23.05.13

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AIDAaura
AIDAaura2013

 


AIDA-Reise Adria 3 (Venedig - Korfu - Bari - Dubrovnik - Zadar - Ravenna - Venedig)

12. Mai 2013, 7.30 Uhr: Carola ist so lieb, uns zum Flughafen Hamburg zu fahren, wo wir uns als Erstes in die doch schon beachtliche Schlange am Germanwings-Schalter anstellen. Diese begründet sich i.W. daher, dass nur ein Schalter besetzt ist und auch keine Check-in-Automaten in Funktion sind. Das Germanwings-Schild "Zeit ist Geld - bei uns sparen Sie beides!" wirkt wie der blanke Hohn dabei....

Nachdem sich einige Zeit nichts Erkennbares getan hat, eröffnet dann doch ein zweiter und ca. 1 Stunde vor Abflug auch noch ein dritter Schalter!

Der 1 1/2 stündige Flug ist zwar um ca. 15 Minuten verspätet, verläuft dann aber reibungslos. Unsere Sitze in der 6. Reihe bieten eine komfortable Beinfreiheit, der "leckere Snack" entpuppt sich als eine Schwarzbrotbemme, bei dem man den Belag eher sucht.

In Venedig gelandet, holen wir unsere Koffer und stellen uns wieder an - diesmal in die Schlange des AIDA-Shuttlebus. Nach rd. 20-minütiger Fahrt erreichen wir dann die AIDAaura - und eine neue Schlange zum Einchecken, die uns nochmals rd. eine Stunde kostet. (Es gibt keine Unterscheidung mehr nach Decks sondern nach Clubstatus, so dass nur Vielfahrer in den Genuss einer schnellen Abwicklung kommen).

Das Warten hat uns jedoch ermöglicht, schon einen Blick in den heutigen Tagesplan zu werfen: Die Seenotrettungsübung findet schon heute um 18.30 Uhr statt! Es ist schon ca. 13.30 Uhr und wir wollen noch nach Venedig `rein! Also noch schnell einen kleinen Happen einwerfen - vor 19.00 Uhr gibt´s nichts mehr für uns - und los:

Venedig (12.05.2013):

Von der Stazione Marittima Merci aus, nur ein paar Schritte vom Liegeplatz der AIDAaura entfernt, legt mit der Linie "Alilaguna" halbstündlich ein "Wasserbus" mit Ziel Markusplatz ab. Hin- und Rückfahrt kosten zusammen Euro 15,-- und dauern rd. je 20 Minuten über den Canale della Giudecca. Schon glaubt man den Markusplatz nebst Campanile (Turm) zu sehen, aber der erste Blick fällt auf ein ähnliches Bild auf der südlich gelegenen Insel Isola di S. Giorgo Maggiore. Dort befindet sich das imposante Benediktinerkloster "Fondazione Cini" und die Kirche S. Giorgio Maggiore mit dem campanile-ähnlichen Turm.

Dann kommt aber der wichtigste Platz Venedigs in Sicht - die Piazza San Marco. Das Boot hält unmittelbar daneben und schon stehen wir mitten drin: Heerscharen von Touristen - mit und ohne Führer - tummeln sich in der Stadt; Asiaten gruppieren sich hinter hochgehaltenen Schirmen. Es ist Sonntag und offenbar auch noch ein Feiertag - kaum ein Bein an die Erde zu bekommen!

Dennoch besticht die Szenerie durch die eindrucksvollen Fassaden und Gebäude: Vor uns erhebt sich der Dogenpalast mit seinen Säulen, aufwendigen Verzierungen und Skulpturen - gigantisch! Daneben trohnt der Campanile in seiner ganzen Schönheit über der Stadt. Die kleine Piazza wird von zwei Säulen begrenzt, auf denen die Figuren der heiligen Theodor und des geflügelten Markuslöwen zu sehen sind. Rechts beeindruckt die Basilika di San Marco durch ihre 5 Kuppeln und ihre Fassade, die mit wunderbaren Gemälden verziert ist. Für eine Innenbesichtigung haben wir leider keine Zeit: Die goldenen Mosaiken wären sicher sehenswert gewesen.

Dafür erkunden wir jetzt den "großen Markusplatz", der ebenfalls von beachtlichen Kolonadenbauten umgeben ist. Boutiquen und Glaskunsthandwerk finden sich hier, historische Cafés untermalen ihre spezielle Atmosphäre mit eigenen Caféhaus-Musikern und eines darf auf gar keinen Fall fehlen: die Tauben! Die sind derart an Menschen gewöhnt, dass man aufpassen muss, nicht aus Versehen auf eine zu treten. Dafür "beglücken" sie den einen oder anderen Besucher mit einer "bleibenden Erinnerung" - so wie später auch bei Bernds T-Shirt!

Wir "arbeiten" uns am Ufer entlang und entdecken dabei einige sehr hübsche Brücken, u.a. neben dem Dogenpalast die Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri), beobachten das geschickte Treiben der Gondoliere in den engen Kanälen und versuchen uns bei der Vielzahl der gebotenen Reize und Herausforderungen zu orientieren. Das bringt uns zu einem Ausflug in die engen Gassen bzw. Kanäle der "zweiten Reihe", wo sich malerische Bilder aus kleinen Treppen, Brücken, schmalen Gängen mit winzigen blumengesäumten Cafés und immer wieder hübschen Fassaden zeigen. Und überall staken sich die Gondoliere mit ihren romantisch verklärt schauenden Gästen durch.

Unsere Zeit erlaubt leider nur einen kleinen Einblick in die Stadt, so bekommen wir z.B. die Rialto-Brücke nicht zu Gesicht. Da wir auch nicht mit der allerletzten Fähre auf die AIDA zurückkommen wollen - und nachdem Bernd dann auch standesgemäß auf dem Markusplatz noch von einer Taube "beglückt wurde", treten wir den Rückweg an und genießen noch einmal die Bootsfahrt.

Das lässt uns dann auch noch Zeit zu einem "Begrüßungs-Prosecco" in der Anytime-Bar auf Deck 10.

Jetzt noch schnell duschen, dann um 18.30 Uhr die Seenotrettungsübung hinter sich bringen und ab zum Essen in das Calypso-Restaurant.

Wir lassen den doch insgesamt sehr anstrengenden Tag beim Wein ausklingen, die AIDA läuft gegen 21.00 Uhr aus und wir fahren noch einmal an der jetzt wunderbar beleuchteten Stadt mit ihren imposanten Bauwerken vorbei.

Den anschließenden Seetag (13.05.2013) verbringen wir mit Sonnen auf Deck 10 (wir sind beide keine Freunde von Pooldeck und Animation). Ein kurzer Schauer treibt uns zu einem kleinen Snack ins Calypso. Danach hat uns Deck 10 zum Sonnen wieder.

Beim Abendessen bekommen wir "Gesellschaft" von einem Paar, das mit einer größeren Reisegruppe unterwegs ist. Größere Gruppen fallen ja grundsätzlich auf, diese besticht aber noch mit sprachlichen Herausforderungen und ziemlich penetrantem Auftreten. Unser Pärchen schweigt sich zunächst aus, und es ist klar erkennbar, dass sie uns zu gern zu Gunsten ihrer Kumpels weggraulen möchten. Aber so schnell geben wir nicht auf! Wie schon beruflich häufig angewandt, führt ja bekanntlich der, der fragt. Also müssen sie uns schon ein paar Antworten auf höflich interessierte Fragen zu ihrer Reise beantworten und bekommen doch noch so etwas wie ein Gespräch hin. Letztlich verabschieden sie sich mit ihren Freunden ins Theater....gemocht haben wir uns gegenseitig nicht!

 

Korfu (14.05.2013):

Leider bekommen wir schon am nächsten Morgen wieder Kontakt zu eben jener Reisegruppe (die wir - in Anlehnung an ein ähnliches Erlebnis auf der "Albatros" - in Reisegruppe "Hütentüt" umbennen).

Die Insel Korfu haben wir schon mehrfach umsegelt, kennen aber das Binnenland so gut wie gar nicht. Deshalb haben wir heute die große Inselrundfahrt als AIDA-Ausflug gebucht. Beim Treffen im Theater sind auch einige der "Hütentüts" dabei und outen sich gleich durch markige Kommentare. Zum Glück findet der Ausflug mit zwei Bussen statt und die "Hütentüts" werden von ihrer mitfahrenden Reiseleiterin in dem anderen untergebracht!

Die Fahrt führt von Korfu-Stadt aus zunächst quer über die Insel in den Ort Paleokastritsa, an dem ein wirklich hübsches kleines Kloster mit netter Gartenanlage zu besichtigen ist. Unsere Führerin "Sissi" ist gebürtige Deutsche, lebt aber seit rd. 40 Jahren auf Korfu und ist nicht nur sehr sachkundig sondern auch extrem witzig. Spätestens wenn sie zu lachen anfängt, kann keiner widerstehen mit zu lachen.

Über eine schmale, kurvenreiche Straße kämpft sich der Bus mit abenteuerlichem Einsatz des Fahrers den Berg hoch. Ziel ist der Ort Lakones, wo sich von der Aussichtsterrasse des Golden Fox (=Bella Vista) ein fantastischer Ausblick hoch über Bucht und Meer ergibt.

Die kleine Straße bietet rd. je einen Finger breit mehr Platz als der Bus tatsächlich braucht. Sissi erzählt noch einige Anekdoten über ängstliche Touristen und todesmutige Busfahrer ehe wir in Makrades zu einem kurzen Spaziergang aussteigen, an dem wir eine "kleine Olivenlehre" mit Anschauungsmaterial vermittelt bekommen.

Durch weitere Olivenhaine und Wäldchen aus Eukalyptusbäumen und Korkeichen und Buchen fahren wir über den "Trompetenpass" an die Nordküste der Insel nach Acharavi. Hier gibt es im Restaurant "the Pumphouse" ein leckeres Essen mit verschiedenen griechischen Vorspeisen, der Spezialität Korfus "Sofrito" (Rindfleisch in Knoblauch-Weißwein-Sauce) und Obst. Die Aussicht auf Nahrung weckt sogar bei den sonst eher behäbigen älteren Mitfahrern die Lebensgeister: man kann gar nicht schnell genug zusehen, wie sie im Restaurant verschwinden! Das führt dazu, dass wir lediglich an einem Tisch der "Hütentüts", die schon eher da waren, Platz finden. Zum Glück ist die stilvolle griechische Musik so laut, dass sie relativ schnell flüchten bzw. man sowieso sein eigenes Wort nicht versteht.

Weiter geht es auf jetzt breiteren Wegen über die grüne Insellandschaft. Über Kassiopi geht es auf steil zum Meer hin abfallende Felsen. In den unten liegenden Buchten bieten kleine "Konobas" Speisen und Getränke an; hier haben wir auch schon einmal als Segler angelegt und Rast gemacht.

Weiter südlich bei Ipsos führt die Straße dann direkt am Strand entlang, was manchen Fahrer zu einer sonst eher ungewohnt langsamen Durchfahrt motiviert - insbesondere wenn die Damenwelt sich etwas freizügiger gibt.....

Unser Ausflug endet in Korfu-Stadt mit einem kleinen Stadtbummel: Sissi zeigt uns noch die Kathedrale und erzählt von den hier üblichen Bräuchen, die auch von jungen Menschen traditionell gepflegt werden. Die engen Gassen mit den kleinen Geschäften erinnern uns irgendwie an den Souk von Tanger. Es gibt aber auch hier selbstverständlich Häuser venezianischer Bauweise. Ferner locken die Esplanade, die für die Anlage in Paris modellhaft hier aufgebaut wurde, und die beiden Festungen zum Besuch, wofür uns aber mehr Zeit fehlt. Schließlich bringt uns der Bus über den alten Hafen zum Schiff zurück, das heute auch schon um 18.00 Uhr wieder ablegt.

Unsere heutigen Tischnachbarn haben gerade einen Krankenhaushorror hinter sich gelassen: Er sollte aufgrund einer akuten Tromboseerkrankung eine Untersuchung im Krankenhaus durchführen lassen, die die Schiffsärztin vorsorglich angeordnet hatte. Dort wollte man ihn jedoch unbedingt noch heute operieren, trotzdem sich das Paar vehement dagegen verwehrte. Nach diversen Streitigkeiten und Berechnung von rd. Euro 1.400,-- konnten sie gerade noch das Schiff erreichen! Was für eine Story!

 

Bari (15.05.2013):

Heute morgen gegen 8.0 Uhr haben wir im Hafen von Bari festgemacht, der direkt an der Altstadt liegt. Zu Fuß begeben wir uns auf einen Spaziergang durch das Städtchen. Durch kleine enge Gassen mit den obligatorischen Wäscheleinen im 1.Stock erkunden wir unseren Weg entlang einiger Gemüse- und Nudelstände, immer begleitet von viel zu schnell fahrenden Motos. An der Basilika San Nicola vorbei erreichen wir die Promenade und folgen dieser bis zur Markthalle. Von hier aus geht es über die Piazza Mercantile wieder in das Altstadtgassengewirr zur Festung Svedo di Bari. Nach deren Umrundung wieder hinein ins Getümmel zur Kathedale mit ihrer eher schlichten Eleganz aus weißen Säulen. Dieser Stil fand auch in der Basilika San Nicola Anwendung, allerdings sind die Decken dort reichlich verziert. Die Einwohner Baris hatten 1087 nach Verlust ihres seinerzeitigen Einflusses die Gebeine des heiligen St. Nikolas aus Myra  entführt und hierher verbracht, um über diese Pilgerstätte auf sich aufmerksam zu machen. Bei den Führern in Bari nennt man das "vor den Sarazenen gerettet"!

Da wir auf den moderneren Teil der Stadt nicht so richtig Lust haben, genießen wir am Nachmittag die Annehmlichkeiten des Schiffs. Heute legen wir um 18.00 Uhr Richtung Kroatien ab.

 

Dubrovnik (16.05.2013):

Die AIDA liegt heute einige Kilometer von der Altstadt entfernt im Dubrovnik Gruz Port. Wir haben uns für je Euro 7,95 ein Shuttlebus-Ticket besorgt und sind auf den 9.30 Uhr Bus gebucht, der uns direkt vor dem Pile-Tor am Eingang der pittoresken, von hohen, dicken Mauern umgebenen Altstadt absetzt. Schon um diese Zeit sind eine Menge Touristen in der Stadt - und das soll im Laufe des Tages noch weiter zunehmen!

Nach Durchqueren des Stadttors entdeckt man zunächst den recht "bulligen" Onofrio-Brunnen, der Bestandteil des schon früh errichteten Wasserversorgungssystems ist. Nachdem er das verheerende Erbeben von1667 unbeschadet überstanden hatte, baute man ihm eine Kuppel aus Dankbarkeit. Aus demselben Grund wurde auch die benachbarte St. Saviour-Kirche gebaut. Wir schlendern den Stradun entlang, die zentrale Fußgängerstraße mit ihren glatten Steinen, Geschäften und Cafés, die quer durch die Altstadt führt. Man läuft unmittelbar auf den eindrucksvollen Sponza-Palast zu, neben dem ein Glockenturm mit einem Durchgang den Weg zum alten Hafen, dem Domenikanerkloster und dem Fort Revelin mit dem Ploce-Tor freigibt. Im alten Hafen befinden sich heute Sport- und Ausflugsboote und einige hübsch gelegene Restaurants. Vom Fort aus, das Teil der mächtigen Befestigungsanlage ist, hat man einen guten Blick über den Ostteil der Stadt.

Zurück auf dem Stradun entdecken wir nun die St. Blasius-Kirche mit ihrer blau schimmernden Kuppel. Jetzt wetteifern diverse stattlich Gebäude um die Blicke der Besucher: das Rathaus, der Rektorenpalast und die Kathedrale, die durch eine Spende von Richard Löwenherz errichtet wurde. Hinter der Kathedrale kommen wir zum kuscheligen Marktplatz, wo gerade die Stände aufgebaut werden. Unser Blick fällt auf eine hübsche Barocktreppe, die zu der prunkvollen, leider aber schlecht beleuchteten Jesuitenkirche führt. Von dort aus folgen wir einer Beschilderung, die uns "cold drinks and beautiful view" verspricht. Einige Treppen höher gibt es tatsächlich ein "Loch" in der Stadtmauer, durch das man zu einem auf dem Felsvorsprung gelegenen Café mit Aussicht auf die Adria gelangt. Uns zieht es indes weiter nach oben - vielleicht finden wir ja hier einen Einstieg auf die beeindruckende Stadtmauer? Durch malerische, enge Gassen und Stiege fast ganz ohne Touristen laufen wir an Hausmauern und kleinen Gärten entlang immer höher, parallel zur Stadtmauer. Ich frage schließlich einen Händler nach dem Einstieg und er erläutert uns, dass es nur zwei Eingänge - jeweils im Westen oder im Osten - gibt.

Also durch kleine Gassen wieder ganz nach unten, diesmal über eine Parallelstraße des Stradun zurück zum Pile-Tor. Hier kann man in einem kleinen Büro mit Akkordabwicklung für Kuna 90,-- (ca. Euro 12,--) ein Ticket für die Stadtmauerbegehung erwerben. Der Besuch ist ein unbedingtes Muss! Hat man erst einmal die steilen Treppenstufen auf die rd. 25 m hohe Mauer erklommen, bieten sich einem herrliche Ausblicke auf die Dächer und Architektur der mittelalterlichen Altstadt sowie auf die Adria. Die Mauer ist landseitig 4-6 m, seeseitig 1,5 -3 m dick und gilt aus uneinnehmbar. Für den rd. 2 km langen Rundgang, der nicht ohne Grund als "one-way" gekennzeichnet ist, benötigt man etwa eine gute Stunde. Dabei geht es immer wieder munter treppauf und treppab - man kann sich gar nicht sattsehen und fotografieren an diesen Ausblicken! Von hier oben aus erkennt man auch ganz deutlich, dass in dem Glockenturm zwei Figuren stehen, die scheinbar darauf warten, die Glocke mit ihren Hämmern zum Läuten zu bringen.

Zum Schluss erwartet uns dann noch ein Highlight: Der über allem ragende Minceta-Festungsturm mit seinen eindrucksvollen Zinnen - und einer sehr steilen Treppe! Man merkt seine Beine danach recht gut.....

Diese Stadt hat uns wirklich beeindruckt, auch deswegen, weil sie im Jugoslawien-Krieg erheblich beschädigt wurde (63% der Altstadtgebäude nach 238 Tagen Belagerung) und heute davon kaum noch etwas zu sehen ist.

Glück gehabt: Gerade als wir beschlossen haben, den Shuttlebus zurück zum Schiff zu nehmen, fängt es an zu regnen. Bis zum sehr frühen Auslaufen um 16.00 Uhr und danach beim Abendessen lassen wir es uns auf dem Schiff weiter gut gehen.

 

Zadar (17.05.2013):

Heute läuft die AIDAaura erst gegen 10.00 Uhr in Zadar an, dafür aber sozusagen mitten in der Altstadt. Mit Stadtplan bewaffnet, unternehmen wir einen Spaziergang. Gleich neben dem Liegeplatz befindet sich der "Gruß an die Sonne", ein 22 Meter großer Kreis aus Solarmodulen, der das Sonnenlicht einfängt und in der Dämmerung anhand von Lichtspielen wieder freigibt. Die unmittelbar daneben installiert "Meeresorgel", die je nach Wind und Welleneinfall unterschiedliche Geräusche erzeugen soll, ist leider defekt.

Wir schlendern gemütlich über die Uferpromenade und stoßen schon bald auf Jugendliche in einheitlichen Trikots, die um diese frühe Zeit schon recht "heiter" sind und sich mit irgendetwas Staubigem bewerfen. Als wir durch die kleine Hafenmole zum Landtor kommen, strömen aus allen Richtungen unheimlich viele junge Menschen - in andersfarbigen, aber ebenfalls jeweils einheitlichen Trikots - in die Altstadt. Sie bewerfen sich - und manchmal auch (unabsichtlich?) andere - mit Eiern und Mehl. Wir halten uns aus der Szenerie besser ein bisschen fern und lassen die jungen Leute ins Innere der Altstadt weiterziehen.

Wir erkunden eine Gartenanlage innerhalb einer kleinen Festung, von der man einen guten Überblick auf den 5-Brunnen-Platz hat. Hier befindet sich auch ein Sarkophag und unter Glas gehaltene Relikte eine Kirche. Durch die altertümliche Fußgängerzone laufen wir zum sehenswerten Rathaus, biegen dort rechts zum Sveti-Rok-Tor ab und "verstecken" uns hier vor einer weiteren Horde Jugendlicher. Über einen Trödelmarkt erreichen wir wieder die Fußgängerzone mit ihren vielen Geschäften. Auf der linken Seite erscheint jetzt ein altrömisches Forum, mit 90 x 40 m Ausmaßen und Säulenrelikten. Hier steht auch die im 9.Jahrhundert errichtete vorromantische Donatuskirche. Wieder zurück in der Fußgängerzone zeigt die Kirche St. Anastasia oder auch Kathedrale einen beeindruckenden Turm und eine prachtvolle Fassade. Durch kleinere Gassen kommen wir anschließend wieder zum Schiff.

Die Jugendlichen haben sich inzwischen alle an der Promenade bei der Meeresorgel versammelt und bewerfen sich und neu ankommende Gruppen fleißig mit Mehl. Der eine oder andere geht schnell einmal baden, was bei dem heute recht heftigen Wind kein Zuckerschlecken ist. Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesem Ritual um eine Tradition der Schulabgängerklassen handelt, können aber leider keinen dazu befragen.

Gegen 12.00 Uhr rücken unaufdringlich eine Polizeistreife, mehrere Straßenfeger und zwei Reinigungswagen an. Ohne Aggressivität nimmt die Putzkolonne ihre Arbeit auf und die Jugendlichen lassen sich langsam von ihrem "Festplatz" zurückdrängen, jedoch nicht ohne noch einmal auf dem Putzwagen "huckepack" zu fahren. Nach ca. einer Stunde ist der Spuk vorbei, die Promenade wieder sauber und die jungen Leute - wohl auch aufgrund des einsetzenden Regens - weg.

Unseren Nachmittag verbringen wir mit Lesen und Aufarbeiten der Fotos und der bisherigen Erlebnisse.

Bei heutigen Abendessen gesellen sich Anke und Sven zu uns. Wir sind uns gegenseitig sofort sympathisch und verstehen uns auf Anhieb gut, so dass es ein sehr netter Abend wird.

 

Ravenna (18.05.2013):

Eigentlich kennen wir Ravenna, die Stadt der Mosaike, schon von einem früheren Aufenthalt. Das Schiff liegt heute in Marina de Ravenna, das mehr aus einem petro-chemischen Industriegebiet besteht, also wenig Direktausflugsmöglichkeiten bietet. Da heute der Tag unserer Silberhochzeit ist, möchte ich ein paar nettere Eindrücke haben. Also besorgen wir uns doch noch ein Ticket für den Shuttlebus in die Stadt (je Euro 11,95), um hier einen Auffrischungsspaziergang zu machen.

Gegen 10.45 Uhr geht die Fahrt los und wir landen ca. 15 Minuten später an der zentralen Via Farini. Von dort aus geht es an der Kirche Spirito Santo vorbei zu den Ruinen des Theoderich Palastes. Die Straße führt uns an der Kirche S. Maria in Porto vorbei, deren barocke Fassade im krassen Widerspruch zu dem für die Gegend so typischen Kirchenschiff aus "Feldsteinen" steht. Doch diese Bauweise ist nicht unüblich, gibt es u.a. auch in Venedig. An der Porta Nuova drehen wir in Richtung Altstadtfußgängerzone ein Hier herrscht reges Treiben, es ist Samstag und überall düsen Fahrradfahrer abenteuerlich zwischen den Menschen umher. Vorbei am Palazzo della Provincia "flüchten" wir auf die radfahrerfreie Piazza Francesco mit gleichnamiger Kirche. Der Fußgängerstrom zieht uns jetzt auf die Piazza de Popolo, dem Hauptplatz der Stadt, auf dem sich gerade ein Hochzeitspaar feiern lässt. Weiter geht es der Ausschilderung nach zu dem besonders beeindruckenden Kirchenbauwerk San Vitale, wo sich Besuchergruppen stauen, um das Innere besichtigen zu können. Danach steht uns nicht der Sinn und wir beschließen, uns durch kleine Gassen vorbei an der Markthalle auf den Heimweg Richtung Bushaltestelle zu machen.

An Bord stoßen wir dann mit einem Prosecco auf unseren Hochzeitstag an, der auch der letzte Tag unserer Reise ist.

Nach dem Packen geht es zum finalen Abendessen, das auf AIDA traditionell immer sehr variationsreich und besonders ausgestattet ist. Auch heute bekommen wir wieder nette Gesellschaft von Anke und Sven, worüber wir uns gerade wegen unseres Silberhochzeitstages sehr freuen. Gemeinsam geht es dann auch noch zur Poolparty, wo wir ausgelassen feiern und tanzen. Ein gelungener Abschluss eines besonderen Tages!

 

Abreise (19.05.2013):

Leider treffen wir uns am Abreisetag nicht mehr. Wir gehen aber davon aus, dass wir Anke und Sven nicht das letzte Mal im Leben gesehen haben......außerdem gibt es ja facebook!

Um 9.30 Uhr werden wir zu unserem Flughafentransferbus gerufen. Unsere Koffer müssen wir suchen, da nur einer Deck 4 zugeteilt ist, der andere findet sich bei Deck 7 wieder an.

Lange Schlangen und Warten - hier am Lufthansa-Schalter zum Einchecken bei Germanwings, bei der Sicherheitskontrolle und im Flughafenbus - sind wir ja inzwischen gewohnt. Der Flug geht dann mit knapp einer halben Stunde Verspätung `raus, holt aber bis auf 5 Minuten die Zeit wieder auf, so dass Carola und Jörg, die uns abholen, nicht all zu lange warten müssen. Zu Hause trinken wir dann noch ein Gläschen Prosecco zusammen.

P.S.: Das Brötchen im Flugzeug war übrigens deutlich besser als auf dem Hinflug.......

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Stand: 23.05.13