25.10.07

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Ein Ausflug in das ligurische Hinterland

Nachdem uns die Fahrt mit Marijan nach Monaco so gut gefallen hat, buchen wir einen weiteren Ausflug mit ihm: Heute geht es in verschiedene Dörfer im ligurischen Hinterland, denn der Küstenstreifen ist lange nicht alles, was Ligurien zu bieten hat!

Marijan zeigt uns zunächst das Haus eines bekannten Forschers und Entdeckers (Clerance Bicknell) in Bordighera, das sich hinter uralten Bäumen – halb Fikkus, halb Magnolie – versteckt. Die Luftwurzeln und Äste der dicken Bäume haben inzwischen einiges „umarmt“, so z.B. ein Gartentor. Heute ist das kleine Haus eine Bibliothek und stellt auch frühzeitliche Funde von Steinmalereien aus.
Weiter geht es nach Dolceaqua, einem äußerst sehenswerten, mittelalterlichen Örtchen, in dem die Dorier auf dem Hügel eine Burg erbauten. Hier soll auch der wüste Andrea Doria gewohnt haben, der von Genua offenbar ferngehalten werden sollte. Inzwischen ist die Burg zerstört und nur noch eine Ruine übrig. Wie in vielen der Bergdörfer hier krallen sich auch in Dolceaqua die Häuser an den Berg. Wenn man keinen Platz hat, muß man in Höhe bauen. Und so gibt es in den engen Gassen Häuserschluchten mit bis zu 15 m hohen Wänden aus groben Feldsteinen. Auch das Bodenpflaster passt sich der Machart der Fassaden an.
Nach dem Spaziergang durch den Ort, besuchen wir das dortige 3-D-Visionarium. Das hat nichts mit den üblichen Rundkinoszenen zu tun. Die eigene Werbung u.a. mit Uganda-Bildern ist ein wenig missverständlich. Tatsächlich hat der Betreiber, der eigentlich Tischler ist, wunderbare 3-D-Fotos aus dem Nervia-Tal zu bieten, die einen in die versteckte Bergwelt Liguriens geradezu „zum Anfassen“ mitnimmt. Die äußerst beeindruckenden Bilder von der Landschaft im Wandel der Jahreszeiten und traumhafte Blumenfotos werden unterstützt von akustischen und Duft-Effekten. Man hat das Gefühl, man säße mitten im Bild! Nach ca. einer halben Stunde schießt und raucht zum Schluss sogar ein kleine Kanone zu Bildern von einem Feuerwerk!
Der Schreiner hat sich aber auch noch fachlich verewigt: ein liebevolles Modell der alten, intakten Burg aus Olivenholz und ein detailgetreues Modell des Ortes hat er in einem Nebenraum ausgestellt. Den Besuch darf man sich bei einem Eintrittspreis von Euro 3,-- auf keinen Fall entgehen lassen!
Wir fahren weiter nach Isolabona, wo wir ein bißchen durch den Ort schlendern, ehe wir das Weingut Gajaudo zur Weinprobe ansteuern. Die Familie nimmt uns auf wie Freunde und Marijan übersetzt fleißig. Wir bekommen Eindrücke aus der Produktion und verkosten vollmundige Weine und hervorragende regionstypische Pesti, Oliven, Pepperoni, verschieden eingelegte Knoblauchzehen und herrlich geschmacksintensive getrocknete Tomaten! Davon muss einiges mit nach Hause – um dunkle Wintertage aufzuhellen!

Später geht es über eine kurvige Bergstraße immer am steilen Hang entlang in das ursprüngliche Dörfchen Apricale. Marijan zeigt uns eine kleine Kapelle, die sehr versteckt liegt und mit hübschen Deckenmalereien ausgestattet ist. Außerdem weiß er uns auf die kleine örtliche Brauerei hin, deren Erzeugnis reißenden Absatz findet, der Betreiber aber lieber klein bleiben will und trotz der großen Nachfrage nicht expandiert. Auch hier spazieren wir durch die engen Gassen und bewundern die uralte Steinbausubstanz, das alte und das neue Rathaus sowie die hübsche Kirche. In dem kleinen Restaurant gibt`s dann Pizza und natürlich das örtliche Bier - lecker! Wir lassen uns Zeit, genießen die Aussicht von der Terrasse aus und unterhalten uns nett.

Auf dem Rückweg wartet noch eine weitere Attraktion auf uns: Marijan meldet und telefonisch bei einer Orchideenaufzucht in Vallecrosia an. Der Betreiber ist zwar selbst nicht da, aber Marijan hat die Führung schon häufiger erlebt und liefert so höchstpersönlich und sehr souverän die wissenswerten Informationen. Auf rd. 7.000 qm erstreckt sich die Aufzucht in verschiedenen Stadien und klimatischen Verhältnissen. Ein wunderbares Blüten- und Dufterlebnis!

Zum Schluß hält Marijan – weil wir da noch nicht waren – am südlichsten Punkt der Riviera dei Fiori, der kleinen Kirche von San Ampelio, in der alles, inklusive das Bett, aus Stein sein soll. Wir klettern auf die ausgewaschenen Felsen, die wie eine Mole in Meer führen, genießen den Ausblick von dort und erfahren, dass hier viele Hochzeitspaare ihre Fotos machen lassen.

Auch von diesem Ausflug kann man ohne Zögern sagen, dass er sich in allen Teil gelohnt hat. Ein weiterer „perfect day“!

Impressionen Dolceaqua

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Stand: 25.10.07