Motorradtour zum Monte Amiata
Heute wollen wir die Gegend um den höchsten Berg der Toskana, dem
Monte Amiata, erkunden. Zunächst geht es in Richtung Chiusi auf
einer größeren Landstraße. Da es in der Zielrichtung eher ländlich
zugeht, ist vorher voll tanken ratsam. Danach verlassen wir die
Landstraße und tauchen auf kleinen Straßen in eine grüne, meist
bewaldete Hügellandschaft ab. Kurvig, mit leider schlechtem
Untergrund führt uns der Weg rauf und runter über Piegaro, bis wir
schließlich die an ihre Hügelkuppe gekrallte Citta della Pieve
erreichen. Dieses mittelalterliche Städtchen müssen wir uns bei
Gelegenheit `mal intensiver anschauen! Heute stehen die Zeichen auf
Mopped fahren!
In Serpentinen geht es jetzt bergab – mit herrlichen Ausblicken auf
das Tal. Durch grüne Hügel, mal bewaldet, mal mit Feldern schwingen
wir uns – meist ganz allein - die Straße entlang, die zum Glück
jetzt einen besseren Belag aufweist. Wo es bergab geht, geht es
meist auch wieder bergauf: Die Straße schlängelt sich mit Kurven und
Tornanti einen Berg hinauf und wir landen in einem kleinen Ort namens
Piancastgnaio, das sich einerseits auszeichnet durch einen hohen
Schornstein, der Schwefelgase von sich gibt, andererseits aber auch
eine kleine Burg mit schiefem Turm zu bieten hat. Es folgt ein
netter Ort, Abbadia San Salvatore, mit einem hübschen Ortskern,
Brunnen, Denkmal und sonntäglichem Treiben, das eher alpenländisch
anmutet.
Ab jetzt geht`s bergab Richtung Pienza. In der Kommune Siena, zu der
die Stadt gehört, sind die Straßen deutlich besser, so dass die
Kurven hier richtig Spaß machen. Und jetzt wird die Landschaft auch
so echt „toskanisch“ – fast kitschig schön: Zypressen begrenzen so
manche Straße und Auffahrt, terrakottafarbene Häuser mit ihren
runden Loggien auf dem Hügel, natürlich umgeben von Zypressen und
Pinien. Die sattgrünen Felder sind mit wildem Raps durchsetzt, so
dass ein gelber bis hellgrüner Schimmer entsteht. Am Wegesrand
blüht fast überall Mohn. An anderer Stelle stehen Olivenhaine oder
Weinreben. Herrlich sanfte Hügel und dieser Duft! Kurven sind das
eine, aber die wunderschöne Toskana-Landschaft ist das wirklich
Reizvolle! Wir können uns gar nicht satt sehen! Wir kommen um eine
„Ecke“ und uns bietet sich noch ein phantastisches Bild: Pienza,
hoch oben auf dem nächsten Hügel!
Zu Besichtigungen ist ein Sonntag weniger geeignet, also fahren wir
nur hindurch und landen schließlich an dem mittelalterlichen kleinen
Örtchen San Quirico, vor dem wir links abbiegen. Eine kleine Straße,
die kaum genutzt wird, führt uns mitten durch die wunderbare
Landschaft Richtung Chiusi, wo es wieder etwas belebter wird. Hier
kann man auch einige Villen in schönen Gärten, hinter meist hohen
Mauern erahnen.
Voller bezaubernder Eindrücke geht die Fahrt nach ca. 150 km zu Ende
und wir lassen diese später bei einem Bier vor dem Wohnwagen in der
Sonne noch einmal an uns revue passieren.
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