Motorradtour am Wilden Kaiser, Wendelstein und im
Chiemgau
Von unserem Campingplatz in Oberwössen im Chiemgau geht´s erst
einmal zum Auftranken nach Österreich. Eine kurvenreiche Straße
führt uns über den Masererpass zunächst ins meist überlaufene, aber
interessante Reit im Winkl, wo Heimatsängerinnen wie die Helbigs und
Skistars wie Rosi Mittermeier Pensionen betreiben. Wir sehen aber
zu, aus dem Getümmel schnell heraus zu kommen, schlängeln uns durch
das ehemalige Niemandsland mit tollen Kurven am Bach entlang –
leider mit sehr schlechtem Belag – nach Kössen, wo einen als erste
österreichische Begrüßung ein Tankstelle anlacht.
Jetzt rollen wir am schönen Walchsee entlang Richtung Kufstein immer
den Wilden Kaiser im Blick, biegen aber vorher links ab nach Ebbs.
Hier findet jeweils im August ein Fest statt, bei dem riesengroße
kunstvolle Figuren aus Blumen geformt mit Traktoren durch das Dorf
gezogen werden – sehr sehenswert!
Die Straße führt uns unweigerlich nach Kufstein, wo bereits das
erste Etappenziel Thiersee gut ausgeschildert ist. Kurz über die
Innbrücke mit Blick auf die auf einem Fels gelegene Burg Geroldseck
und schon geht es rechts ab auf eine gute Straße, die sich mit
flotten Kurven den Berg herauf arbeitet und sich dann am Fels
entlang schlängelt. Plötzlich bietet sich der wunderbare Blick nach
Vorderthiersee mit dem in seiner Mulde gelegenen grünen See. An
diesem vorbei geht es zunächst kurvig weiter am Berg entlang,
während man nach Überquerung des Ursprungspasses in einer eher
hochplateau-artigen Waldlandschaft befindet. Die Straße endet vor
Bayrischzell, wo wir rechts zum Sudelfeld im Wendelsteingebirge
abbiegen. Eine Wahnsinnskurvenstrecke führt hierauf, allerdings ist
Vorsicht geboten: Auch die Polizei weiß, dass die Kurven hier Spaß
machen und kontrolliert gern das Tempolimit, das u.a. aufgrund
vieler, heftiger Unfälle herrscht. Fiese Bitumenstreifen tun das
Ihrige dazu. Dennoch werden viele Biker von der Strecke, die auf der
anderen Seite in den berühmten “Tatzelwurm“ mündet, unwiderstehlich
angezogen – mit Recht!
Lohnend ist auf jeden Fall auch der Abstecher von der „Rennstrecke“
auf das kleine, z.T. relativ steile Teerband zur Spitze des
Sudelfelds, wo mehrere Gasthöfe zur Einkehr mit wunderbarem Ausblick
einladen.
Wir drehen wieder um und fahren ein kurzes Stück auf der B 307 bis
zur Abbiegung zu dem hübschen, verwinkelten Fischbachau. Von dort
führt die landschaftlich hübsche Straße auf und ab durch Felder bis
wir in Hundsham auf eine kleinere beschwingte Mittelgebirgsstrecke
einbiegen, die später in Serpentinen nach Bad Feilnbach herunter
führt. Etwas flacher geht´s weiter nach Brannenburg (von hier aus
führt auch eine sehr nette, aber mautpflichtige Straße durch den
Wald Richtung Sudelfeld). Dort fahren wir eine
rechts-links-Kombination und gelangen so auf die Straße nach Nußdorf,
die uns wieder über den Inn bringt. Das ist der Einstieg zum
nächsten Kurvenspaß, dem Samerberg. Leider herrscht auch hier ein
Tempolimit, man trifft aber in der hügeligen, sehr sehenswerten,
satt grünen Landschaft mit vereinzelten Gehöften weniger
Staatsvertreter. Wer mag, kann sich den niedlichen Ort Neubeuren mit
sehr hübschem Stadttor anschauen; wir wedeln heute aber ohne diesen
Abstecher flott in Richtung Törwang auf und ab. Hier findet
ebenfalls im August regelmäßig ein „Enten-Treffen“ (Citroen 2 CV),
zu dem man unterschiedlichste Modellversionen sehen kann und für das
z.T. lange Anreisen in Kauf genommen werden.
Zum Ende der Samerbergstrecke wird der Belag leider fast
unbefahrbar, Vorsicht vor „Versetzern“ in eigentlich grandiosen
Kurven!
Jetzt folgen wir der Straße neben der Autobahn bis Aschau und fahren
an der ebenfalls sehenswerten, gut erhaltenen Burg (mit
Nebengebäuden) Hohenaschau und der Kampenwandbahn vorbei weiter nach
Sachrang, das u.a. durch eine Heimatromanverfilmung bekannt geworden
ist. Bis hier zur österreichischen Grenze führt die Talstraße durch
grüne Wiesen, von Felsen eingerahmt. Später schraubt sich die Straße
zunächst durch Wald, dann mit herrlichem Blick auf das Inntal bei
Sebi in Turbokurven und
–kehren herunter.
Zurück nach Kössen! Dort kommt jetzt das letzte Highlight für dieses
Tour: Wir biegen am Kreisel ab nach Schleching, überholen noch
schnell ein langsames Auto und sind ganz allein auf der zackigen
Kurvenstrecke am Fels entlang nach Deutschland – super! Durch das
hübsche Tal um Schleching fahren wir noch bis kurz vor Marquartstein
und wenden uns über Unterwössen wieder dem Campingplatz zu.
Copyright 2008 eurotourer.de