07.09.08

Home
Nach oben

 

Motorradtour über die Sivretta-Hochalpenstraße

Freitag, 5. September 2008, 18° C, heiter bis wolkig – Motorradwetter! Noch vor dem Wochenende wollen wir die Sivretta-Hochalpenstraße unter die Räder nehmen. Los geht´s nach Bludenz, wo die Straße nach Schlunz gesperrt ist und wir mangels Beschilderung die kleinen Wohnstraßen und den Tennisclub des Städtchens erkunden. Schließlich finden wir dann doch eine Umleitungsbeschilderung „Montafon“ – das Tal in dem Schlunz liegt. So gelangen wir ohne Autobahn (haben für das Mopped keine Vignette) auf die richtige, typische Talstraße, die anfangs relativ viel befahren ist und Dörfchen an Dörfchen reiht, bis wir zur Mautstelle kommen. Ein Tagesticket kostet für ein Motorrad und zwei Personen Euro 10,50 und berechtigt zu beliebig vielen Fahrten auf der Strecke. Ab jetzt arbeitet sich die Straße durch Wald und den Hang entlang mit 30 gut fahrbaren Kehren und unzähligen, zackigen Kurven den Berg hoch.
Ein holländisches Auto haben wir hinter uns gelassen und keinen anderen vor uns, haben sozusagen unseren eigenen „slot“ – also fahren nach eigenem „gusto“!
An einigen Rastmöglichkeiten bieten sich herrliche Ausblicke auf die „Lindwurm“-Strecke und die großartige Berglandschaft mit ihren teils schroffen Kuppen. Nach dem Kurvenspaß auf gutem Belag halten wir am grün schimmernden Silvretta-Stausee, wo Bootsrundfahrten angeboten werden. Angesichts dunkler Wolken und einer ziemlich steifen Brise hier oben nehmen wir davon Abstand.
Weiter geht´s, jetzt abwärts: Es folgen noch einige Kehren, dann flotte Kurven in Richtung der Wintersportorte im Tal. Mich erinnert die Strecke an die Abfahrt des Passo Pordoi in den Dolomiten. Hinter der Mautstation biegen wir links ein zum Kops-Stausee beim Zeinisjoch (1842m). Hier gibt es neben einem Restaurant sogar einen kleinen Campingplatz, der allerdings nur von Landeck aus erreichbar ist, da die Sivretta-Hochalpenstraße – mit Recht – für Anhänger gesperrt ist. Um so erstaunlicher ist es, dass sich normale Reisebusse dort hoch quälen dürfen, obwohl sie kaum um die engen Kurven kommen und teilweise dabei auf dem Asphalt aufsetzen! Wer dahinter hängt, hat schlichtweg verloren, an Überholen ist nicht zu denken! Zum Glück kommt uns so ein Tross nur entgegen!

Wir machen noch einen kleinen Abstecher zu dem bekannten Wintersportort Galtür, den Ort, der vor einigen Jahren so schwer von einer Lawine heimgesucht wurde. Zu sehen ist für uns aber davon nichts mehr. Es wirkt alles sehr hübsch und aufgeräumt.

Jetzt ist noch ein bißchen Kurvenräubern angesagt: Zurück zur Bielerhöhe (2037m), kurze Rast und weiter geht´s zum Kurventraining! Wir wedeln zackig runter bis Kehre 8, dann umdrehen, wieder hoch und nochmal das Ganze! Ein Heidenspaß, insbesondere wenn man die Straße ein bißchen einschätzen kann! Vor der Kurve hinten anbremsen und die Maschine gierig am Gas halten, um sofort wieder aus der Kurve zu ziehen! An der Mautstation bemerkt Bernd, dass die Hinterradbremse nicht mehr mitmacht, weil sie heiß gelaufen ist!

Heiß ist es auch im Tal geworden, was in den Bergen nicht so zu merken war. Der Fön bläst in starken Böen und hat im Örtchen Vandas einen Baum auf die Straße geworfen. In der Hitze in der Vollmontur zu stehen, ist kein Vergnügen. Doch schnell ist der österreichische ADAC (ÖAMTC) zur Stelle und gibt einen prima Umleitungstipp!
Umleitungen sind heute irgendwie unser Thema: In Bludenz gibt es von der anderen Seite keinen Hinweis auf die gesperrte Straße und so müssen wir uns wieder – ohne Schilder – eine Umleitung durch die Stadt suchen – inzwischen kennen wir uns ja aus....

Nach rd. 150 Bergkilometern und der im Tal herrschenden Temperatur von jetzt immerhin 31° C sind wir beide am Ende einigermaßen platt.

 

Copyright 2008 eurotourer.de

Home

Stand: 07.09.08