AIDA-Reise Adria 3 (Venedig - Korfu - Bari - Dubrovnik - Zadar -
Ravenna - Venedig)

12. Mai 2013, 7.30 Uhr: Carola ist so lieb, uns zum Flughafen
Hamburg zu fahren, wo wir uns als Erstes in die doch schon
beachtliche Schlange am Germanwings-Schalter anstellen. Diese
begründet sich i.W. daher, dass nur ein Schalter besetzt ist und
auch keine Check-in-Automaten in Funktion sind. Das
Germanwings-Schild "Zeit ist Geld - bei uns sparen Sie beides!"
wirkt wie der blanke Hohn dabei....
Nachdem sich einige Zeit nichts Erkennbares getan hat, eröffnet dann
doch ein zweiter und ca. 1 Stunde vor Abflug auch noch ein dritter
Schalter!
Der 1 1/2 stündige Flug ist zwar um ca. 15 Minuten verspätet,
verläuft dann aber reibungslos. Unsere Sitze in der 6. Reihe bieten
eine komfortable Beinfreiheit, der "leckere Snack" entpuppt sich als
eine Schwarzbrotbemme, bei dem man den Belag eher sucht.
In Venedig gelandet, holen wir unsere Koffer und stellen uns wieder
an - diesmal in die Schlange des AIDA-Shuttlebus. Nach rd.
20-minütiger Fahrt erreichen wir dann die AIDAaura - und eine neue
Schlange zum Einchecken, die uns nochmals rd. eine Stunde kostet.
(Es gibt keine Unterscheidung mehr nach Decks sondern nach
Clubstatus, so dass nur Vielfahrer in den Genuss einer schnellen
Abwicklung kommen).
Das Warten hat uns jedoch ermöglicht, schon einen Blick in den
heutigen Tagesplan zu werfen: Die Seenotrettungsübung findet schon
heute um 18.30 Uhr statt! Es ist schon ca. 13.30 Uhr und wir wollen
noch nach Venedig `rein! Also noch schnell einen kleinen Happen
einwerfen - vor 19.00 Uhr gibt´s nichts mehr für uns - und los:
Venedig (12.05.2013):
Von der Stazione Marittima Merci aus, nur ein paar Schritte vom
Liegeplatz der AIDAaura entfernt, legt mit der Linie "Alilaguna"
halbstündlich ein "Wasserbus" mit Ziel Markusplatz ab. Hin- und
Rückfahrt kosten zusammen Euro 15,-- und dauern rd. je 20 Minuten
über den Canale della Giudecca. Schon glaubt man den Markusplatz
nebst Campanile (Turm) zu sehen, aber der erste Blick fällt auf ein
ähnliches Bild auf der südlich gelegenen Insel Isola di S. Giorgo
Maggiore. Dort befindet sich das imposante Benediktinerkloster "Fondazione
Cini" und die Kirche S. Giorgio Maggiore mit dem campanile-ähnlichen
Turm.
Dann kommt aber der wichtigste Platz Venedigs in Sicht - die Piazza
San Marco. Das Boot hält unmittelbar daneben und schon stehen wir
mitten drin: Heerscharen von Touristen - mit und ohne Führer -
tummeln sich in der Stadt; Asiaten gruppieren sich hinter
hochgehaltenen Schirmen. Es ist Sonntag und offenbar auch noch ein
Feiertag - kaum ein Bein an die Erde zu bekommen!
Dennoch besticht die Szenerie durch die eindrucksvollen Fassaden und
Gebäude: Vor uns erhebt sich der Dogenpalast mit seinen Säulen,
aufwendigen Verzierungen und Skulpturen - gigantisch! Daneben trohnt
der Campanile in seiner ganzen Schönheit über der Stadt. Die kleine
Piazza wird von zwei Säulen begrenzt, auf denen die Figuren der
heiligen Theodor und des geflügelten Markuslöwen zu sehen sind.
Rechts beeindruckt die Basilika di San Marco durch ihre 5 Kuppeln
und ihre Fassade, die mit wunderbaren Gemälden verziert ist. Für
eine Innenbesichtigung haben wir leider keine Zeit: Die goldenen
Mosaiken wären sicher sehenswert gewesen.
Dafür erkunden wir jetzt den "großen Markusplatz", der ebenfalls von
beachtlichen Kolonadenbauten umgeben ist. Boutiquen und
Glaskunsthandwerk finden sich hier, historische Cafés untermalen
ihre spezielle Atmosphäre mit eigenen Caféhaus-Musikern und eines
darf auf gar keinen Fall fehlen: die Tauben! Die sind derart an
Menschen gewöhnt, dass man aufpassen muss, nicht aus Versehen auf
eine zu treten. Dafür "beglücken" sie den einen oder anderen
Besucher mit einer "bleibenden Erinnerung" - so wie später auch bei
Bernds T-Shirt!
Wir "arbeiten" uns am Ufer entlang und entdecken dabei einige sehr
hübsche Brücken, u.a. neben dem Dogenpalast die Seufzerbrücke (Ponte
dei Sospiri), beobachten das geschickte Treiben der Gondoliere in
den engen Kanälen und versuchen uns bei der Vielzahl der gebotenen
Reize und Herausforderungen zu orientieren. Das bringt uns zu einem
Ausflug in die engen Gassen bzw. Kanäle der "zweiten Reihe", wo sich
malerische Bilder aus kleinen Treppen, Brücken, schmalen Gängen mit
winzigen blumengesäumten Cafés und immer wieder hübschen Fassaden
zeigen. Und überall staken sich die Gondoliere mit ihren romantisch
verklärt schauenden Gästen durch.
Unsere Zeit erlaubt leider nur einen kleinen Einblick in die Stadt,
so bekommen wir z.B. die Rialto-Brücke nicht zu Gesicht. Da wir auch
nicht mit der allerletzten Fähre auf die AIDA zurückkommen wollen -
und nachdem Bernd dann auch standesgemäß auf dem Markusplatz noch
von einer Taube "beglückt wurde", treten wir den Rückweg an und
genießen noch einmal die Bootsfahrt.
Das lässt uns dann auch noch Zeit zu einem "Begrüßungs-Prosecco" in
der Anytime-Bar auf Deck 10.
Jetzt noch schnell duschen, dann um 18.30 Uhr die
Seenotrettungsübung hinter sich bringen und ab zum Essen in das
Calypso-Restaurant.
Wir lassen den doch insgesamt sehr anstrengenden Tag beim Wein
ausklingen, die AIDA läuft gegen 21.00 Uhr aus und wir fahren noch
einmal an der jetzt wunderbar beleuchteten Stadt mit ihren
imposanten Bauwerken vorbei.
Den anschließenden Seetag (13.05.2013) verbringen wir mit
Sonnen auf Deck 10 (wir sind beide keine Freunde von Pooldeck und
Animation). Ein kurzer Schauer treibt uns zu einem kleinen Snack ins
Calypso. Danach hat uns Deck 10 zum Sonnen wieder.
Beim Abendessen bekommen wir "Gesellschaft" von einem Paar, das mit
einer größeren Reisegruppe unterwegs ist. Größere Gruppen fallen ja
grundsätzlich auf, diese besticht aber noch mit sprachlichen
Herausforderungen und ziemlich penetrantem Auftreten. Unser Pärchen
schweigt sich zunächst aus, und es ist klar erkennbar, dass sie uns
zu gern zu Gunsten ihrer Kumpels weggraulen möchten. Aber so schnell
geben wir nicht auf! Wie schon beruflich häufig angewandt, führt ja
bekanntlich der, der fragt. Also müssen sie uns schon ein paar
Antworten auf höflich interessierte Fragen zu ihrer Reise
beantworten und bekommen doch noch so etwas wie ein Gespräch hin.
Letztlich verabschieden sie sich mit ihren Freunden ins
Theater....gemocht haben wir uns gegenseitig nicht!
Korfu (14.05.2013):
Leider bekommen wir schon am nächsten Morgen wieder Kontakt zu eben
jener Reisegruppe (die wir - in Anlehnung an ein ähnliches Erlebnis
auf der "Albatros" - in Reisegruppe "Hütentüt" umbennen).
Die Insel Korfu haben wir schon mehrfach umsegelt, kennen aber das
Binnenland so gut wie gar nicht. Deshalb haben wir heute die große
Inselrundfahrt als AIDA-Ausflug gebucht. Beim Treffen im Theater
sind auch einige der "Hütentüts" dabei und outen sich gleich durch
markige Kommentare. Zum Glück findet der Ausflug mit zwei Bussen
statt und die "Hütentüts" werden von ihrer mitfahrenden
Reiseleiterin in dem anderen untergebracht!
Die Fahrt führt von Korfu-Stadt aus zunächst quer über die Insel in
den Ort Paleokastritsa, an dem ein wirklich hübsches kleines Kloster
mit netter Gartenanlage zu besichtigen ist. Unsere Führerin "Sissi"
ist gebürtige Deutsche, lebt aber seit rd. 40 Jahren auf Korfu und
ist nicht nur sehr sachkundig sondern auch extrem witzig. Spätestens
wenn sie zu lachen anfängt, kann keiner widerstehen mit zu lachen.
Über eine schmale, kurvenreiche Straße kämpft sich der Bus mit
abenteuerlichem Einsatz des Fahrers den Berg hoch. Ziel ist der Ort
Lakones, wo sich von der Aussichtsterrasse des Golden Fox (=Bella
Vista) ein fantastischer Ausblick hoch über Bucht und Meer ergibt.
Die kleine Straße bietet rd. je einen Finger breit mehr Platz als
der Bus tatsächlich braucht. Sissi erzählt noch einige Anekdoten
über ängstliche Touristen und todesmutige Busfahrer ehe wir in
Makrades zu einem kurzen Spaziergang aussteigen, an dem wir eine
"kleine Olivenlehre" mit Anschauungsmaterial vermittelt bekommen.
Durch weitere Olivenhaine und Wäldchen aus Eukalyptusbäumen und
Korkeichen und Buchen fahren wir über den "Trompetenpass" an die
Nordküste der Insel nach Acharavi. Hier gibt es im Restaurant "the
Pumphouse" ein leckeres Essen mit verschiedenen griechischen
Vorspeisen, der Spezialität Korfus "Sofrito" (Rindfleisch in
Knoblauch-Weißwein-Sauce) und Obst. Die Aussicht auf Nahrung weckt
sogar bei den sonst eher behäbigen älteren Mitfahrern die
Lebensgeister: man kann gar nicht schnell genug zusehen, wie sie im
Restaurant verschwinden! Das führt dazu, dass wir lediglich an einem
Tisch der "Hütentüts", die schon eher da waren, Platz finden. Zum
Glück ist die stilvolle griechische Musik so laut, dass sie relativ
schnell flüchten bzw. man sowieso sein eigenes Wort nicht versteht.
Weiter geht es auf jetzt breiteren Wegen über die grüne
Insellandschaft. Über Kassiopi geht es auf steil zum Meer hin
abfallende Felsen. In den unten liegenden Buchten bieten kleine "Konobas"
Speisen und Getränke an; hier haben wir auch schon einmal als Segler
angelegt und Rast gemacht.
Weiter südlich bei Ipsos führt die Straße dann direkt am Strand
entlang, was manchen Fahrer zu einer sonst eher ungewohnt langsamen
Durchfahrt motiviert - insbesondere wenn die Damenwelt sich etwas
freizügiger gibt.....
Unser Ausflug endet in Korfu-Stadt mit einem kleinen Stadtbummel:
Sissi zeigt uns noch die Kathedrale und erzählt von den hier
üblichen Bräuchen, die auch von jungen Menschen traditionell
gepflegt werden. Die engen Gassen mit den kleinen Geschäften
erinnern uns irgendwie an den Souk von Tanger. Es gibt aber auch
hier selbstverständlich Häuser venezianischer Bauweise. Ferner
locken die Esplanade, die für die Anlage in Paris modellhaft hier
aufgebaut wurde, und die beiden Festungen zum Besuch, wofür uns aber
mehr Zeit fehlt. Schließlich bringt uns der Bus über den alten Hafen
zum Schiff zurück, das heute auch schon um 18.00 Uhr wieder ablegt.
Unsere heutigen Tischnachbarn haben gerade einen Krankenhaushorror
hinter sich gelassen: Er sollte aufgrund einer akuten
Tromboseerkrankung eine Untersuchung im Krankenhaus durchführen
lassen, die die Schiffsärztin vorsorglich angeordnet hatte. Dort
wollte man ihn jedoch unbedingt noch heute operieren, trotzdem sich
das Paar vehement dagegen verwehrte. Nach diversen Streitigkeiten
und Berechnung von rd. Euro 1.400,-- konnten sie gerade noch das
Schiff erreichen! Was für eine Story!
Bari (15.05.2013):
Heute morgen gegen 8.0 Uhr haben wir im Hafen von Bari festgemacht,
der direkt an der Altstadt liegt. Zu Fuß begeben wir uns auf einen
Spaziergang durch das Städtchen. Durch kleine enge Gassen mit den
obligatorischen Wäscheleinen im 1.Stock erkunden wir unseren Weg
entlang einiger Gemüse- und Nudelstände, immer begleitet von viel zu
schnell fahrenden Motos. An der Basilika San Nicola vorbei erreichen
wir die Promenade und folgen dieser bis zur Markthalle. Von hier aus
geht es über die Piazza Mercantile wieder in das
Altstadtgassengewirr zur Festung Svedo di Bari. Nach deren Umrundung
wieder hinein ins Getümmel zur Kathedale mit ihrer eher schlichten
Eleganz aus weißen Säulen. Dieser Stil fand auch in der Basilika San
Nicola Anwendung, allerdings sind die Decken dort reichlich
verziert. Die Einwohner Baris hatten 1087 nach Verlust ihres
seinerzeitigen Einflusses die Gebeine des heiligen St. Nikolas aus
Myra entführt und hierher verbracht, um über diese Pilgerstätte auf
sich aufmerksam zu machen. Bei den Führern in Bari nennt man das
"vor den Sarazenen gerettet"!
Da wir auf den moderneren Teil der Stadt nicht so richtig Lust
haben, genießen wir am Nachmittag die Annehmlichkeiten des Schiffs.
Heute legen wir um 18.00 Uhr Richtung Kroatien ab.
Dubrovnik (16.05.2013):
Die AIDA liegt heute einige Kilometer von der Altstadt entfernt im
Dubrovnik Gruz Port. Wir haben uns für je Euro 7,95 ein
Shuttlebus-Ticket besorgt und sind auf den 9.30 Uhr Bus gebucht, der
uns direkt vor dem Pile-Tor am Eingang der pittoresken, von hohen,
dicken Mauern umgebenen Altstadt absetzt. Schon um diese Zeit sind
eine Menge Touristen in der Stadt - und das soll im Laufe des Tages
noch weiter zunehmen!
Nach Durchqueren des Stadttors entdeckt man zunächst den recht
"bulligen" Onofrio-Brunnen, der Bestandteil des schon früh
errichteten Wasserversorgungssystems ist. Nachdem er das verheerende
Erbeben von1667 unbeschadet überstanden hatte, baute man ihm eine
Kuppel aus Dankbarkeit. Aus demselben Grund wurde auch die
benachbarte St. Saviour-Kirche gebaut. Wir schlendern den Stradun
entlang, die zentrale Fußgängerstraße mit ihren glatten Steinen,
Geschäften und Cafés, die quer durch die Altstadt führt. Man läuft
unmittelbar auf den eindrucksvollen Sponza-Palast zu, neben dem ein
Glockenturm mit einem Durchgang den Weg zum alten Hafen, dem
Domenikanerkloster und dem Fort Revelin mit dem Ploce-Tor freigibt.
Im alten Hafen befinden sich heute Sport- und Ausflugsboote und
einige hübsch gelegene Restaurants. Vom Fort aus, das Teil der
mächtigen Befestigungsanlage ist, hat man einen guten Blick über den
Ostteil der Stadt.
Zurück auf dem Stradun entdecken wir nun die St. Blasius-Kirche mit
ihrer blau schimmernden Kuppel. Jetzt wetteifern diverse stattlich
Gebäude um die Blicke der Besucher: das Rathaus, der Rektorenpalast
und die Kathedrale, die durch eine Spende von Richard Löwenherz
errichtet wurde. Hinter der Kathedrale kommen wir zum kuscheligen
Marktplatz, wo gerade die Stände aufgebaut werden. Unser Blick fällt
auf eine hübsche Barocktreppe, die zu der prunkvollen, leider aber
schlecht beleuchteten Jesuitenkirche führt. Von dort aus folgen wir
einer Beschilderung, die uns "cold drinks and beautiful view"
verspricht. Einige Treppen höher gibt es tatsächlich ein "Loch" in
der Stadtmauer, durch das man zu einem auf dem Felsvorsprung
gelegenen Café mit Aussicht auf die Adria gelangt. Uns zieht es
indes weiter nach oben - vielleicht finden wir ja hier einen
Einstieg auf die beeindruckende Stadtmauer? Durch malerische, enge
Gassen und Stiege fast ganz ohne Touristen laufen wir an Hausmauern
und kleinen Gärten entlang immer höher, parallel zur Stadtmauer. Ich
frage schließlich einen Händler nach dem Einstieg und er erläutert
uns, dass es nur zwei Eingänge - jeweils im Westen oder im Osten -
gibt.
Also durch kleine Gassen wieder ganz nach unten, diesmal über eine
Parallelstraße des Stradun zurück zum Pile-Tor. Hier kann man in
einem kleinen Büro mit Akkordabwicklung für Kuna 90,-- (ca. Euro
12,--) ein Ticket für die Stadtmauerbegehung erwerben. Der Besuch
ist ein unbedingtes Muss! Hat man erst einmal die steilen
Treppenstufen auf die rd. 25 m hohe Mauer erklommen, bieten sich
einem herrliche Ausblicke auf die Dächer und Architektur der
mittelalterlichen Altstadt sowie auf die Adria. Die Mauer ist
landseitig 4-6 m, seeseitig 1,5 -3 m dick und gilt aus uneinnehmbar.
Für den rd. 2 km langen Rundgang, der nicht ohne Grund als "one-way"
gekennzeichnet ist, benötigt man etwa eine gute Stunde. Dabei geht
es immer wieder munter treppauf und treppab - man kann sich gar
nicht sattsehen und fotografieren an diesen Ausblicken! Von hier
oben aus erkennt man auch ganz deutlich, dass in dem Glockenturm
zwei Figuren stehen, die scheinbar darauf warten, die Glocke mit
ihren Hämmern zum Läuten zu bringen.
Zum Schluss erwartet uns dann noch ein Highlight: Der über allem
ragende Minceta-Festungsturm mit seinen eindrucksvollen Zinnen - und
einer sehr steilen Treppe! Man merkt seine Beine danach recht
gut.....
Diese Stadt hat uns wirklich beeindruckt, auch deswegen, weil sie im
Jugoslawien-Krieg erheblich beschädigt wurde (63% der
Altstadtgebäude nach 238 Tagen Belagerung) und heute davon kaum noch
etwas zu sehen ist.
Glück gehabt: Gerade als wir beschlossen haben, den Shuttlebus
zurück zum Schiff zu nehmen, fängt es an zu regnen. Bis zum sehr
frühen Auslaufen um 16.00 Uhr und danach beim Abendessen lassen wir
es uns auf dem Schiff weiter gut gehen.
Zadar (17.05.2013):
Heute läuft die AIDAaura erst gegen 10.00 Uhr in Zadar an, dafür
aber sozusagen mitten in der Altstadt. Mit Stadtplan bewaffnet,
unternehmen wir einen Spaziergang. Gleich neben dem Liegeplatz
befindet sich der "Gruß an die Sonne", ein 22 Meter großer Kreis aus
Solarmodulen, der das Sonnenlicht einfängt und in der Dämmerung
anhand von Lichtspielen wieder freigibt. Die unmittelbar daneben
installiert "Meeresorgel", die je nach Wind und Welleneinfall
unterschiedliche Geräusche erzeugen soll, ist leider defekt.
Wir schlendern gemütlich über die Uferpromenade und stoßen schon
bald auf Jugendliche in einheitlichen Trikots, die um diese frühe
Zeit schon recht "heiter" sind und sich mit irgendetwas Staubigem
bewerfen. Als wir durch die kleine Hafenmole zum Landtor kommen,
strömen aus allen Richtungen unheimlich viele junge Menschen - in
andersfarbigen, aber ebenfalls jeweils einheitlichen Trikots - in
die Altstadt. Sie bewerfen sich - und manchmal auch (unabsichtlich?)
andere - mit Eiern und Mehl. Wir halten uns aus der Szenerie besser
ein bisschen fern und lassen die jungen Leute ins Innere der
Altstadt weiterziehen.
Wir erkunden eine Gartenanlage innerhalb einer kleinen Festung, von
der man einen guten Überblick auf den 5-Brunnen-Platz hat. Hier
befindet sich auch ein Sarkophag und unter Glas gehaltene Relikte
eine Kirche. Durch die altertümliche Fußgängerzone laufen wir zum
sehenswerten Rathaus, biegen dort rechts zum Sveti-Rok-Tor ab und
"verstecken" uns hier vor einer weiteren Horde Jugendlicher. Über
einen Trödelmarkt erreichen wir wieder die Fußgängerzone mit ihren
vielen Geschäften. Auf der linken Seite erscheint jetzt ein
altrömisches Forum, mit 90 x 40 m Ausmaßen und Säulenrelikten. Hier
steht auch die im 9.Jahrhundert errichtete vorromantische
Donatuskirche. Wieder zurück in der Fußgängerzone zeigt die Kirche
St. Anastasia oder auch Kathedrale einen beeindruckenden Turm und
eine prachtvolle Fassade. Durch kleinere Gassen kommen wir
anschließend wieder zum Schiff.
Die Jugendlichen haben sich inzwischen alle an der Promenade bei der
Meeresorgel versammelt und bewerfen sich und neu ankommende Gruppen
fleißig mit Mehl. Der eine oder andere geht schnell einmal baden,
was bei dem heute recht heftigen Wind kein Zuckerschlecken ist. Wir
gehen davon aus, dass es sich bei diesem Ritual um eine Tradition
der Schulabgängerklassen handelt, können aber leider keinen dazu
befragen.
Gegen 12.00 Uhr rücken unaufdringlich eine Polizeistreife, mehrere
Straßenfeger und zwei Reinigungswagen an. Ohne Aggressivität nimmt
die Putzkolonne ihre Arbeit auf und die Jugendlichen lassen sich
langsam von ihrem "Festplatz" zurückdrängen, jedoch nicht ohne noch
einmal auf dem Putzwagen "huckepack" zu fahren. Nach ca. einer
Stunde ist der Spuk vorbei, die Promenade wieder sauber und die
jungen Leute - wohl auch aufgrund des einsetzenden Regens - weg.
Unseren Nachmittag verbringen wir mit Lesen und Aufarbeiten der
Fotos und der bisherigen Erlebnisse.
Bei heutigen Abendessen gesellen sich Anke und Sven zu uns. Wir sind
uns gegenseitig sofort sympathisch und verstehen uns auf Anhieb gut,
so dass es ein sehr netter Abend wird.
Ravenna (18.05.2013):
Eigentlich kennen wir Ravenna, die Stadt der Mosaike, schon von
einem früheren Aufenthalt. Das Schiff liegt heute in Marina de
Ravenna, das mehr aus einem petro-chemischen Industriegebiet
besteht, also wenig Direktausflugsmöglichkeiten bietet. Da heute der
Tag unserer Silberhochzeit ist, möchte ich ein paar nettere
Eindrücke haben. Also besorgen wir uns doch noch ein Ticket für den
Shuttlebus in die Stadt (je Euro 11,95), um hier einen
Auffrischungsspaziergang zu machen.
Gegen 10.45 Uhr geht die Fahrt los und wir landen ca. 15 Minuten
später an der zentralen Via Farini. Von dort aus geht es an der
Kirche Spirito Santo vorbei zu den Ruinen des Theoderich Palastes.
Die Straße führt uns an der Kirche S. Maria in Porto vorbei, deren
barocke Fassade im krassen Widerspruch zu dem für die Gegend so
typischen Kirchenschiff aus "Feldsteinen" steht. Doch diese Bauweise
ist nicht unüblich, gibt es u.a. auch in Venedig. An der Porta Nuova
drehen wir in Richtung Altstadtfußgängerzone ein Hier herrscht reges
Treiben, es ist Samstag und überall düsen Fahrradfahrer
abenteuerlich zwischen den Menschen umher. Vorbei am Palazzo della
Provincia "flüchten" wir auf die radfahrerfreie Piazza Francesco mit
gleichnamiger Kirche. Der Fußgängerstrom zieht uns jetzt auf die
Piazza de Popolo, dem Hauptplatz der Stadt, auf dem sich gerade ein
Hochzeitspaar feiern lässt. Weiter geht es der Ausschilderung nach
zu dem besonders beeindruckenden Kirchenbauwerk San Vitale, wo sich
Besuchergruppen stauen, um das Innere besichtigen zu können. Danach
steht uns nicht der Sinn und wir beschließen, uns durch kleine
Gassen vorbei an der Markthalle auf den Heimweg Richtung
Bushaltestelle zu machen.
An Bord stoßen wir dann mit einem Prosecco auf unseren Hochzeitstag
an, der auch der letzte Tag unserer Reise ist.
Nach dem Packen geht es zum finalen Abendessen, das auf AIDA
traditionell immer sehr variationsreich und besonders ausgestattet
ist. Auch heute bekommen wir wieder nette Gesellschaft von Anke und
Sven, worüber wir uns gerade wegen unseres Silberhochzeitstages sehr
freuen. Gemeinsam geht es dann auch noch zur Poolparty, wo wir
ausgelassen feiern und tanzen. Ein gelungener Abschluss eines
besonderen Tages!
Abreise (19.05.2013):
Leider treffen wir uns am Abreisetag nicht mehr. Wir gehen aber
davon aus, dass wir Anke und Sven nicht das letzte Mal im
Leben gesehen haben......außerdem gibt es ja facebook!
Um 9.30 Uhr werden wir zu unserem Flughafentransferbus gerufen.
Unsere Koffer müssen wir suchen, da nur einer Deck 4 zugeteilt ist,
der andere findet sich bei Deck 7 wieder an.
Lange Schlangen und Warten - hier am Lufthansa-Schalter zum
Einchecken bei Germanwings, bei der Sicherheitskontrolle und im
Flughafenbus - sind wir ja inzwischen gewohnt. Der Flug geht dann
mit knapp einer halben Stunde Verspätung `raus, holt aber bis auf 5
Minuten die Zeit wieder auf, so dass Carola und Jörg, die uns
abholen, nicht all zu lange warten müssen. Zu Hause trinken wir dann
noch ein Gläschen Prosecco zusammen.
P.S.: Das Brötchen im Flugzeug war übrigens deutlich besser als auf
dem Hinflug.......
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