03.08.10

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AIDAaura 25.04.2010 - 06.05.2010

Reisestrecke: Mallorca - Tanger - Cadiz - Lissabon - La Coruna - Santander - Le Havre - Hamburg : 2564,9 sm in 11 Tagen

Mit dem Taxi geht es von unserem Hotel in Playa de Palma aus zum Schiff. Diese Anreise ist zumindest sicher, denn nach Mallorca zu kommen, war aufgrund der Aschewolke des isländischen Vulkans gar nicht so einfach! Mit 2 Tagen Verspätung haben wir dann aber doch noch einen der ersten abgehenden Flüge erwischt und erlebten eine „leere“ Insel, da der Nachschub fehlte und die Abreisewilligen auf ihren Koffern warteten.

Die AIDA ist direkt aus der Werft in Barcelona gekommen. So können wir sofort an Bord und beginnen unsere Seereise mit einem Prosecco, dem Auspacken und der Schiffserkundung.

Nach dem obligatorischen 1 Seetag mit seiner Seenotrettungsübung und einer faulen Einlage am Pooldeck landen wir zuerst in Tanger an. Hier haben wir unseren ersten organisierten Ausflug gebucht. Unser einheimischer Tourguide heißt Assis und erklärt uns – in seiner ganz eigenen Weise – Land und Leute. So erhalten wir einen “Blick panoramische“ auf das „Meer atlantische“ und das Mittelmeer am Kap Spartel mit seinem „Beleuchtungshaus“ (=Leuchtturm). Hier erwartet uns auch ein Mann mit Esel, den man gern gegen ein geringes Entgelt fotografieren darf. Der Wind weht hier recht frisch, auch darum geht es zügig weiter zu den Herkules-Höhlen, die mich mit ihren vielen „fliegenden Händler“ eher an eine antike Shopping-Mall erinnert. Ein Loch in der Höhle gibt den Blick auf das Meer frei und wir erfahren, dass man hier systematisch Mühlsteine abgebaut hat.

Zurück in Tanger widmen wir uns der Medina (Altstadt) und dem Souk (Markt), flankiert von einem zweiten Tourguide, damit hier auch wirklich keiner verloren geht oder von einem der sehr agilen Händler „einkassiert“ wird. Ein orientalisches Treiben, wie man es sich vorstellt, erwartet uns: kleine Textilgeschäfte, in denen max. zwei Personen in engen Räumen Kaftans nähen, nach allen möglichen Kräutern duftende Stände, Obst- und Gemüse aller Art, Lederwaren und natürlich auch hier fliegende Händler  Die letzten 30 Minuten sind zur freien Verfügung und wir folgen dem Rat des zweiten Tourguides, uns in die zweite Reihe eines Cafes zu setzen und dort – unbehelligt von allem – einen Pfefferminz-Anis-Tee (der übrigens sehr durstlöschend ist) zu trinken und das Treiben zu beobachten.

Nach dem Ausflug nutzen wir die Annehmlichkeiten der AIDA wie Crosstrainer, Essen, Pooldeck, verlagern aber bald nach drinnen, da der Wind auf 7 bzw. in Böen 9 auffrischt.

Über Nacht hat das Schiff uns nach Cadiz gebracht. Die Stadt kann man gut zu Fuß erkunden, da alles recht nah bei einander ist. Über den schmucken, großen Rathausplatz und durch kleine Altstadtgassen kommen wir an der Kirche Sta. Cruz vorbei, weiter zur beeindruckenden Kathedrale mit ihrer goldenen Kuppel, durch die Fußgängerzone geht´s zur modernen Markthalle, wo sehr appetitlich Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch feil geboten werden. An der sehenswerten Fassade des Frauenkrankenhauses vorbei kommen wir zum Torre Tavira, einem Turm, aus dessen Inneren man mittels einer Linse und eines Spiegels (camera obscura) die Altstadt sehen kann. Hier hält sich gerade eine AIDA-Tour auf und wir entschließen uns, die Altstadt lieber „in natura“ zu erkunden. Durch die hübsche Einkaufsstraße kommen wir zur Plaza Antonio mit gleichnamiger eindrucksvoller Kirche. Die Kirche „Felipe y Neri“ ist leider eingerüstet. So laufen wir durch kleine Wohnstraßen und eine „Schlemmergasse“ zur Promenade mit ihren zwei Festungen „San Sebastian“ und Sta. Catalina“. Durch den wunderschönen Stadtgarten Parque Genovia mit kunstvoll geschnittenen Bäumchen, Wasserfall und schattenspendenden Baumriesen kommen wir schließlich zurück zur großzügigen Plaza de Espana und damit bald zum Schiff.

Es ist warm, aber immer noch sehr windig. So kommen wieder Fitnessgeräte und ein windgeschütztes Eckchen zum Einsatz.

An nächsten Tag laufen wir gegen 13.00 Uhr in Lissabon ein. Wir beobachten das Ganze vom Pooldeck aus, der „Lektor“ erklärt über Lautsprecher von der Brücke die an uns vorbei gleitenden Sehenswürdigkeiten wie Turm Belem, das Seefahrerdenkmal und das Kloster Belem. Unser Liegeplatz liegt wieder in Alcantara, direkt an der berühmten Brücke des 25. April (deren „gelochte“ Fahrbahn merkwürdige Geräusche erzeugt), gegenüber der Jesus-Statue. Auch Lissabon kann man gut auf eigene Faust erkunden. Wir nehmen an der ersten großen Straße nach Einweisung durch einen Einheimischen die Trambahn Nr. 15 bis zum Pl. Comercio. Anders als im Bus (Fahrkarte beim Fahrer) löst man das Ticket direkt am Automaten in der Tram, pro Fahrt Euro 1,40. Dort angekommen, schlendern wir über die eindrucksvolle Fußgängerzone mit ihren Jugendstilfassaden zum Aufzug in die Oberstadt, den wir aber nicht benutzen, sondern uns in das Viertel Chiada „hinaufarbeiten“ und dabei schöne Häuser mit typischen Kachelfassaden und ein tolles Einkaufszentrum zu sehen bekommen. Wieder in der Unterstadt gehen wir über die jeweils sehr beeindruckenden Plätze Pedro und Figueira mit ihren Statuen und Prachtbauten. Durch kleine Altstadtgassen gelangen wir an der Ausgrabungsstätte des Amphi-Theaters vorbei zur Burg Sao Jorge, von der aus man einen hervorragenden Blick über die Stadt hat und die eine schattenspendende, ganz eigene Atmosphäre hat. Der Eintritt von Euro 5,-- lohnt allemal! Über die für die Altstadt so typischen Treppen geht es wieder abwärts und später mit der Tram wieder zurück zur AIDA.

Danach geht´s schnell unter die Dusche und ab zum Essen in das Calipso-Restaurant. Dort treffen wir wieder auf Karin und Norbert aus dem Ländle, mit denen wir abends unsere Erlebnisse gern beim Wein austauschen.

Am nächsten Tag, der 2. Seetag, geben wir uns wieder ganz und gar den kulinarischen, sportlichen und entspannenden Seiten hin. Karin hat heute (30.04.) Geburtstag, sieht an diesem Tag endlich die „gebuchten“ Delphine, holt sich eine gehörige Magenverstimmung und bekommt abends in der „Nightfly-Bar“ ganz überraschend ein Ständchen von Dani & the Boys.

Am 1. Mai sind wird dann in La Coruna. Hier haben wir wieder einen Ausflug gebucht, da Santiago de Compostela, was wir unbedingt sehen wollen, zu weit weg ist für eine selbstorganisierte Tour. Zunächst geht es mit dem Bus ein bißchen durch die Stadt zur Autopista und von dort zu einem privaten galizischen Anwesen (Palacio de Oca) mit einem äußerst sehenswerten Park, der einem bei der Neugestaltung des eigenen Gartens einige Anregungen geben kann: Brunnen, Azaleen und Rhododendren in allen Farben, barocke Ornamente mit Buchsbäumchenbegrenzungen, Teiche und Wasserspiele, eindrucksvolle Schattengestaltung und klassische Architektur! Sehr lohnend!

Weiter geht´s nach Santiago de Compostela, dem Pilgerziel des berühmten Jakobswegs mit seiner mächtigen, sehr beeindruckenden Kathedrale. Hier kommen gerade Pilger an, denen die Strapazen aber auch die Freude anzusehen ist. Unsere Führerin Monica erklärt sehr anschaulich: Das Hostal „Parador de los Reies Catolicos“, das Rathaus, weiter zur „Silberstraße“ hinter der Kathedrale, Ornamente und Statuen an der Fassade, Pl. Quintana mit Freitreppe, durch schmale Gassen vorbei an kleinen Kirchen mit baugleichem Turm zum traditionellen Markt. Überall springt einen förmlich die Pilgerstimmung an. Ein „Mitausflügler“, der später noch durch nicht ausgereifte Tischmanieren auffällt, muss sich sogar – natürlich ohne Bewältigung der Pilgerreise – einen Wanderstab mit entsprechenden Ehrenzeichen kaufen – Lüt gift dat!

Zum Essen werden wir in das kleine Restaurant „Don Quijote“ gebracht, wo wir fürstlich versorgt werden und dazu musikalische Untermalung durch „mittelalterliche“ Tuna-Sänger erhalten. Danach geht´s durch den Seiteneingang, der nur in „heiligen Jahren“ wie diesem (wenn der Geburtstag des Jakob auf einen Sonntag fällt) geöffnet ist, in die Kathedrale hinein. Hier beeindruckt nicht nur das riesige Weihrauchgefäß, das bei Gottesdiensten an einem langen Tau quasi durch das Kirchenschiff „geschleudert“ wird. Pilger defilieren an der Jakobsstatue vorbei und küssen dabei den Mantel, um Segen zu erbitten. Die gesamte Architektur und Kunst hinterläßt einen ehrfürchtigen Eindruck, was wohl jeden in den Bann zieht. Mit diesen Gefühlen wenden wir uns wieder dem Bus zu, der uns zum Schiff zurückbringt. 

Bernd befasst sich wieder mal mit dem Crosstrainer und ich ruhe mich aus, bevor wir uns wieder mit Karin und Norbert im Calypso-Restaurant treffen.

Den Vormittag des nächsten Tages verbringen wir auf Deck 8 in einem windgeschützten Eckchen. Das Wetter ist nicht mehr so toll, es ist bedeckt und später gibt es ein paar Schauer, aber die „rauhe See“ der Biskaya lässt weiter auf sich warten. Gegen Mittag laufen wir – wieder mit Anleitung durch den „Lektor“ – in Santander ein. Ich hatte keine Vorstellung von dem mondänen Edelbad mit seiner sehenswerten Halbinsel Margarita, auf der sich der Königspalast (Sommerresidenz, inzwischen an das Volk zurückgegeben), ein Casino und erstklassige Hotels in „Bell Epoche-Stil“ befinden. Wir haben erneut einen Ausflug gebucht und werden nach einer kurzen Stadtrundfahrt vorbei an der festungsähnlichen Kathedrale und den großartigen, stilvollen Bankgebäuden – insbesondere des „Banco Santander“ – nach Santillana gebracht. Dieses Dorf hat seine mittelalterliche Struktur bis heute bewahrt und zeigt mit seinen Feldsteinbauten wie Bodega, Rathaus, ehemaliges Gefängnis ein nettes Ambiente. Fast in jedem Haus befinden sich irgendwelche kleine Geschäfte, die Soveniers oder Leckereien bereit halten. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die hübsche Kirche mit großem Innenhof und kunstvollen Säulengängen, die von außen ein bisschen an San Vitale in Ravenna erinnert. Zum Schluss bekommen wir auch noch eine kulinarische Abwechslung: Tapas (i.w. Käse und Serrano-Schinken – lecker -, Tortilla und Getränke).

Den Abend verbringen wir außer mit Karin und Norbert noch mit einem sehr netten Paar aus Osnabrück, die  wir auf dem Ausflug kennengelernt haben. Dabei ergattern wir noch einem Blick auf den historischen Herkules-Leuchtturm aus der Römerzeit.

Der 3. Seetag beginnt mit einem „Seglerfrühstück“: Ganz unabgesprochen finden sich am Tisch ein älteres Paar aus Bremen und ein anderes Paar aus Hamburg ein, die alle – wie wir – gerne segeln bzw. eigene Boote hatten und über unterschiedliche Segelreviere berichteten. Den Tag, der sich zum Nachmittag hin noch heiter aber mit eiskaltem Nordwind entwickelt, verbringen wir dann wieder mit Sonnen, Fitness und kulinarischen Köstlichkeiten

Das nächste Frühstück verläuft nicht so nett: Oma und Opa setzen sich – ohne Gruß oder Frage, ob noch frei wäre -  mit ihrem Enkel an unseren Tisch und schieben mir noch fast den Beistellteller weg. Als Bernd den Kaffe herüberreicht, bekommt er noch nicht einmal ein „Danke“ dafür. Was sind das bloß für Leute – und Vorbilder?

Unsere letzte Landstation ist am 4. Mai Le Havre. Es ist bedeckt und regnerisch mit unangenehmen Schauerböen. Trotzdem wagen wir einen Spaziergang in die Stadt. Über einen kleinen Fischmarkt laufen wir am Quai Southampton zur Rue de Paris, die uns zu den Plätzen Gambetta mit seinem „Vulkan“ (=Kunstmuseum) und Denkmal und zur Place Hotel de Ville führt. Hier befinden sich nicht nur das gleichnamige Hotel sondern auch das Rathaus, ein netter Stadtgarten und das Widerstandsdenkmal. Wir flanieren über die Avenue Fock und lassen die Architektur auf uns wirken: Aufgrund der Kriegszerstörungen musste die Stadt fast völlig neu aufgebaut werden. So findet man i.w. Betonbauten aus den 50/60iger Jahren, die aber auf großzügig angelegten Straßen mit viel Grün stehen und durch ihren einheitlichen Baustil ein typisches Stilelement liefern. Die Stadt wirkt trotz des Regens freundlich. Dazu trägt sicher auch der Strand bei, von dem aus man den regen Schiffsverkehr beobachten kann. Zum Schluss besuchen wir noch die Kirche St. Joseph, die im französischen „Gebeinhausstil“ gebaut wurde, wie man ihn z.B. auch bei der Gedenkstätte in Verdun antrifft. Wir schlendern zurück, gucken in die örtliche Markthalle mit ebenfalls appetitlichem Angebot, weiter zur modernen Hängebrücke, die ein bisschen wir „Klein-Millau“ aussieht, und laufen schließlich durch kleine Gassen und Hinterhöfe zurück zum Schiff.

Der Nachmittag hat wieder eine Fitness-Einlage, mit der man sich den Köstlichkeiten später mit etwas besserem Gewissen nähern kann (obwohl die „Fresslust“ in Verlauf der Reise bei den meisten nachlässt).

Der letzte Seetag ist zunächst geprägt von Sonnen auf Deck 7. Hier befindet sich die erst um 16.00 Uhr geöffnete Ocean-Bar am Heck des Schiffs, die uns auf allen bisherigen Reisen immer gut gefallen hatte, diesmal aber als Sammelplatz für „verbannte“ Raucher und Angeber dient. Bis es da los geht kann man aber herrlich die Sonne genießen. Später ruft das Fitnessgerät noch einmal, wir bummeln noch durch den AIDA-Shop und packen darf ja auch nicht vergessen werden!

Einem letzten Abend mit Karin und Norbert im Calypso-Restaurant und der Nightfly-Bar folgt dann nach dem Einlaufen in Hamburg eine stressfreie Taxifahrt nach Hause – die Aschewolke treibt schon wieder ihr Unwesen…..

Slideshow der Tour
 

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Stand: 03.08.10