25.10.07

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Ein Ausflug nach Monaco

Am 10. Oktober 2007 unternehmen wir einen Ausflug nach Monaco. Organisiert wird dieser über den Campingplatz San Remo in einem Bus für 8 Fahrgäste mit Fahrer und Tourguide Marijan, einem mindestens fünfsprachigen Tausendsassa aus Stuttgart, den die Liebe an die Riviera gebracht hat.
Es ist ein schöner Tag mit angenehmen Temperaturen bis später 25 C. Mit zwei weiteren deutschen Paaren und einem englischen Paar geht es um 9.00 Uhr los. Für Euro 20,-- pro Person hätte ich erwartet, dass man irgendwo zentral in Monaco „ausgeladen“ und wieder abgeholt wird. Aber Marijan beginnt sofort auf der Küstenstaße mit der Führung, erzählt wirklich Interessantes über Bauwerke auf unserer Strecke, Land und Leute und warum manche Dinge hier so sind, wie sie sind. Er hört auf Wünsche seiner Gäste und geht wenn irgend möglich darauf ein – ein Vorteil der kleinen Gruppe!
Wir fahren durch das stilvolle Bordighera, das durch einen hier handelnden Roman Anfang des 20. Jahrhunderts von den Engländern als ihre Winterresidenz entdeckt und von ihnen geprägt wurde – es gibt sogar ein echtes „Cottage“ dort.
Marijan zeigt uns bei einem kurzen Zwischenstopp die wohl sortierte Markthalle von Menton in Frankreich. Mit Überquerung der französischen Grenze ändert sich die gesamte Szenerie: Die Häuser sind ansehnlich und renoviert und – anders als in Italien – läuft der Verkehr sehr ruhig und geordnet, insbesondere die „Motos“ verhalten sich deutlich lebensbejahender!
Wir durchqueren das Villenviertel von Menton an der Küste mit den wunderschönen Gärten, in denen Zitronen- und Orangenbäume stehen.
Schon bald danach taucht das Panorama von Monte Carlo mit dem Berg Téte de Chien und seinen Hochhäusern auf. Wir nähern uns über die Küstenstraße, auf der seinerzeit Grace Kelly verunglückte, durch ältere Stadtviertel dem Zentrum an. Marijan fährt mit uns in eine Tiefgarage direkt am Hafen. Deutliche Kratzspuren an den Wänden lassen darauf schließen, dass nicht jeder die wirklich extrem enge Einfahrt so gut trifft wie unser Fahrer! Wieder am Tageslicht hat man von hier aus einen hervorragenden Blick auf die Stadt: Das noble Hotel Paris, das prächtige Kasino, den durch die Formel 1 bekannten Tunnel. Irgendwie Klein-Manhattan, aber auch irgendwie faszinierend und charmant!

Marijan führt uns jetzt über eine romantische Treppe den Felsen herauf – mit wieder herrlichen Ausblicken – in das alte Viertel der Regierungsgebäude und weiter durch enge Gassen schließlich zum „Palais du Prince“. Hier findet täglich um 11.55 Uhr das Zeremoniell der Wachablösung statt, ein aufwendiges, würdevolles, aber auch zugegebenermaßen sehr umständlich anmutendes Procedere mit Gewehr `rauf und `runter. Marijan hat uns rechtzeitig und an der richtigen Stelle postiert, so haben wir einen erstklassigen Blick auf das Geschehen.
Anschließend spazieren wir durch einen Garten am Fels wieder zurück zu den kleinen Gassen, wo man einen kleinen Snack erwerben oder auch richtig essen kann. Den kleinen Snack nimmt man am besten auf dem Platz vor der Kathedrale neben dem Justizpalast auf einer der Bänke ein. Später besichtigen wir dann die Kathedrale, in der alle großen Festlichkeiten Monacos stattfinden, und in der sich diverse Gräber der Grimaldis befinden, u.a. auch das von Gracia Patrica und Rainier III.. Aufwendige Fresken und kunstvolle Glasfenster zieren diese eigentlich kleine Kirche.
An dem Ozeanografiemuseum vorbei, ein schönes altes Gebäude, in der sich u.a. eine Jaque-Cousteau-Sammlung befindet, geht es wieder Richtung Hafen herunter. Wir besuchen den Marktplatz mit seinen sehenswerten alten, verzierten Häusern. Selbstverständlich zeigt uns Marijan auch die Start- und Ziellinie der Formel-1-Rennstrecke und wir schlendern noch ein bißchen durch den Hafen und lassen die imposanten (Dick-)Schiffe auf uns wirken, von denen eines „ti voiglo tanto bene“ („ich hab` Dich lieb“) heißt – ist sofort geglaubt!
Danach fahren wir mit unserem Bus in den künstlich geschaffenen, dem Meer abgerungenen Stadtteil Fontvieille, wo sich auch - neben dem Hubschrauberlandeplatz für VIPs - der von Rainier III. zu Ehren seiner verstorbenen Frau Gracia Patrica angelegte Rosengarten befindet. Ein äußerst gepflegtes, herrlich duftendes Kleinod mit Grace-Kelly-Statue inmitten der sonst von Beton geprägten Stadt!

Wir beenden unseren Monaco-Besuch mit einem kleinen Sightseeing-Rundkurs und werden von Marijan in das Örtchen Eze gebracht, das sich in 427m Höhe an den Fels geklammert hat und wo es u.a. die Parfümfabrik „Fragonard“ gibt. Dort ist man gut organisiert: Kostenlose, unaufdringliche Führungen in unterschiedlichen Sprachen und eine „gläserne Produktion“ vermitteln tiefere Kenntnisse über die Herstellung von Parfüm, Seife und Cremes. Selbstverständlich kann man sich nach einigen Duftproben auch zu Sonderpreisen hier selbst versorgen.
Anschließend bummeln wir noch ein bißchen durch die engen, steilen Gassen des ziemlich touristisch eingestellen, aber hübschen, alten Örtchens. Auf die oberste Aussichtsplattform (Eintritt Euro 5,--!) verzichten wir jedoch einvernehmlich.
Wir treten den Rückweg an und haben über die Küstenstraße und die Anfahrt zur Autobahn
Noch einige atemberaubende Ausblicke auf Monaco und ein hoch auf einem Fels stehenden Hotel, bei dem mich der Engländer fragt:“ What keeps this there?“ – in der Tat sieht es aus manchen Perspektiven etwas wackelig da oben aus!
Auf der Rückfahrt wird es dann ziemlich still im Bus – alle sind ein bißchen „erledigt“, es war ein langer Tag! Aber alle sind sich einig: Ein interessanter Tag mit vielen tollen Eindrücken, wissenswerten Informationen und es hat Spaß gemacht – oder wie der Engländer sagt:“ A perfect day!“

Impressionen Monaco
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Stand: 25.10.07