Durch das bergige Hinterland von San Remo
Im Baedecker-Reiseführer haben wir eine Tourempfehlung entdeckt, die
in das bergige Hinterland von San Remo führt. Was liegt also näher,
als sich dies mal anzuschauen?
Also ab nach San Remo und dort in Richtung San Romolo abbiegen. Es
geht steil bergan, zunächst durch einheimische Wohngebiete, dann
kleine Häuseransammlungen. Hierbei bieten sich atemberaubende
Ausblicke auf San Remo, das Meer, das gesamte Tal mit der imposanten
Autobahnhochbrücke und später auf die Berge. Das nächste Etappenziel
heißt Perinaldo, eines der kleinen, pittoresken, ligurischen
Bergdörfer, die alle etwas gemeinsam haben: Alle liegen auf einer
Bergkuppe, oben `drauf eine kleine Kirche mit spitzem Turm, um die
sich die alten, meist aus groben Felssteinen gemauerten Häuschen
dicht gedrängt an den Hang gekrallt haben.
In Perinaldo verfahren wir uns prompt und landen – sehr zum Erstauen
der Bewohner – auf deren kleiner Piazza, wo sich heute am Sonntag
viele versammelt haben. Also Wendemanöver und weiter auf der
kleinen, leider auch schlechteren Straße nach Apricale. Hier sollte
man auf jeden Fall einen Abstecher die engen Gassen hoch zum
sehenswerten alten und neuen Rathaus und der hübschen Kirche
unternehmen (ich liebe Bergsteigen in Motorradklamotten!).
Jetzt folgt ein schöner Streckenabschnitt am Hang entlang mit gutem
Belag, schönen Ausblicken auf die Berglandschaft und herrlichen
Kurven nach Baiardo, das sich ebenfalls in die Beschreibung der
ligurischen Dörfer einreiht. Hier soll es mal einen Druiden gegeben
haben....
Wir nehmen ab hier eine sehr kleine Straße Richtung Pigna, die sich
bald als äußerst anstrengend herausstellt: Schlechte, sehr enge
Straße (möchte ich nicht im Auto und schon gar nicht mit
Gegenverkehr erleben) überall Jäger und auf dem ohnehin schlechten
Belag liegen noch Unmengen von Esskastianien und deren stacheliger
Umhüllung herum. Zur Krönung folgen vier Tornanti, die äußerst eng
und dann noch mit tiefem Schlagloch auf der „Ideallinie“
ausgestattet sind.
Wir snd froh, als wir in Pigna wieder auf eine gute, geschwungene
Landstraße treffen, die uns mit viel Kurvenspaß über Isolabona nach
Dolceaqua führt. (Diese Ort haben wir später separat besichtigt).
Über Bordighera und dem kleinen, ein bisschen verträumten
Ospedaletti kehren wir über die Küstenstraße zum Campingplatz nach
San Remo zurück.
Am darauf folgenden Sonntag geraten wir – mehr zufällig – in ein
Treffen eines italienischen Clubs, der einen Motorradcorso durch die
Berge organisiert hat, und so müssen wir – wohl oder übel – in
mitten der ausschließlich italienischen Motos die Strecke (diesmal
anders herum) mitfahren, kein Gedanke an Ausscheren oder gar
Gegenverkehr! Heute gilt: Alle Macht den Motos, auch auf der
Gegenfahrbahn! Leider gibt es auch einen Unfall, bei dem offenbar
ein Fahrer mit seiner Maschine aus der Kurve heraus geschleudert
wurde und einen Hang hinab gestürzt ist. Wir können aber nur noch
die Ambulanz wegfahren sehen. Hoffentlich ist es nicht so schlimm
für den Fahrer ausgegangen!
Bei der ersten Gelegenheit erst deutlich hinter Baiardo klinken wir
uns am Abzweiger zum Monte Ceppo Richtung Sam Remo aus und schwingen
auf kurviger Bergstraße ganz allein über Ceriana und Poggio zurück.
Erwähnenswert: Heute gibt es so gut wie keine Motos in San Remo –
sind alle auf dem Corso.....

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