06.06.08

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Ein Ausflug nach Montepulciano und Pienza (südliche Toskana)

Heute starten wir aufgrund der ungewissen Wetterlage einmal mit dem Peugeot Boxer zum Sightseeing. Vom Campingplatz Italgest fahren wir durch eine wunderbar gründe Landschaft zunächst nach Chiusi, einer alten Etrusker-Stadt, in der noch einige alte, etruskische Gräber mit – wie man hört – wunderschönen Wandmalereien zu besichtigen sind, und die eine niedliche Altstadt haben soll. Da wir heute andere Ziele haben, fahren wir aber ohne Stopp weiter und erreichen über Chianciano Terme, ein vornehmeres Kurbad mit eigener Quelle, endlich den Abzweiger nach Montepulciano. Auf dem ausgeschilderten Wohnmobilparkplatz findet gerade eine Kirmes statt, also Alternativen suchen im Auto-, Menschen- und kleine-Straßen-Gewirr. Natürlich finden wir eine Parkmöglichkeit ganz unten im Ort – man muss dazu wissen, dass es in Montepulciano recht steil zugeht. Alle anderen Parkplätze sind dicht gedrängt gefüllt, und dass, obwohl es erst Ende April und zudem noch ein Wochentag ist.

Durch das ehrwürdige Tor Porta al Prato betreten wir die Innenstadt und folgen dem „Corso“, der immer flott bergauf als recht enge Straße durch das Städtchen führt. Ansehnliche, mittelalterliche Steinhäuser und Pallazi mit vielen kleinen Enotekas (Montepulciano ist berühmt für seinen vino nobile) und Geschäften säumen den Corso, es kreuzen noch schmalere, steilen Gassen und enge Stiege, jede Straße hat ihre eigene Fahne, die man an den Aussenfassaden der Häuser positioniert sieht. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll, insbesondere, weil die Einheimischen mit Sonderausweis in den engen Straßen auch noch Auto fahren dürfen – ein Holländer hat sich mit seinem SUV ebenfalls in das Labyrinth verirrt, seine Frau sieht auf dem Beifahrersitz gar nicht entspannt aus, obwohl sie keinen Caravan dabei haben....Der Ort ist lebensgefährlich!
Irgendwann teilt sich der Weg und wir biegen nach rechts ab, wo uns noch kleinere Straßen hinauf zum höchsten Punkt, der Piazza Grande, führen. Hier befindet sich neben einigen hübschen Pallazi (P. del Capitano de Popolo, P. Tarugi) auch der Dom, von dessen Hinterseite man einen phantastischen Ausblick auf die grandiose Toskana-Landschaft und die 2 km vor dem Ort stehende, architektonisch außerordentlich schöne Kirche San Biagio hat. Die Euro 1,60 für die Turmbesteigung des Doms kann man sich von diesem Standpunkt aus sparen.
Biegt man links vor dem Dom ab, kommt man zu einer Villa mit kleiner Parkanlage, die beide allerdings schon bessere Zeit gesehen haben und eine Ausstellung beherbergen. Allerdings ergeben sich von hieraus auch weitere schöne Panorama-Ausblicke. Wir schlendern – jetzt geht es nur noch bergab! – durch die kleine Via Ricci mit netten Lokalen zur benachbarten Kirche San Francesco und – wieder durch engste Gassen mit kleinen Torbögen – an San Lucca vorbei Richtung Corso. Die Anstrengung lohnt sich, dieses beeindruckende Städtchen auf seinem ca. 600 m hohen Hügel gesehen zu haben!

Durch die grün-gelb blühende Toskana mit ihren typischen Häusern und Gehöften und deren Zypressen gesäumten Straßen und Einfahrten geht es ca. 20 km weiter nach Pienza. Pabst Pius II. wollte aus seiner Geburtsstadt ein „Ideal“ der Renaissance machen, was er jedoch nicht zu Ende führen konnte. So trifft in Pienza ein mittelalterliches Dorf mit einigen recht pompösen Prachtbauten zusammen.
Auch hier sind die freien, gut ausgeschilderten Parkplätze außerhalb der Stadtmauern rar. Man betritt das kleine Städtchen durch ein enges Tor, das geradewegs auf den Hauptweg, den Corso Rossellino, führt. Dieser bringt einen durch die Häuserschlucht zwangsläufig an einer kleinen mittelalterlichen Kirche vorbei an den „großen“ Platz, auf dem der Dom mit seinem prachtvollen Innenschiff seinen Platz gefunden hat. Der davor stehende Brunnen „Pozzo die Cani“ läßt die ehrgeizigen Pläne Pius erkennen. Ein paar Schritte weiter folgenden wir einer kleinen Straße nach rechts und gelangen zur Stadtmauer, von der man herrliche Ausblicke hat. Wir gehen bis zum naheliegenden Ende – es ist dort alles recht klein und eben – vorbei an der Kirche San Francesco wieder auf den Corso Rossellino zurück zum Eingang. Dabei schauen wir in die eine oder andere enge Gasse und treffen so zufällig auf ein nettes Lokal in einem hübschen Garten, was uns wegen eines so wunderbar blühenden Baums auffällt. Das Lokal heißt bezeichnenderweise „Giardino segreto“, also geheimer Garten, und befindet sich hinter einer hohen Mauer. Die offene Tür gewährt Einblicke dahinter und ein Aufkleber zeugt von einer Auszeichnung der Küche. Heute ist uns aber nicht nach Essen gehen und so machen wir uns wieder auf den Heimweg – durch diese wunderbare, kurvige Toskana...



 

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Stand: 06.06.08