14.10.08

Home
Nach oben

 

Motorradtour am Wilden Kaiser, Wendelstein und im Chiemgau

Von unserem Campingplatz in Oberwössen im Chiemgau geht´s erst einmal zum Auftranken nach Österreich. Eine kurvenreiche Straße führt uns über den Masererpass zunächst ins meist überlaufene, aber interessante Reit im Winkl, wo Heimatsängerinnen wie die Helbigs und Skistars wie Rosi Mittermeier Pensionen betreiben. Wir sehen aber zu, aus dem Getümmel schnell heraus zu kommen, schlängeln uns durch das ehemalige Niemandsland mit tollen Kurven am Bach entlang – leider mit sehr schlechtem Belag – nach Kössen, wo einen als erste österreichische Begrüßung ein Tankstelle anlacht.
Jetzt rollen wir am schönen Walchsee entlang Richtung Kufstein immer den Wilden Kaiser im Blick, biegen aber vorher links ab nach Ebbs. Hier findet jeweils im August ein Fest statt, bei dem riesengroße kunstvolle Figuren aus Blumen geformt mit Traktoren durch das Dorf gezogen werden – sehr sehenswert!
Die Straße führt uns unweigerlich nach Kufstein, wo bereits das erste Etappenziel Thiersee gut ausgeschildert ist. Kurz über die Innbrücke mit Blick auf die auf einem Fels gelegene Burg Geroldseck und schon geht es rechts ab auf eine gute Straße, die sich mit flotten Kurven den Berg herauf arbeitet und sich dann am Fels entlang schlängelt. Plötzlich bietet sich der wunderbare Blick nach Vorderthiersee mit dem in seiner Mulde gelegenen grünen See. An diesem vorbei geht es zunächst kurvig weiter am Berg entlang, während man nach Überquerung des Ursprungspasses in einer eher hochplateau-artigen Waldlandschaft befindet. Die Straße endet vor Bayrischzell, wo wir rechts zum Sudelfeld im Wendelsteingebirge abbiegen. Eine Wahnsinnskurvenstrecke führt hierauf, allerdings ist Vorsicht geboten: Auch die Polizei weiß, dass die Kurven hier Spaß machen und kontrolliert gern das Tempolimit, das u.a. aufgrund vieler, heftiger Unfälle herrscht. Fiese Bitumenstreifen tun das Ihrige dazu. Dennoch werden viele Biker von der Strecke, die auf der anderen Seite in den berühmten “Tatzelwurm“ mündet, unwiderstehlich angezogen – mit Recht!
Lohnend ist auf jeden Fall auch der Abstecher von der „Rennstrecke“ auf das kleine, z.T. relativ steile Teerband zur Spitze des Sudelfelds, wo mehrere Gasthöfe zur Einkehr mit wunderbarem Ausblick einladen.
Wir drehen wieder um und fahren ein kurzes Stück auf der B 307 bis zur Abbiegung zu dem hübschen, verwinkelten Fischbachau. Von dort führt die landschaftlich hübsche Straße auf und ab durch Felder bis wir in Hundsham auf eine kleinere beschwingte Mittelgebirgsstrecke einbiegen, die später in Serpentinen nach Bad Feilnbach herunter führt. Etwas flacher geht´s weiter nach Brannenburg (von hier aus führt auch eine sehr nette, aber mautpflichtige Straße durch den Wald Richtung Sudelfeld). Dort fahren wir eine rechts-links-Kombination und gelangen so auf die Straße nach Nußdorf, die uns wieder über den Inn bringt. Das ist der Einstieg zum nächsten Kurvenspaß, dem Samerberg. Leider herrscht auch hier ein Tempolimit, man trifft aber in der hügeligen, sehr sehenswerten, satt grünen Landschaft mit vereinzelten Gehöften weniger Staatsvertreter. Wer mag, kann sich den niedlichen Ort Neubeuren mit sehr hübschem Stadttor anschauen; wir wedeln heute aber ohne diesen Abstecher flott in Richtung Törwang auf und ab. Hier findet ebenfalls im August regelmäßig ein „Enten-Treffen“ (Citroen 2 CV), zu dem man unterschiedlichste Modellversionen sehen kann und für das z.T. lange Anreisen in Kauf genommen werden.
Zum Ende der Samerbergstrecke wird der Belag leider fast unbefahrbar, Vorsicht vor „Versetzern“ in eigentlich grandiosen Kurven!
Jetzt folgen wir der Straße neben der Autobahn bis Aschau und fahren an der ebenfalls sehenswerten, gut erhaltenen Burg (mit Nebengebäuden) Hohenaschau und der Kampenwandbahn vorbei weiter nach Sachrang, das u.a. durch eine Heimatromanverfilmung bekannt geworden ist. Bis hier zur österreichischen Grenze führt die Talstraße durch grüne Wiesen, von Felsen eingerahmt. Später schraubt sich die Straße zunächst durch Wald, dann mit herrlichem Blick auf das Inntal bei Sebi in Turbokurven und
–kehren herunter.
Zurück nach Kössen! Dort kommt jetzt das letzte Highlight für dieses Tour: Wir biegen am Kreisel ab nach Schleching, überholen noch schnell ein langsames Auto und sind ganz allein auf der zackigen Kurvenstrecke am Fels entlang nach Deutschland – super! Durch das hübsche Tal um Schleching fahren wir noch bis kurz vor Marquartstein und wenden uns über Unterwössen wieder dem Campingplatz zu.

 

Copyright 2008 eurotourer.de

Home

Stand: 14.09.08