Ausflug nach San Marino (mit Slideshow)
Camping Adriano, Punta Marina Terme, 20 C. Heute morgen hat sich
eine hohe, dünne Wolkenschicht gebildet, die aber nicht nach Regen
aussieht. Das perfekte Wetter für einen Ausflug mit dem Mopped in
die rd. 80 km entfernte, älteste noch bestehende Republik San
Marino!
Zunächst fahren wir an einer der schönsten Sehenswürdigkeiten
Ravennas vorbei, der Kirche San Appollinare in Clase, die einen
eigenen Besuch wert ist.
Über die vorgelagerten Lidi (Strandorte) wie Milano Marittima geht
es erst langsamer, später dann über die Autobahn zunächst nach
Rimini, dem „Teutonengrill“, der sich allerdings Mitte Mai erst im
Aufbau befindet: Penibel, mit Draht (!) kreuz und quer ausgerichtete
Liegen und Schirme werden in den verschiendenen Bagni – natürlich
jedes mit eigener Farbgebung und kreativen Namensbezeichnung –
gerade aufgestellt. Obwohl hier noch nichts los ist, läßt sich ohne
Weiteres erahnen, welch touristisches Treiben hier in der Saison
herrschen muss. Exzessives Nachtleben und historische Altstadt
bilden zwei Extreme und bieten ein breit gefächertes
Betätigungsfeld.
Wir verlassen Rimini wieder und erreichen über eine kurvenreiche,
steile Straße den oberen, historischen Teil von San Marino. Am Tor „Porta
San Francesco“ halten wir auf einem Moto-Parkplatz. Ein Beamter
regelt hier gewissenhaft und sehr würdevoll den Verkehrsfluß
zwischen Fußgängern und Autos.
Über steile Gassen, in denen die üblichen Lädchen und
Souvenirgeschäfte nicht fehlen dürfen, kommen wir hinauf zur Piazza
della Libertá mit der Freiheitsstatue und dem Palazzo del Governo,
mit seinen gezackten Türmchen. Hier dienen noch Männer in
historischen Uniformen als Wachen.
An der Cava die Balestieri, einer Art Amphitheater, vorbei geht es
zur tempelartigen Basilika di San Marino, die ein prächtiges
Innenschiff beherbergt. Ab jetzt arbeiten wir uns – im wahrsten
Sinne des Wortes – nach oben (ähnlich steil wie in Montepulciano)
zur den drei Festungstürmen auf den drei Gipfeln des Monte di Titano,
der zu einer Seite fast senkrecht und damit uneinnehmbar abfällt.
Gemauerte Verbindungsgänge, die durch teilweise parkähnliche,
schattige Anlagen führen, Schießscharten in Stadtmauer und Türmen!
Man fragt sich unwillkürlich, wie die Leute die Steine zum Bau der
imposanten Bauwerke hier oben hoch bekommen haben. Schließlich
stammen die meisten Gebäude aus dem 13. Jh.! Durch eine
Grundrenovierung vor rd. 100 Jahren herrscht in der ganzen Anlage
ein eindrucksvoll gut erhaltenes Ambiente mit Stadtmauer und vielen
flotten Autos davor – Geld dürfte hier weniger ein Problem
darstellen.....
Um 12.00 Uhr grüßt uns noch ein großes, anhaltendes Geläute von den
Glocken des ersten Festungsturms, ehe wir uns auf den Weg zurück
machen, diesmal „hinten herum“ über Land ohne Rimini.
Ein Abstecher in dieses mittelalterliche Kleinod versetzt einen in
eine andere Zeit und lohnt auf jeden Fall!
Slideshow San Marino
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