasi keine gerade Strecke und
man muss jede Kurve eng ausfahren, da man den – wenn auch spärlichen
– Gegenverkehr erst im letzten Moment wahrnimmt. Bei flotter, aber
immer noch angemessener Geschwindigkeit schlägt diese Strecke mit
ihrer atemberaubenden „Wedelei“ so manche Jahrmarkt-„Express-Bahn“;
beim Gucken des GroPro-Films, den Bernd aufgenommen hat, wird einem
fast schwindelig!
In Oppenau biegen wir dann wieder Richtung B
500 ein. Der Lierbach, die Straße und die Häuser des Ortes teilen
sich die enge Schlucht des Tals. Die Straße folgt kurvenreich dem
Hang, an der einen Seite schroff bergauf begrenzt, auf der anderen
tief abwärts und immer mit Ausblick auf hügelige
„Schwarzwaldlandschaften“ mit Wald, Fels und gemähten Wiesen.
Touristisch beliebt sind die
Allerheiligen-Wasserfälle und die im weiteren Verlauf folgende-Ruine.
Ab da reizt die Straße uns aber sichtlich mehr. In unregelmäßiger
Folge wechseln sich anspruchsvolle Kurvenlagen und schnelle Tornanti
ab, schrauben sich wieder durch ein wunderschönes Waldstück links
und rechts zur Höhenstraße herauf. Bei einem früheren Aufenthalt
haben wir „Start“- und „Ziel“-Markierungen auf der Straße gesehen,
was eindeutig darauf hindeutet, was an den Wochenenden hier passiert
(also, dann besser den Einheimischen überlassen….).
Mit wiederum kurzen Panorama-Ausblicken und ein
paar „Kreiselkurven“ verabschiedet uns die Straße auf die B 500, die
wir aber quasi nur queren und Richtung Baiersbronn – wenn auch
wesentlich unspektakulärer, aber immer noch beschwingt - abwärts
wedeln. Diese Straße ist als Zubringerstraße deutlich breiter, aber
trotzdem schön zu fahren, bis sich die Ortschaften aneinanderreihen
und uns nach Freudenstadt zurückführen.
Für heute haben wir eine tolle Fahrt mit
absolutem Kurvenspaß hinter uns gelassen – das kann man dann auch im
Nachhinein – mit und ohne Film - noch einmal genießen!
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