AIDAaura 25.04.2010 - 06.05.2010
Reisestrecke: Mallorca - Tanger - Cadiz - Lissabon - La Coruna -
Santander - Le Havre - Hamburg : 2564,9 sm in 11 Tagen
Mit dem Taxi geht es von
unserem Hotel in Playa de Palma aus zum Schiff. Diese Anreise ist
zumindest sicher, denn nach Mallorca zu kommen, war aufgrund der
Aschewolke des isländischen Vulkans gar nicht so einfach! Mit 2
Tagen Verspätung haben wir dann aber doch noch einen der ersten
abgehenden Flüge erwischt und erlebten eine „leere“ Insel, da der
Nachschub fehlte und die Abreisewilligen auf ihren Koffern warteten.
Die
AIDA ist direkt aus der Werft in Barcelona gekommen. So können wir
sofort an Bord und beginnen unsere Seereise mit einem Prosecco, dem
Auspacken und der Schiffserkundung.
Nach dem obligatorischen 1 Seetag mit seiner Seenotrettungsübung und
einer faulen Einlage am Pooldeck landen wir zuerst in Tanger an.
Hier haben wir unseren ersten organisierten Ausflug gebucht. Unser
einheimischer Tourguide heißt Assis und erklärt uns – in seiner ganz
eigenen Weise – Land und Leute. So erhalten wir einen “Blick
panoramische“ auf das „Meer atlantische“ und das Mittelmeer am Kap
Spartel mit seinem „Beleuchtungshaus“ (=Leuchtturm). Hier erwartet
uns auch ein Mann mit Esel, den man gern gegen ein geringes Entgelt
fotografieren darf. Der Wind weht hier recht frisch, auch darum geht
es zügig weiter zu den Herkules-Höhlen, die mich mit ihren vielen
„fliegenden Händler“ eher an eine antike Shopping-Mall erinnert. Ein
Loch in der Höhle gibt den Blick auf das Meer frei und wir erfahren,
dass man hier systematisch Mühlsteine abgebaut hat.
Zurück in Tanger widmen wir uns der Medina (Altstadt) und dem Souk
(Markt), flankiert von einem zweiten Tourguide, damit hier auch
wirklich keiner verloren geht oder von einem der sehr agilen Händler
„einkassiert“ wird. Ein orientalisches Treiben, wie man es sich
vorstellt, erwartet uns: kleine Textilgeschäfte, in denen max. zwei
Personen in engen Räumen Kaftans nähen, nach allen möglichen
Kräutern duftende Stände, Obst- und Gemüse aller Art, Lederwaren und
natürlich auch hier fliegende Händler Die letzten 30 Minuten sind
zur freien Verfügung und wir folgen dem Rat des zweiten Tourguides,
uns in die zweite Reihe eines Cafes zu setzen und dort – unbehelligt
von allem – einen Pfefferminz-Anis-Tee (der übrigens sehr
durstlöschend ist) zu trinken und das Treiben zu beobachten.
Nach dem Ausflug nutzen wir die Annehmlichkeiten der AIDA wie
Crosstrainer, Essen, Pooldeck, verlagern aber bald nach drinnen, da
der Wind auf 7 bzw. in Böen 9 auffrischt.
Über Nacht hat das Schiff uns nach Cadiz gebracht. Die Stadt kann
man gut zu Fuß erkunden, da alles recht nah bei einander ist. Über
den schmucken, großen Rathausplatz und durch kleine Altstadtgassen
kommen wir an der Kirche Sta. Cruz vorbei, weiter zur
beeindruckenden Kathedrale mit ihrer goldenen Kuppel, durch die
Fußgängerzone geht´s zur modernen Markthalle, wo sehr appetitlich
Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch feil geboten werden. An der
sehenswerten Fassade des Frauenkrankenhauses vorbei kommen wir zum
Torre Tavira, einem Turm, aus dessen Inneren man mittels einer Linse
und eines Spiegels (camera obscura) die Altstadt sehen kann. Hier
hält sich gerade eine AIDA-Tour auf und wir entschließen uns, die
Altstadt lieber „in natura“ zu erkunden. Durch die hübsche
Einkaufsstraße kommen wir zur Plaza Antonio mit gleichnamiger
eindrucksvoller Kirche. Die Kirche „Felipe y Neri“ ist leider
eingerüstet. So laufen wir durch kleine Wohnstraßen und eine
„Schlemmergasse“ zur Promenade mit ihren zwei Festungen „San
Sebastian“ und Sta. Catalina“. Durch den wunderschönen Stadtgarten
Parque Genovia mit kunstvoll geschnittenen Bäumchen, Wasserfall und
schattenspendenden Baumriesen kommen wir schließlich zurück zur
großzügigen Plaza de Espana und damit bald zum Schiff.
Es
ist warm, aber immer noch sehr windig. So kommen wieder
Fitnessgeräte und ein windgeschütztes Eckchen zum Einsatz.
An
nächsten Tag laufen wir gegen 13.00 Uhr in Lissabon ein. Wir
beobachten das Ganze vom Pooldeck aus, der „Lektor“ erklärt über
Lautsprecher von der Brücke die an uns vorbei gleitenden
Sehenswürdigkeiten wie Turm Belem, das Seefahrerdenkmal und das
Kloster Belem. Unser Liegeplatz liegt wieder in Alcantara, direkt an
der berühmten Brücke des 25. April (deren „gelochte“ Fahrbahn
merkwürdige Geräusche erzeugt), gegenüber der Jesus-Statue. Auch
Lissabon kann man gut auf eigene Faust erkunden. Wir nehmen an der
ersten großen Straße nach Einweisung durch einen Einheimischen die
Trambahn Nr. 15 bis zum Pl. Comercio. Anders als im Bus (Fahrkarte
beim Fahrer) löst man das Ticket direkt am Automaten in der Tram,
pro Fahrt Euro 1,40. Dort angekommen, schlendern wir über die
eindrucksvolle Fußgängerzone mit ihren Jugendstilfassaden zum Aufzug
in die Oberstadt, den wir aber nicht benutzen, sondern uns in das
Viertel Chiada „hinaufarbeiten“ und dabei schöne Häuser mit
typischen Kachelfassaden und ein tolles Einkaufszentrum zu sehen
bekommen. Wieder in der Unterstadt gehen wir über die jeweils sehr
beeindruckenden Plätze Pedro und Figueira mit ihren Statuen und
Prachtbauten. Durch kleine Altstadtgassen gelangen wir an der
Ausgrabungsstätte des Amphi-Theaters vorbei zur Burg Sao Jorge, von
der aus man einen hervorragenden Blick über die Stadt hat und die
eine schattenspendende, ganz eigene Atmosphäre hat. Der Eintritt von
Euro 5,-- lohnt allemal! Über die für die Altstadt so typischen
Treppen geht es wieder abwärts und später mit der Tram wieder zurück
zur AIDA.
Danach geht´s schnell unter die Dusche und ab zum Essen in das
Calipso-Restaurant. Dort treffen wir wieder auf Karin und Norbert
aus dem Ländle, mit denen wir abends unsere Erlebnisse gern beim
Wein austauschen.
Am
nächsten Tag, der 2. Seetag, geben wir uns wieder ganz und gar den
kulinarischen, sportlichen und entspannenden Seiten hin. Karin hat
heute (30.04.) Geburtstag, sieht an diesem Tag endlich die
„gebuchten“ Delphine, holt sich eine gehörige Magenverstimmung und
bekommt abends in der „Nightfly-Bar“ ganz überraschend ein Ständchen
von Dani & the Boys.
Am
1. Mai sind wird dann in La Coruna. Hier haben wir wieder einen
Ausflug gebucht, da Santiago de Compostela, was wir unbedingt sehen
wollen, zu weit weg ist für eine selbstorganisierte Tour. Zunächst
geht es mit dem Bus ein bißchen durch die Stadt zur Autopista und
von dort zu einem privaten galizischen Anwesen (Palacio de Oca) mit
einem äußerst sehenswerten Park, der einem bei der Neugestaltung des
eigenen Gartens einige Anregungen geben kann: Brunnen, Azaleen und
Rhododendren in allen Farben, barocke Ornamente mit
Buchsbäumchenbegrenzungen, Teiche und Wasserspiele, eindrucksvolle
Schattengestaltung und klassische Architektur! Sehr lohnend!
Weiter geht´s nach Santiago de Compostela, dem Pilgerziel des
berühmten Jakobswegs mit seiner mächtigen, sehr beeindruckenden
Kathedrale. Hier kommen gerade Pilger an, denen die Strapazen aber
auch die Freude anzusehen ist. Unsere Führerin Monica erklärt sehr
anschaulich: Das Hostal „Parador de los Reies Catolicos“, das
Rathaus, weiter zur „Silberstraße“ hinter der Kathedrale, Ornamente
und Statuen an der Fassade, Pl. Quintana mit Freitreppe, durch
schmale Gassen vorbei an kleinen Kirchen mit baugleichem Turm zum
traditionellen Markt. Überall springt einen förmlich die
Pilgerstimmung an. Ein „Mitausflügler“, der später noch durch nicht
ausgereifte Tischmanieren auffällt, muss sich sogar – natürlich ohne
Bewältigung der Pilgerreise – einen Wanderstab mit entsprechenden
Ehrenzeichen kaufen – Lüt gift dat!
Zum
Essen werden wir in das kleine Restaurant „Don Quijote“ gebracht, wo
wir fürstlich versorgt werden und dazu musikalische Untermalung
durch „mittelalterliche“ Tuna-Sänger erhalten. Danach geht´s durch
den Seiteneingang, der nur in „heiligen Jahren“ wie diesem (wenn der
Geburtstag des Jakob auf einen Sonntag fällt) geöffnet ist, in die
Kathedrale hinein. Hier beeindruckt nicht nur das riesige
Weihrauchgefäß, das bei Gottesdiensten an einem langen Tau quasi
durch das Kirchenschiff „geschleudert“ wird. Pilger defilieren an
der Jakobsstatue vorbei und küssen dabei den Mantel, um Segen zu
erbitten. Die gesamte Architektur und Kunst hinterläßt einen
ehrfürchtigen Eindruck, was wohl jeden in den Bann zieht. Mit diesen
Gefühlen wenden wir uns wieder dem Bus zu, der uns zum Schiff
zurückbringt.
Bernd befasst sich wieder mal mit dem Crosstrainer und ich ruhe mich
aus, bevor wir uns wieder mit Karin und Norbert im
Calypso-Restaurant treffen.
Den
Vormittag des nächsten Tages verbringen wir auf Deck 8 in einem
windgeschützten Eckchen. Das Wetter ist nicht mehr so toll, es ist
bedeckt und später gibt es ein paar Schauer, aber die „rauhe See“
der Biskaya lässt weiter auf sich warten. Gegen Mittag laufen wir –
wieder mit Anleitung durch den „Lektor“ – in Santander ein. Ich
hatte keine Vorstellung von dem mondänen Edelbad mit seiner
sehenswerten Halbinsel Margarita, auf der sich der Königspalast
(Sommerresidenz, inzwischen an das Volk zurückgegeben), ein Casino
und erstklassige Hotels in „Bell Epoche-Stil“ befinden. Wir haben
erneut einen Ausflug gebucht und werden nach einer kurzen
Stadtrundfahrt vorbei an der festungsähnlichen Kathedrale und den
großartigen, stilvollen Bankgebäuden – insbesondere des „Banco
Santander“ – nach Santillana gebracht. Dieses Dorf hat seine
mittelalterliche Struktur bis heute bewahrt und zeigt mit seinen
Feldsteinbauten wie Bodega, Rathaus, ehemaliges Gefängnis ein nettes
Ambiente. Fast in jedem Haus befinden sich irgendwelche kleine
Geschäfte, die Soveniers oder Leckereien bereit halten.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die hübsche Kirche mit großem
Innenhof und kunstvollen Säulengängen, die von außen ein bisschen an
San Vitale in Ravenna erinnert. Zum Schluss bekommen wir auch noch
eine kulinarische Abwechslung: Tapas (i.w. Käse und Serrano-Schinken
– lecker -, Tortilla und Getränke).
Den
Abend verbringen wir außer mit Karin und Norbert noch mit einem sehr
netten Paar aus Osnabrück, die wir auf dem Ausflug kennengelernt
haben. Dabei ergattern wir noch einem Blick auf den historischen
Herkules-Leuchtturm aus der Römerzeit.
Der
3. Seetag beginnt mit einem „Seglerfrühstück“: Ganz unabgesprochen
finden sich am Tisch ein älteres Paar aus Bremen und ein anderes
Paar aus Hamburg ein, die alle – wie wir – gerne segeln bzw. eigene
Boote hatten und über unterschiedliche Segelreviere berichteten. Den
Tag, der sich zum Nachmittag hin noch heiter aber mit eiskaltem
Nordwind entwickelt, verbringen wir dann wieder mit Sonnen, Fitness
und kulinarischen Köstlichkeiten
Das
nächste Frühstück verläuft nicht so nett: Oma und Opa setzen sich –
ohne Gruß oder Frage, ob noch frei wäre - mit ihrem Enkel an
unseren Tisch und schieben mir noch fast den Beistellteller weg. Als
Bernd den Kaffe herüberreicht, bekommt er noch nicht einmal ein
„Danke“ dafür. Was sind das bloß für Leute – und Vorbilder?
Unsere letzte Landstation ist am 4. Mai Le Havre. Es ist bedeckt und
regnerisch mit unangenehmen Schauerböen. Trotzdem wagen wir einen
Spaziergang in die Stadt. Über einen kleinen Fischmarkt laufen wir
am Quai Southampton zur Rue de Paris, die uns zu den Plätzen
Gambetta mit seinem „Vulkan“ (=Kunstmuseum) und Denkmal und zur
Place Hotel de Ville führt. Hier befinden sich nicht nur das
gleichnamige Hotel sondern auch das Rathaus, ein netter Stadtgarten
und das Widerstandsdenkmal. Wir flanieren über die Avenue Fock und
lassen die Architektur auf uns wirken: Aufgrund der
Kriegszerstörungen musste die Stadt fast völlig neu aufgebaut
werden. So findet man i.w. Betonbauten aus den 50/60iger Jahren, die
aber auf großzügig angelegten Straßen mit viel Grün stehen und durch
ihren einheitlichen Baustil ein typisches Stilelement liefern. Die
Stadt wirkt trotz des Regens freundlich. Dazu trägt sicher auch der
Strand bei, von dem aus man den regen Schiffsverkehr beobachten
kann. Zum Schluss besuchen wir noch die Kirche St. Joseph, die im
französischen „Gebeinhausstil“ gebaut wurde, wie man ihn z.B. auch
bei der Gedenkstätte in Verdun antrifft. Wir schlendern zurück,
gucken in die örtliche Markthalle mit ebenfalls appetitlichem
Angebot, weiter zur modernen Hängebrücke, die ein bisschen wir „Klein-Millau“
aussieht, und laufen schließlich durch kleine Gassen und Hinterhöfe
zurück zum Schiff.
Der
Nachmittag hat wieder eine Fitness-Einlage, mit der man sich den
Köstlichkeiten später mit etwas besserem Gewissen nähern kann
(obwohl die „Fresslust“ in Verlauf der Reise bei den meisten
nachlässt).
Der
letzte Seetag ist zunächst geprägt von Sonnen auf Deck 7. Hier
befindet sich die erst um 16.00 Uhr geöffnete Ocean-Bar am Heck des
Schiffs, die uns auf allen bisherigen Reisen immer gut gefallen
hatte, diesmal aber als Sammelplatz für „verbannte“ Raucher und
Angeber dient. Bis es da los geht kann man aber herrlich die Sonne
genießen. Später ruft das Fitnessgerät noch einmal, wir bummeln noch
durch den AIDA-Shop und packen darf ja auch nicht vergessen werden!
Einem letzten Abend mit Karin und Norbert im Calypso-Restaurant und
der Nightfly-Bar folgt dann nach dem Einlaufen in Hamburg eine
stressfreie Taxifahrt nach Hause – die Aschewolke treibt schon
wieder ihr Unwesen…..
Slideshow der Tour
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