Ein Ausflug nach Monaco
Am 10. Oktober 2007 unternehmen wir einen Ausflug nach Monaco.
Organisiert wird dieser über den Campingplatz San Remo in einem Bus
für 8 Fahrgäste mit Fahrer und Tourguide Marijan, einem mindestens
fünfsprachigen Tausendsassa aus Stuttgart, den die Liebe an die
Riviera gebracht hat.
Es ist ein schöner Tag mit angenehmen Temperaturen bis später 25 C.
Mit zwei weiteren deutschen Paaren und einem englischen Paar geht es
um 9.00 Uhr los. Für Euro 20,-- pro Person hätte ich erwartet, dass
man irgendwo zentral in Monaco „ausgeladen“ und wieder abgeholt
wird. Aber Marijan beginnt sofort auf der Küstenstaße mit der
Führung, erzählt wirklich Interessantes über Bauwerke auf unserer
Strecke, Land und Leute und warum manche Dinge hier so sind, wie sie
sind. Er hört auf Wünsche seiner Gäste und geht wenn irgend möglich
darauf ein – ein Vorteil der kleinen Gruppe!
Wir fahren durch das stilvolle Bordighera, das durch einen hier
handelnden Roman Anfang des 20. Jahrhunderts von den Engländern als
ihre Winterresidenz entdeckt und von ihnen geprägt wurde – es gibt
sogar ein echtes „Cottage“ dort.
Marijan zeigt uns bei einem kurzen Zwischenstopp die wohl sortierte
Markthalle von Menton in Frankreich. Mit Überquerung der
französischen Grenze ändert sich die gesamte Szenerie: Die Häuser
sind ansehnlich und renoviert und – anders als in Italien – läuft
der Verkehr sehr ruhig und geordnet, insbesondere die „Motos“
verhalten sich deutlich lebensbejahender!
Wir durchqueren das Villenviertel von Menton an der Küste mit den
wunderschönen Gärten, in denen Zitronen- und Orangenbäume stehen.
Schon bald danach taucht das Panorama von Monte Carlo mit dem Berg
Téte de Chien und seinen Hochhäusern auf. Wir nähern uns über die
Küstenstraße, auf der seinerzeit Grace Kelly verunglückte, durch
ältere Stadtviertel dem Zentrum an. Marijan fährt mit uns in eine
Tiefgarage direkt am Hafen. Deutliche Kratzspuren an den Wänden
lassen darauf schließen, dass nicht jeder die wirklich extrem enge
Einfahrt so gut trifft wie unser Fahrer! Wieder am Tageslicht hat
man von hier aus einen hervorragenden Blick auf die Stadt: Das noble
Hotel Paris, das prächtige Kasino, den durch die Formel 1 bekannten
Tunnel. Irgendwie Klein-Manhattan, aber auch irgendwie faszinierend
und charmant!
Marijan führt uns jetzt über eine romantische Treppe den Felsen
herauf – mit wieder herrlichen Ausblicken – in das alte Viertel der
Regierungsgebäude und weiter durch enge Gassen schließlich zum
„Palais du Prince“. Hier findet täglich um 11.55 Uhr das Zeremoniell
der Wachablösung statt, ein aufwendiges, würdevolles, aber auch
zugegebenermaßen sehr umständlich anmutendes Procedere mit Gewehr
`rauf und `runter. Marijan hat uns rechtzeitig und an der richtigen
Stelle postiert, so haben wir einen erstklassigen Blick auf das
Geschehen.
Anschließend spazieren wir durch einen Garten am Fels wieder zurück
zu den kleinen Gassen, wo man einen kleinen Snack erwerben oder auch
richtig essen kann. Den kleinen Snack nimmt man am besten auf dem
Platz vor der Kathedrale neben dem Justizpalast auf einer der Bänke
ein. Später besichtigen wir dann die Kathedrale, in der alle großen
Festlichkeiten Monacos stattfinden, und in der sich diverse Gräber
der Grimaldis befinden, u.a. auch das von Gracia Patrica und Rainier
III.. Aufwendige Fresken und kunstvolle Glasfenster zieren diese
eigentlich kleine Kirche.
An dem Ozeanografiemuseum vorbei, ein schönes altes Gebäude, in der
sich u.a. eine Jaque-Cousteau-Sammlung befindet, geht es wieder
Richtung Hafen herunter. Wir besuchen den Marktplatz mit seinen
sehenswerten alten, verzierten Häusern. Selbstverständlich zeigt uns
Marijan auch die Start- und Ziellinie der Formel-1-Rennstrecke und
wir schlendern noch ein bißchen durch den Hafen und lassen die
imposanten (Dick-)Schiffe auf uns wirken, von denen eines „ti voiglo
tanto bene“ („ich hab` Dich lieb“) heißt – ist sofort geglaubt!
Danach fahren wir mit unserem Bus in den künstlich geschaffenen, dem
Meer abgerungenen Stadtteil Fontvieille, wo sich auch - neben dem
Hubschrauberlandeplatz für VIPs - der von Rainier III. zu Ehren
seiner verstorbenen Frau Gracia Patrica angelegte Rosengarten
befindet. Ein äußerst gepflegtes, herrlich duftendes Kleinod mit
Grace-Kelly-Statue inmitten der sonst von Beton geprägten Stadt!
Wir beenden unseren Monaco-Besuch mit einem kleinen
Sightseeing-Rundkurs und werden von Marijan in das Örtchen Eze
gebracht, das sich in 427m Höhe an den Fels geklammert hat und wo es
u.a. die Parfümfabrik „Fragonard“ gibt. Dort ist man gut
organisiert: Kostenlose, unaufdringliche Führungen in
unterschiedlichen Sprachen und eine „gläserne Produktion“ vermitteln
tiefere Kenntnisse über die Herstellung von Parfüm, Seife und
Cremes. Selbstverständlich kann man sich nach einigen Duftproben
auch zu Sonderpreisen hier selbst versorgen.
Anschließend bummeln wir noch ein bißchen durch die engen, steilen
Gassen des ziemlich touristisch eingestellen, aber hübschen, alten
Örtchens. Auf die oberste Aussichtsplattform (Eintritt Euro 5,--!)
verzichten wir jedoch einvernehmlich.
Wir treten den Rückweg an und haben über die Küstenstraße und die
Anfahrt zur Autobahn
Noch einige atemberaubende Ausblicke auf Monaco und ein hoch auf
einem Fels stehenden Hotel, bei dem mich der Engländer fragt:“ What
keeps this there?“ – in der Tat sieht es aus manchen Perspektiven
etwas wackelig da oben aus!
Auf der Rückfahrt wird es dann ziemlich still im Bus – alle sind ein
bißchen „erledigt“, es war ein langer Tag! Aber alle sind sich
einig: Ein interessanter Tag mit vielen tollen Eindrücken,
wissenswerten Informationen und es hat Spaß gemacht – oder wie der
Engländer sagt:“ A perfect day!“
Impressionen Monaco
Copyright 2007 eurotourer.de