Nach Triora zum Colla di Langan und über das
Nervia-Tal zurück
Von Marijan, unserem Guide auf mehreren schönen Ausflügen, haben wir
viel über das Örtchen Triora und das Argentina-Tal gehört und folgen
heute einer seiner Tourempfehlungen.
Wie fast immer müssen wir wieder quer durch San Remo nach Taggia, wo
wir der Ausschilderung Richtung Triora ins Argentina-Tal folgen. Die
Straße führt uns zunächst nach Badalucco, ein nettes Örtchen mit
gelben und apricot-farbenen Häuschen und typischen grünen
Fensterläden. Die Straße mit meist gutem Belag schlängelt sich mit
z.T. scharfen Kurven zwischen dem Flüßchen Argentina (im eigenen
„Canyon“) und dem bewachsenen Berghang mit obligatorischer
Felssteinmauer entlang und macht einfach Spaß. Nach ca, 20 km
erreichen wir hoch oben auf dem Berg das ebenfalls typisch
ligurische Dorf Triora, das – ähnlich wie im Harz üblich – einen
Hexenkult zelebriert. Die Exponate in den kleinen Läden werden
jahreszeitgerecht um Halloween-Artikel wie Kürbisse und Masken
ergänzt.
Das Motorrad haben wir am Ende der befahrbaren Straße abgestellt,
bummeln jetzt durch die engen Gassen und bestaunen die Steinhäuser
mit ihren großzügigen, sonnigen Innenhöfen. Weiter oben gibt es eine
verfallene Burg – und kein Motorradausflug ohne Bergsteigen! – also,
ab da hoch! Wir genießen die Aussicht von dort auf Triora selbst und
die Nachbardörfer, die sich ebenfalls an den Berghang geheftet
haben.
Anschließend schrauben wir uns auf der einzigen Zufahrtsstraße
wieder den Berg hinab zurück zum Abzweiger Richtung Pigna. Hier wird
der Straßenbelag etwas schlechter. Es geht durch den schattigen
Wald, der sich anfängt bunt zu verfärben und erste Blätter und
Esskastanien von sich wirft. Die Straße schlängelt sich immer am
Fels entlang mit einigen Tounanti und eindrucksvollen Ausblicken
Richtung Monte Ceppo. Dorthin zu fahren ist zu dieser Jahreszeit
wenig empfehlenswert, da die ohnehin kleine, relativ schlechte
Straße mit Laub und Tannennadeln, Esskastanien und Tannenzapfen
übersät ist, und auch der rechte „Höhepunkt“ fehlt. Also fahren wir
weiter geradeaus Richtung Colla di Langan. Hier gab es mal ein
Lokal, das heute völlig verfallen ist.
Ab jetzt wird die Straße auch deutlich spektakulärer als die zum
Ceppo: Am bewachsenen Fels entlang mit z.T. recht schlechtem Belag,
Steinschlag und mancher schmalen Stelle oder Kurve, vor der es sich
empfiehlt, vorsichtshalber zu hupen, aber dafür sagenhafte Ausblicke
auf die umliegende Bergwelt!
Das zieht sich so bis Pigna, wo wir wieder auf die größere, gut
ausgebaute Kurvenlandstraße durch das schöne Nervia-Tal nach
Dolceaqua treffen, die auch für das folgende Verkehrsgedränge durch
Vallecrosia entschädigt. Die Küstenstraße führt uns nach dieser
wahrlich beeindruckenden, rd. 100 km langen Tour wieder zum Platz
zurück, wo wir das Gesehene noch einmal an uns Revue passieren
lassen.
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