06.02.07

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Barcelona

Die katalanische Hauptstadt verbindet in eindrucksvoller Weise verschiedenste Stilrichtungen in Sachen Kunst, Architektur und Lebensgefühl miteinander. Künstler wie Picasso, Gaudí und Miró sind allgegenwärtig und vertreten den Stil der Modernisme, der im krassen Gegensatz zu den klassischen Gebäuden und Kirchen im Barri Gòtic oder den Jugendstilhäusern des Viertels l`Eixample steht. Die Stadt pulsiert, der Verkehr wälzt sich in Schwindel erregender Geschwindigkeit auf vier- bis fünfspurigen meist Einbahnstraßen durch die Häuserschluchten – immer dazwischen diverse „Motos“ - und trotzdem fühlt man an den unterschiedlichsten Orten den mediterranen Charme der Stadt mit ihren Traditionen, ihrem katalanischen Stolz und der gelassenen Lebensart.
Das katalanische Ehrgefühl ist überall zu spüren, was u.a. daran liegt, dass neben der spanischen Sprache die katalanische eigentlich die Hauptsprache der Stadt ist. Häufig findet man auf z.B. Speisekarten ein katalanische und eine spanische Version – manchmal auch eine englische. Es gibt aber auch Restaurants und Geschäfte, die sich auf katalan beschränken. Im Allgemeinen kommt man aber mit englisch voran, wenngleich spanische Sprachkenntnisse hilfreich sind.
Das katalanische Ehrgefühl geht z.T. so weit, dass man internationale Fluglinien zur Drucken der Bordkarten auf spanisch und katalan zwingen will bzw. die vollständige Unabhängigkeit von Spanien anstrebt, was viele allerdings als übertrieben ansehen.
Die Stadt ist eine wohlhabende Metropole, die sowohl internationales Business als auch Tourismus beherbergt und mit ihren Besuchern freundlich umzugehen weiß.

Wir haben uns bei unserem viertägigen Aufenthalt vorgenommen, die Stadt an sich kennen zu lernen und keine größeren Kulturprogramme wie sicherlich interessante Besuche z.B. des Picasso-Museums oder Kirchenbesichtigungen einzuplanen.


1. Tag: Ramblas, Port Vell, Barceloneta und Barri Gótic
Unser erster Spaziergang führt uns nach unserer Ankunft im Hotel zunächst durch einige Straßenzüge des Jugenstilviertels l`Eixample. Meist vierstöckige Gebäude mit verzierten, gut erhaltenen Fassaden und hübschen Balkonen säumen unseren Weg. Sofort fällt auf, dass die Straßen hier streng wie auf einem Schachbrett angeordnet sind. Straßenecken sehen hier aber anders aus als bei uns: alle „Ecken“ sind um 45 Grad abgeschrägt und mit einem in diesem Winkel zur Straße stehenden Haus bebaut. Die Kreuzung erhält so eher die Form eines Salinos und an den „Eckschrägen“ entstehen dabei noch nebenbei ein paar Parkplätze.
Wir laufen an der Universität vorbei über die - im wahrsten Sinne des Wortes – „Gran Via“ de les Corts Catalanes und kommen zu „dem“ Platz der Stadt, die Placa de Catalunya. Der runde, große Platz beherbergt eine Grünanlage mit einem großen, eindrucksvollen Brunnen, der angesichts des heute sehr windigen Wetters einigen Passanten eine „Dusche“ verpaßt. Umrahmt wird der Platz von einer viel befahrenen Straße und einigen imposanten Gebäuden wie das Haupthaus der Banco Espanol de Créditos und das Kaufhaus „el Corte Inglés“ mit seinen neun Stockwerken, bekannt für hochwertige Mode und sein Restaurant mit Fernblick im obersten Stockwerk.
Hier beginnen dann auch die berühmten „Ramblas“, „die“ Flaniermeile Barcelonas mit unterschiedlichsten Gesichtern. Da sind zum einen die vielen verkleideten, zunächst starr wie Skulpturen verharrenden Straßenkünstler. Manche von ihnen nimmt man erst gar nicht richtig wahr oder erkennt die menschliche Gestalt nur am Rollen der Augen. Gegen ein geringes Entgelt entwickeln sie jedoch sehr unterschiedliche Aktivitäten – sehenswert, insbesondere am späteren Nachmittag oder zum Wochenende hin, wo deutlich mehr Leute auf den Ramblas anzutreffen sind.


Wir folgen der breiten, platanengesäumten Fußgängerzone zwischen zwei verkehrsreichen Straßen, die wiederum von kleinen Geschäften, Cafés, Bars und Hotels besiedelt sind. Überall ist buntes Treiben und im Sommer spendet sicher das Blätterdach angenehmen Schatten. Die Ramblas, die übrigens aus einem ausgetrocknetem Flussbett entstanden sind, bestehen aus mehreren fließend in einander übergehenden Teilabschnitten. Wir kommen zunächst an Händlern vorbei, die Vögel und anderes Kleingetier wie Hamster, Fische und Frösche feilbieten, danach schließt sich ein Abschnitt mit Blumenhändlern an (interessant auch hier die „zusammenklappbaren Geschäfte“)..
Auf der rechten Seite sehen wir das Portal zur Markthalle des „Mercat de Boqueria“. Diesen Markt muss man unbedingt gesehen haben! Eine Unmenge von Ständen bietet wohl sortiertes, appetitlich angerichtetes Obst und Gemüse an, andere präsentieren beste Fleischqualität. Überaus beeindruckend ist aber das reichliche Angebot an Fisch und Meeresfrüchten. Ich würde am liebsten den halben Markt aufkaufen, habe aber im Hotel keine Zubereitungsmöglichkeit – schade! Dieser Markt ist auch bei Einheimischen beliebt, die gern das Angebot einiger Stände, kleine warme Mahlzeiten zuzubereiten, als Mittagstisch oder am Wochenende zu einem Brunch nutzen. Wir sind von der Fülle so beeindruckt, dass wir uns fast verlaufen und Mühe haben, den Ausgang wieder zu finden.


Wieder auf den Ramblas laufen wir weiter in Richtung Meer, kommen vorbei an den Hinweisschildern der Palau Güell (ein von Gaudí gestaltete privates Wohnhaus, das wir aber trotz Empfehlung der Reiseführer nicht besichtigen) und dem Wachsfigurenmuseum (Museu de Cera) und gelangen schließlich zur rd. 60 m hohen Kolumbussäule (Monument de Colon), auf der Kolumbus nach Amerika weist. Nach Überqueren des runden, viel befahrenen Platzes stehen wir vor dem alten, ehrwürdigen Hafengebäude. Über die neu erschaffene Schwenkbrücke erreichen wir die Halbinsel des Port Vell, die Mole d´Espanya, auf dem sich neben dem Maremagnum, einem supermodernen Einkaufszentrum, auch das bekannte l´Aquarium befindet, das wir gesondert besichtigen wollen.
Nach kurzer Rast auf einer Bank mit Blick auf den Hafen schlendern wir weiter – vorbei an riesigen Yachten im Port Vell – nach Barceloneta, einem eher ärmeren Fischerviertel mit vielen kleinen Restaurants und dem Stadtstrand von Barcelona. Hier steht auch der erste Pfeiler der Seilbahn, die (für 9,-- EUR pro Person) auf den „Hausberg“ Montjuic führt. Allerdings fährt die Bahn heute aufgrund des sehr stürmischen Wetters nicht und auch das in dem Turm befindliche Restaurant hat aus Sicherheitsgründen geschlossen.


So laufen wir ein bißchen an der Strandpromenade entlang, auch wenn uns der Wind immer kräftiger entgegenpustet. Quer durch Barceloneta geht`s zurück zum Hafen, entlang dem ehrwürdigen Museu d´Historia de Catalunya und von dort aus ins Barri Gótic, dem gotischen Viertel mit seinen klassischen Bauten. Durch kleine, enge Gassen erkunden wir beachtliche Bauwerke wie Kirchen, einen über eine Gasse reichenden Balkon zwischen zwei Häusern, das Rathaus und den Generalitätspalast. Durch manche Straßenschluchten fegt der Wind fast unerträglich, es kostet Kraft dagegen an zuarbeiten, Staub fliegt einem in die Augen und Zeitungen fetzen umher. Die Kathedrale ist z.Zt. mit einem Gerüst eingehüllt, das sehr bedenklich wackelt, so dass wir es für besser halten, den Rückweg anzutreten.
An den Ramblas erliegen wir den Verführungen der Tapas-Bars und kommen so zu einer überschaubaren Mahlzeit mit unverhältnismäßigem Preis. Wie wir später erfahren, sind gute und preiswerte Tapas-Bars selten. Eine davon durften wir unter fachkundiger Leitung am letzten Abend erleben.

 

2. Tag: L`Aquarium-Besichtigung und Wanderung über den Montjuic

Heute haben wir uns die Besichtigung des Meerwasseraquariums vorgenommen, das eines der größten Europas sein soll. Der Eintritt ist mit EUR 15,50 pro Person nicht billig, allerdings wird einem auch Eindrucksvolles dafür geboten, und ein guter Teil dient letztlich auch dem Erhalt der Anlage.
Zunächst unterrichten verschiedene kleinere Aquarienkästen über Fauna und Flora in einzelnen Unterwassergebieten, wie typische Mittelmeersituationen, aber auch Unterwasserlandschaften der Karibik oder z.B. des Roten Meeers. Je nach Gebiet tummeln sich dort bunte, hübsche oder auch bizarre, gefährlich anmutende Fische, liebevoll gestaltet mit den Korallen und Pflanzen der Region. Natürlich gibt es auch Informationen über Seepferdchen, bei denen ja bekanntlich die Männchen den Nachwuchs austragen.
Der Höhepunkt ist wahrscheinlich für jeden ein durch einen Glastunnel begehbares, riesiges Becken mit Haien, Moränen, Rochen und einem Mondfisch mit seiner ungewöhnlichen Form und Flossenanordnung, den ich zuvor nur aus dem TV kannte. Die Fische schwimmen über einem oder dicht neben einem, zum Greifen nah, vorbei, und ich weiß nicht, wer neugieriger durch das Glas schaut – die Fische oder wir.....Als Krönung bekommen wir noch eine Haifütterung mit, bei der Taucher den Haien direkt in dem Becken Fressen an längeren Stangen förmlich in das Maul stopfen.
Zum Ende hin kommt man an ein Becken mit Tintenfischen, die je nach Gemütslage gern mal zu Streichen aufgelegt sind, und mal auch nur vor sich hindösen. Interessant zu sehen sind auch ein paar zierliche „Tierchen“, die sich in Form und Farbe ideal an die sie umgebender Pflanzenwelt angepaßt haben.

Da man in dem Aquarium nicht mit Blitz fotografieren darf, die Belichtungszeiten bei dem abgedunkelten Licht im eigentlichen Aquariumsteil aber unscharfe Aufnahmen hervorrufen, empfiehlt sich eine Videokamera, die ohnehin die Erlebnisse transparenter und lebendiger aufzeichnet.

Es folgt noch eine gesonderte Ausstellung mit verschiedenen Themenbereichen wie Fragen zu Strömungen, Wasserwirtschaft u.ä., aber auch Terrarien, in denen sich Schildkröten, Leguane, Frösche und auch Pinguine tummeln.

Einzig störend haben wir die vielen Schulklassen unterschiedlichster Nationalität und Altersgruppen empfunden, die nahezu gleichmäßig undiszipliniert und z.T. kreischend durch die Ausstellung zogen. Um ihnen aus dem Weg zu gehen, haben wir den Rundgang quasi zweimal durchlaufen.
Souvenirgeschäft und Fast-Food-Restaurant konnten uns im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugen und wurden daher ausgelassen.

Wanderung über den Montjuic

Nach unserer ca. 2 stündigen Besichtigungstour gönnen wir uns eine kleine Verschnaufpause auf „unserer“ Bank (von gestern) mit Hafenblick. Leider fährt die Seilbahn (Transbordador Aeri) aufgrund des immer noch kräftigen Windes auch heute noch nicht wieder. Schade, wäre sicher ein toller Ausblick über Hafen und Stadt von den 96 m und 158 hohen Pfeilern gewesen. Also erklimmen wir den Montjuic zu Fuß. Vom Aquarium geht´s an der Kolumbussäule und hinter dem Museu Maritim mit Resten der Stadtmauer vorbei in eine kleine Grünanlage, von wo aus ein Weg aus meist Treppen den Hang hinauf führt zum Jardín de Miramar (hübsch angelegter, öffentlich z.T. begehbarer Garten des gleichnamigen Hotels), wo sich auch gleichzeitig die „Bergstation“ der Seilbahn befindet. Von hier aus hat man einen schon faszinierenden Blick über die Stadt.

 
Wir „arbeiten“ uns weiter aufwärts Richtung des Aussichtspunktes Mirador del Alcalde mit seinem überraschenden Pflaster aus u.a. Glasscherben. Von hier aus sowie von der leicht oberhalb des Aussichtspunktes liegenden Festung Castell de Monjuic hat man einen noch spektakuläreren Blick über Stadt und Hafenanlagen. Das Castell beherbergt in seinem Inneren das „Museu Militar“, was sich durch ein paar außen zu besichtigende Kanonen und Lafetten zeigt.
Heute haben wir eine insgesamt schon ausgiebige Laufleistung in den Knochen und beschließen, die eigentlich länger geplante Wanderung über den Olympia-Park deutlich abzukürzen. So geht´s jetzt bergab, vorbei an der gerade in Neubearbeitung befindlichen zweiten Bahn auf den Hausberg, die Teleferic, und an der Skulptur der Sardana-Tänzer (Gemeinschaftstanz der Katalanen) Richtung Museu Etnològic. Dabei kommen wir durch verschiedene kleine, an den Hang gepflanzte, sehr hübsch angelegte, ruhige Parks mit teilweise hohem Baumbestand und können so der offiziellen Straße entfliehen.
Für einen Abstecher auf die sicherlich sehenswerte Placa Espanya sind unsere Füße heute schon zu müde und so nehmen wir geradewegs Ziel auf unser Hotel quer durch den Stadtteil San Antoni. An der Ecke „Carrer del Comte..“ und der „Gran Via..“ entdecken wir – völlig erschöpft - ein kleines Lokal, das mit zweigängigen Gerichten zu Mittagstisch (bis max. 16.00 Uhr) für ca. EUR 8,-- wirbt. Da auch Einheimische und Senioren anzutreffen sind, probieren wir es aus, und bekommen eine preiswerte, gute Qualität an Speisen geboten. Auch die Getränkepreise sind moderat und dienen nicht der „Aufblähung“ der Rechnung. Die Karte ist hier allerdings ausschließlich in spanisch; man muss also schon eine gewisse Vorstellung haben, was es dort gibt. Im Zweifel versuchen die freundlichen Bedienungen auch zu helfen, so gut es eben geht.

3. Tag: Modernisme

Nachdem wir in den letzten Tagen viel Klassisches gesehen haben, wollen wir uns heute der Modernisme widmen. Von unserem Hotel folgen wir der „Carrer de Valencia“ in Richtung Innenstadt, immer entlang der Jugendstilhäuser, die allesamt im Untergeschoß irgendein Geschäft oder eine Bar haben. Nach Überqueren der „Rambla de Catalunya“ erreichen wir die „Passeig de Gràcia, eine beeindruckende, sehr breite, quirrlig-noble Einkaufsstraße, an der alle guten Modeadressen vertreten sind. Allein, um die hier herrschende Atmosphäre zu erfassen, sollte man sich eine Weile an den Rand stellen, das Geschehen an sich vorbeiziehen lassen und einen gezielten Blick auf die imposanten Gebäude verschiedenster Machart zu werfen.
Schon an der nächsten Straßenecke erwartet uns ein Monument der Modernisme, das von Gaudí erbaute „Casa Batllo“ mit seiner bunten Fassade, das weder in Form noch Farbe viel mit traditionellem Hausbau zu tun hat. Überhaupt, die gesamte Häuserzeile dieses Blocks inkl. der Nachbarhäuser ist außerordentlich sehenswert.

Wir drehen um und gehen auf der gegenüber liegenden Straßenseite nördlich bis zur Ecke „Carrer de Provenca“, wo wir auf das ebenfalls von Gaudí erbaute „Casa Milà“ treffen, das auch abseits der Normen geschaffen wurde. Seine bauchigen Balkone und geschwungenen Balkonbrüstungen aus - zwischenzeitlich angerostetem – Schmiedeeisen geben dem Haus eine wellenartige Form und haben für den umgangssprachlichen Namen „la Pedrera“ (= Steinbruch) gesorgt.
Über die „Provenca“ bis zur „Diagonal“ und übe die „Mallorca“ gelangen wir zu dem wohl bedeutensten Monument der Modernisme: die „Sagrada Familia“, bei der es sich um ein seit 1882 im Bau befindliches, – gemessen an klassischen Kirchen – eher skurrilen Bauwerk mit vielen (z.Zt. acht von geplanten 13) Einzeltürmen und (neo)gotischer Fassade handelt, die durch andere Stilelemente wie Figuren (Tannenbaum mit Tauben (sogenannte Weihnachtsfassade)), Schriftzügen („Sancla“) oder Skulpturen wie die weiße Madonnenstatue durchsetzt wird. Skurril aber irgendwie schön! Die Bauarbeiten werden ausschließlich aus Spenden und von den Eintrittsgeldern finanziert und gehen auf Pläne von Gaudì zurück.


Von hier aus arbeiten wir uns nach oben: Wir wollen den Park Güell auf dem Hügel besuchen, bei dem auch Gaudí seine „Finger im Spiel“ hatte. Dieser Park sollte ursprünglich eine Art „Wohnen im Grünen“ werden, bei der sich die Häuser perfekt in die Landschaft einfügen. Dazu hatte der Großindustrielle Güell Gaudí Anfang des vorigen Jahrhunderts beauftragt, der auch damit begonnen hatte. Als aber die Stadt Barcelona nicht mitzog, blieb eben der hübsch angelegte Park, der heute kostenlos öffentlich zugänglich ist.
Wir erreichen den Park über einen Nebeneingang und folgen dem Hauptweg, der uns an Säulengängen vorbei direkt zu dem zentralen Platz des Parks führt. Dieser Platz zeichnet sich rundherum durch kleine Sitznischen aus, die allesamt mit buntem Keramiksteinen ausgekleidet sind, und zwischen zwei weiteren bunten Gebäuden einen schönen Blick auf die Stadt freigeben. Alles wirkt unheimlich fröhlich und leicht hier oben. Weiter auf dem Hauptweg entlang, geht es nochmals bergauf bis zu einem kleinen „Turm“ mit einem Gipfelkreuz. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt, aber auch das Hinterland wie z.B. den Parc d`Atraccions del Tibidabo, ein großer Vergnügungspark auf einem Nachbarhügel.
Nach einer kleinen Verschaufpause auf einer Bank laufen wir jetzt auch auf z.B. kleineren Wegen mit Treppen und kommen so irgendwann wieder auf den zentralen Platz, den wir seitlich in Richtung der schon erwähnten bunten Häuser (eines davon ist das Gaudí-Museum) verlassen. Der Weg führt durch eine imposanten Säulenhalle, die auch durch ihre Asymetrie den Blick fängt und beeindruckt. Von dort aus gelangen wir an den eigentlichen Haupteingang des Parks mit seiner – wie ich sie nenne –„Prunktreppe“. Diese zieht sich über zwei Stränge nach unten und beherbergt die Figur des Python, ein drachen- oder leguanähnliches, grün-blaues, sehr eindrucksvolles Keramiktier.

Vom Haupteingang aus geht`s jetzt bergab, quer durch ein recht einheimisch anmutendes Wohnviertel mit engen Gassen, die z.T. nur für Fußgänger vorgesehen sind, aber natürlich auch mindestens von „Motos“ genutzt werden. Wir kommen an der alten Kirche Sta. Creu vorbei, an einer sehr einheimischen Markthalle und landen schließlich nach einigem Zick-Zack-Lauf an der Kreuzung der „Diagonal“/Passeig de Gràcia, wo sich das Hauptgebäude der Deutschen Bank vor uns auftürmt.
Wir laufen schließlich zum Hotel zurück und legen auch hier eine dringend notwendige Pause ein. Es fällt uns schwer, aber einmal können wir uns noch aufraffen, unser kleines Restaurant von gestern zu besuchen. Dort gibt es heute als ersten Gang Paella (auf die ich solchen Appetit habe) und als zweiten Fisch bzw. – durch falsch gedeutetes Vokabular – Leber, die durch dazu gereichtes Alioli auch für Nicht-Leber-Fans erträglich wird.
Auf dem Rückweg versorgen wir uns mit Wein, frischem Weißbrot und einer gehörigen Portion Serrano-Schinken und machen heute abend unsere eigene Tapas-Bar im Hotelzimmer auf. Laufen wollen und können wir heute nicht mehr.....


4. Tag: Ein Sonnentag am Meer und eine fantastische Tapas-Bar mit Frank

Heute wollen wir uns ein bißchen schonen, damit wir unsere Verabredung am Abend mit Frank „noch erleben“. Tatsächlich läuft das Programm nicht wirklich unter „Schonung“. Es beginnt ganz harmlos: Wir wollen den Arc de Triomf anschauen und laufen so zunächst in Richtung Placa de Catalunya und später auf dem Mittelboulevard der „Gran Via“ entlang. Die Straße ist hier laut und hektisch und die Abgase belästigen trotz des kühlen, aber sonnig-schönen Wetters. Wir biegen ein in den „Passeig de San Joan“ und sehen schon nach wenigen Schritten den Triumpfbogen in seiner ganzen Pracht, der von der fast gleißenden Sonne von hinten beleuchtet wird. Durch den Bogen erreicht man den mit großen Leuchtern gesäumten Boulevard „Passeig Lluís Companys“, auf dem es sich herrlich flanieren läßt, und am eindrucksvollen Gebäude des „Museu de Zoología“ mit seiner großen Kuppel und dem blauen Glasdach in einen sehenswerten Park (Zitadelle) einmündet. Wendet man sich von hier aus nach links, kommt man an einen großen, sehr sehenswerten Brunnen, der anläßlich der Weltausstellung 1888 von dem Lehrmeister Gaudìs erbaut wurde. Anders als am berühmten Trevi-Brunnen in Rom, schenken ihm heute nur wenige Besucher Aufmerksamkeit. An der nächsten Ecke wartet die nächste Überraschung auf uns: Dort steht ein fast lebensgroßes Mammut als Skulptur und wirkt dabei unheimlich echt. Wir schlendern weiter durch den Park, am Teich entlang und kommen zu der ehrwürdigen Gebäude mit der Aufschrift „Parlament de Catalunya“. Natürlich wimmelt es hier nur so von Schulklassen, die diese Kulturgüter gern mit dem Besuch des benachbarten Zoos verbinden. Den haben wir heute nicht auf unserer Agenda und so verlassen wir den Park hinter dem Zoo entlang in Richtung Olypia-Hafen. Zwischen den beiden bekannten Hochhäusern hindurch kommen wir vorbei am „Fisch“ (eines der Wahrzeichen Barcelonas) zum Yachthafen, in dem sich einige eindrucksvolle Schiffe befinden. Es muß im Sommer ein reines Vergnügen sein, hier sein Boot zu besteigen und einfach mal eben los zu schippern. Auch heute sind einige wenige auf dem Wasser aktiv. Wir harren hier eine ganze Weile auf der Kaimauer aus und saugen die Atmosphäre in uns auf, zumal die Sonne jetzt richtig angenehm wärmt. Später laufen wir über die Uferpromenade nach Barceloneta, setzen uns hier erneut mit Meerblick auf eine Bank und schauen ausgiebig den Wellenreitern zu. Was für ein herrlicher Tag im Januar!


Wir laufen weiter zum Aquarium, gönnen uns dort eine kleine Zwischenmahlzeit bei McDonald´s und schauen auf einer Bank der Seilbahn zu, die jetzt wieder fährt. Bei den vielen Pausen heute können wir ja noch kurz das World Trade Center auf der Nebenhalbinsel erkunden. Es stellt sich ein relativ kalter Hotel- und Kongresskomplex heraus, den wir – vorbei an der Mittelsäule der Seilbahn (Torre de Jaume I) - schnell wieder verlassen. Über die Ramblas, wo am Freitag nachmittag deutlich mehr los ist als die Tage zuvor, und unseren inzwischen geübten Weg durch die Jugendstilhäuser laufen wir ins Hotel zurück.
Am Abend stürzen wir uns erneut ins Getümmel: Da wir ohnehin an der Rambla de Catalunya verabredet sind, gehen wir etwas früher los und planen einen Rundgang durch das Kaufhaus „El Corte Inglés“ ein. Danach haben wir tatsächlich noch ein bißchen Zeit, die „Gràcia“ und ihre Umgebung im Dunkeln zu erleben: Viele, vorwiegend junge Menschen drängen sich fröhlich lachend in den Straßen zum Einkaufsbummel, viele kleine und größere Geschäfte locken auch in kleinen Nebengassen mit ihren Waren, meist Mode, in bunt erleuchteten Schaufenstern und es herrscht ein quirrliges Treiben überall.
Über die Ramblas müssen wir jetzt schneller als uns lieb ist zurück. Frank wartet an der Ecke Rambla de Catalunya/Gran Via vor der Bar „Ciudad Condal“ auf uns, wo wir einen wunderbaren Abend mit fantastischem Wein und exzellenten Tapas zu recht vernünftigen Preisen erleben. Frank lebt schon seit einigen Jahren in Barcelona, hat somit im „Lokal seines Vertrauens“ reserviert (anders wäre hier trotz der relativ frühen Zeit um 20.00 Uhr nicht an einen Tisch zu denken) und berät uns bei der Auswahl. Wir haben schließlich ein buntes Programm aus patatas bravas (Kartoffeln mit scharfen Knoblauchsaucen), Aufschnittplatte, Langustinos de la plancha (gegrillt), einem mit Tomaten angemachten Kabeljaufilet und überraschend gut schmeckenden „Stabmuscheln“, deren Namen ich allerdings vergessen habe, auf dem Tisch. Frank reichert diese Mischung noch mit Geschichten von Land und Leuten und natürlich von sich selbst an, so dass es ein echt gelungener, kurzweiliger Abend wird, der unseren Kurztripp optimal ausklingen läßt.


Fakten:

Flüge:
gebucht über Internet, Air Berlin Direktflug Hamburg-Barcelona und zurück, hin insg. EUR 57,--, zurück EUR 68,--, Abbuchung über Konto via Lastschrift.

Hotel:
Century Park, (Carrer de Valencia), 3 Sterne, DZ pro Nacht EUR 36,--, saubere, dem Standard entsprechende Zimmer mit TV, Bad mit vernünftigem Warmwasser und Wasserdruck, einfaches, eher dem spanischen Geschmack angepaßtes Frühstücksbuffet (Brötchen, Aufschnitt, Käse, Marmelade, Früchte aus der Dose, dafür viel Kuchen).
Standort im Jugendstilviertel l´Eixample, an stark befahrender Straße, wird nachts ruhiger, Fußweg zur Placa de Catalunya ca. 30 Minuten.
Taxikosten zu/vom Flughafen ca. EUR 20,--
Gebucht über Internet, Abbuchung via Kreditkarte.
Rezeption spricht neben spanisch auch englisch, ein Mitarbeiter sogar ein bißchen deutsch (verständlich), händigt Stadtkarte aus und gibt eine Kurzeinweisung auf Sehenswürdigkeiten und Verkehrsmittel.
Keine eigene Abend-Bar.
Gesamturteil: In Ordnung – preiswert.

Vorbereitung:
Reiseführer Baedecker Sapnien und Merian Barcelona







 

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Stand: 06.02.07