24.08.13

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Kleine Straßen rund um Freudenstadt (1)

Von Freudenstadt aus nehmen wir nach dem Tanken zunächst Kurs auf die B28 und biegen dann unmittelbar nach dem Besucherbergwerk „Heilige Dreikönige“ links auf die kleine Straße Richtung Bad Rippoldsau ein. Diese schlängelt sich zunächst in munteren S-Kurven durch ein lichtes Waldstück zum Oberen Zwieselberg hinauf. Ab da geht´s als weiterer Muntermacher  ca. 10 % bergab mit flotten Kurven und ersten – unangekündigten - Spitzkehren am Hang entlang bis wir nach Bad Rippoldsau, ein eher verschlafenes Winternest mit Kurbetrieb, kommen. Ab jetzt öffnet sich das Tal ein wenig, die Straße meandriert gemeinsam mit dem Bächlein an typischen Häusern mit hübschen Holzverzierungen vorbei. Wo die Hänge nicht bewaldet sind, zeigen sich ordentlich „geschorene“, steile Wiesen, die sehr intensiv wie Kräuterhustenbonbons riechen. In den Vorgärten und Balkonkästen blühen üppig bunte Sommerblumen aller Art. Aber immer schön auf die Straße mit ihren recht zackigen Kurven achten!

Fährt man die Straße weiter, kommt man in den sehr ansehnlichen Fachwerkort „Wolfach“. Zwischen den beiden Stadttoren befindet sich die Hauptstraße mit bunt bemalten und reichlich verzierten Fassaden. Dahinter erreicht man einen Raiffeisen-Laden, der Einiges Urtypisches feilhält, u.a. hervorragende Obstbrände aus Sassbachwalden. Ein Abstecher lohnt also aus mehreren Gründen!

Wir biegen heute allerdings in Schapbach nach rechts ab, der Ausschilderung nach Bad Peterstal-Griesbach folgend: Eine enge Straße schraubt sich mit recht gutem Belag und sportiven Kurven – und wieder einigen Spitzkehren – zackig am Berg hoch und anschließend wieder runter.  Nach den kleinen Kurorten geht es dann richtig los: Die Straße sieht auf der Karte aus, als hätte sich ein Kleinkind beim Malen verwirklicht und die Karte verspricht nicht zu viel! Kaum zu glauben, es handelt sich um die Bundesstraße 28 in Richtung der Schwarzwaldhöhenstraße B 500!

Diese Strecke besteht nur aus Super-Kurven und gut zu fahrende Spitzkehren ( „Tornanti“), die wiederum ohne irgendwelche Vorwarnung daherkommen! Ein satter Kurvenspaß, bei dem man allerdings einige „Hindernisse“ (LKW, langsame PKW) bei sich bietender Gelegenheit hinter sich lassen muss. Vorsicht ist aber allemal geboten – man ist hier nicht alleine auf der Bahn!

Die beschwingte Tour beschert einem kurz vor dem Abzweig zur B 500 noch herrliche Ausblicke Richtung Frankreich und das bergige Panorama.

Auf der breiten, übersichtlichen und gut befahrbaren B 500 gibt´s erst einmal ein kleines Päuschen auf einem Parkplatz.  Wir beschließen, noch weitere Kurven unter die Räder zu nehmen und biegen nach wenigen Metern links ein Richtung „Zuflucht“. Hier befindet sich einerseits ein Ausflugslokal und wenig später auch ein genialer Aussichtspunkt, bei dem man preiswert frische Früchte an einem Stand mit „Vertrauenskasse“ erwerben kann. Nach intensiv  genossenem Blick und Anruf bei Doris (das wäre hier absolut `was für sie!) stürzen wir uns in das nächste Abenteuer: Eine schmale Straße mit völlig neuem Belag windet sich in zackigen Kurven den Hang hinunter, zunächst „mit Ausblick“, dann durch ein wildromantisches Waldstück. Es gibt quasi keine gerade Strecke und man muss jede Kurve eng ausfahren, da man den – wenn auch spärlichen – Gegenverkehr erst im letzten Moment wahrnimmt. Bei flotter, aber immer noch angemessener Geschwindigkeit schlägt diese Strecke mit ihrer atemberaubenden „Wedelei“ so manche Jahrmarkt-„Express-Bahn“; beim Gucken des GroPro-Films, den Bernd aufgenommen hat, wird einem fast schwindelig!  

In Oppenau biegen wir dann wieder Richtung B 500 ein. Der Lierbach, die Straße und die Häuser des Ortes teilen sich die enge Schlucht des Tals. Die Straße folgt kurvenreich dem Hang, an der einen Seite schroff bergauf begrenzt, auf der anderen tief abwärts und immer mit Ausblick auf hügelige „Schwarzwaldlandschaften“ mit Wald, Fels und gemähten Wiesen.

Touristisch beliebt sind die Allerheiligen-Wasserfälle und die im weiteren Verlauf folgende-Ruine. Ab da reizt die Straße uns aber sichtlich mehr. In unregelmäßiger Folge wechseln sich anspruchsvolle Kurvenlagen und schnelle Tornanti ab, schrauben sich wieder durch ein wunderschönes Waldstück links und rechts zur Höhenstraße herauf. Bei einem früheren Aufenthalt haben wir „Start“-  und „Ziel“-Markierungen auf der Straße gesehen, was eindeutig darauf hindeutet, was an den Wochenenden hier passiert (also, dann besser den Einheimischen überlassen….).

Mit wiederum kurzen Panorama-Ausblicken und ein paar „Kreiselkurven“ verabschiedet uns die Straße auf die B 500, die wir aber quasi nur queren und Richtung Baiersbronn – wenn auch wesentlich unspektakulärer, aber immer noch beschwingt - abwärts wedeln. Diese Straße ist als Zubringerstraße deutlich breiter, aber trotzdem schön zu fahren, bis sich die Ortschaften aneinanderreihen und uns nach Freudenstadt zurückführen.

Für heute haben wir eine tolle Fahrt mit absolutem Kurvenspaß hinter uns gelassen – das kann man dann auch im Nachhinein – mit und ohne Film - noch einmal genießen!  

 


 

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Stand: 24.08.13