Fichtelgebirge
und Fränkische Schweiz: Wiesenttal
Von unserem Campingplatz am Fichtelsee starten
wir eine neue Tour in eine uns bislang noch nicht bekannte Gegend.
Über eine landschaftlich sehr hübsche Straße geht es mit
Riesenkurvenspaß – `mal offiziell begrenzt auf 60km/h, `mal auf 80
km/h – über Warmensteinach durch das bewaldete Fichtelgebirge
Richtung Bayreuth. Die sehenswerte Altstadt haben wir schon bei
einem vorherigen Besuch in Augenschein genommen: Beim Parken am
Rathaus hat uns ein einheimischer Rollerfahrer gleich über die
Sehenswürdigkeiten informiert, wie das alte Schloß mit der
Schloßkirche (die mich an St. Appolinare bei Ravenna erinnert), der
Markt und die Fußgängerzone mit den schön verzierten Fassaden, eine
Bratwurst darf dabei nicht fehlen (ein Paar im Brötchen für Euro
2,--!)
Weiter geht`s auf unserer Tour über die B 22,
die sich durch kleine, urspüngliche Dörfchen und durch den Wald
windet. Bei Hollfeld biegen wir links ein auf eine kleinere Straße
Richtung Waischenfeld. Diese führt uns durch ein wildromantisches
Tal am Bach mit Kanufahrern entlang, durch erste Felsenwände
begrenzt nach Gößweinstein. Kurz davor in Behringersmühle treffen
wir auf einen wunderschönen Biergarten eines Restaurants/Hotels, wo
es preiswerte fränkische Köstlichkeiten mit einer netten Bedienung
gibt. Trotz reichhaltigen Werbens kann ich niemanden überzeugen, die
„blauen Zipfel“ (eine fränkische Würstchenspezialität) zu probieren.
Meine fränkische Leberknödelsuppe ist aber auch ausgezeichnet!
Wir entscheiden uns spontan für eine
Kurvenfahrt bergauf nach Gößweinstein und Pottenstein, ehe wir auf
die eigentlich anvisierte B 470 ins Wiesenttal wechseln: Uns bietet
sich ein grandioses Landschaftsbild: eine von Felswänden umrandete
Schlucht, in der das Flüßchen Wiesent munter gurgelt, urige
Fachwerkhäuschen, die einen glauben lassen, die Zeit wäre stehen
geblieben. Wir folgen der kurvigen Straße mit gutem Belag über
Ebermannstadt bis kurz vor Forchheim und biegen dann links ein über
ebenfalls landschaftlich sehenswerte kleine Straßen und Hügel kreuz
und quer durch die fränkische Schweiz. Über Obertrubach geht es zur
B 2, die uns über Berg und Tal, durch Wald und Feld und über die
hübsche Stadt Pegnitz wieder nach Bayreuth führt. Fast landen wir
noch am Lustschloss Eremitage, aber unsere Zeit ist leider zu knapp,
da wir noch einpacken müssen – morgen ist Abreise! So genießen wir
noch einmal unsere Kurvenstrecke über Warmensteinach nach
Fichtelberg, obgleich in der buchstäblich letzten Kurve unser Mopped
in Schlingern kommt (Ölspur? Bitumen? Der Reifen war`s jedenfalls
nicht – auch nicht das Tempo!)
Übrigens: Unbedingt sehenswert ist auch das
Städtchen Kulmbach mit seiner niedlichen, blumen-verzierten Altstadt
und der Burg Plassenburg auf dem Berg. Man erreicht es über die
tolle Kurvenstrecke B 303 und kleine, hügelige Straßen über Trebgast.
Es lohnt sich!
Nach all den Eindrücken kann ich etwas besser
nachvollziehen, was der Ex-Kollege und gebürtiger Mittelfranke
Seiler mir einmal so verdeutlicht hat:
It´s nice to be a „Preiß“,
it´s higher to be a “Bayer”, but the best you can think is to be a
“Middle-Frank”!
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