Eine Super-Motorradtour durch das Engtal, über
den Kesselberg, Kloster Ettal und am Plansee zurück
9. Juni 2008: Wir starten vom Campingplatz Tennsee in Krün bei
Mittenwald mit Blick auf das Zugspitz- und Karwendelmassiv. Heute
soll es nicht so heiß werden und lockt daher zu einer Moppedtour.
Schnell noch auftanken in Scharmitz (A), dann kann es los gehen:
Wieder zurück über Krün nach Wallgau und dann auf die kleine
Mautstraße Richtung Vorderriß. Das schmale Teerband schlängelt sich
durch den Wald an der grün-blau-weiß gurgelnden Isar entlang. Schon
dieser Eindruck ist die Euro 3,-- Maut wert; man erwirbt allerdings
hierfür zusätzlich das Recht, auch die kleine Mautstraße zwischen
Jachenau und Einsiedel am Walchensee zu benutzen, die wir später im
Visier haben.
Jetzt biegen wir erst einmal ab ins hübsche Engtal, wo uns flotte
Kurven, ein grün-weißer Bach mit kleinen Stromschnellen und später
die Mautstation erwarten. Für Euro 2,50 darf man bis zum Ende des
Tales weiterfahren. Dabei trifft man auf auf freilaufende Kühe, die
durch Weidegitter „im Zaum“ gehalten werden, sich aber gern mal
überraschend in der Verkehrssituation präsentieren – also Achtung!
An eindrucksvollen Felsmassiven vorbei, führt uns die kleine, gut zu
befahrende Straße durch eine dicht mit Ahornbäumen besiedelte Ebene.
Aufgrund der vorherrschenden Wetterbedingungen sind die jeweiligen
Nordseiten der Bäume dick mit Moos bedeckt und muten irgendwie
mystisch an. Das Tal endet an einer riesigen Feldwand, in deren
„Taschen“ noch Schnee liegt. Darunter befindet sich die Speckalm
(mit eigenen Motorradstellplätzen), auf der man gut einkehren und
auch Hausgemachtes mitnehmen kann. Hier erschließt sich ein äußerst
reizvolles Wandergebiet, das einige bei mehrtägigen
Übernachtungsaufenthalten auf der Alm für sich erkunden.
Nach unserer kleinen Rast mit Bananensplit und Cappuccini machen wir
uns zurück auf den Weg nach Vorderriß, wobei wir in nicht allzu
weiter Ferne Gämse beobachten können – sehr idyllisch hier!
Jetzt wird die Straße wieder größer und führt uns direkt vorbei am
smaragd-grünen Sylvensteinspeicher. Von hier aus ist es nicht mehr
weit nach Jachenau, einem kleinen, verschlafenen Dorf, in dam Ende
des Tals, in dem Bernd als Kind häufig seine Ferien verbracht hat.
Sein Lieblingslokal „Die Post“ hat montags Ruhetag, verfügt sonst
wohl aber über ein umfangreiches Angebot an deftigen, leckeren
Speisen.

Es folgt die eingangs schon erwähnte, im Preis inbegriffene
Mautstraße nach Einsiedel. Entlang des romantisch schimmernden
Walchensees zeigt mir Bernd den „Herzogenstand“ und die „Benediktenwand“
– alte Erfahrung....
Weiter geht´s auf die Bundesstraße nach Kochel am See. Jeder in der
Gegend weiß, dass sich hier der Kesselberg mit „fetzigen“ Kurven
befindet. Am Wochenende meidet man den lieber vollständig, aber auch
an normalen Tagen üben sich hier manche im „Kurventraining“ – das
wissen allerdings auch die Ordnungshüter. Wir werden von dem Wagen
des örtlichen Wasserwartes ausgebremst, entdecken dadurch mit völlig
vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit den Blitzerstandort der Polizei
und fahren den Berg mit seinem kirmisgerechten Kurvenerlebnis noch
einmal zurück und wieder hin – wohl wissend, wo wir „brav“ sein
müssen......
Wir halten uns dann Richtung Murnau, fahren über Ohlstadt nach
Oberau und folgen dem Abzweiger über eine grandiose Kurvenstrecke
den Berg hinauf zum Kloster Ettal: Dort finden wir ein phantastisch
gut erhaltenes Bauwerk, bestehend aus Basilika, Internat und
Gymnasium in äußerst gepflegtem Zustand vor.
Die Basilika beherbergt ein prunkvolles „Innenleben“, das man
unbedingt gesehen haben sollte, zumal der Eintritt frei ist: Roter,
rosa und weißer Marmor an den Wänden, farbenfrohe Gemälde (u.a. der
Gang nach Canossa) und an den Deckengewölben aufwendige Ornamente,
mit Gold verziert.
Beeindruckt setzen wir unseren Weg fort und fahren am nahegelegenen
Schloß Linderhof
vorbei, wobei wir in einen kleinen, aber nicht allzu gemeinen
Schauer kommen. Wir wedeln weiter über die kleine, landschaftlich
reizvolle und für Wohnwagen wirklich nicht geeignete Straße am
sehenswerten Plansee entlang und beenden unsere Tour über Reutte und
Garmisch-Partenkirchen. Hierbei sind heute rd. 300 km und ca. 7
Stunden mit Super-Eindrücken und tollen Kurven zusammengekommen!
Prädikat: Empfehlenswert
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