25.10.07

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Rundweg um den Canyon du Verdon

Wir starten unsere Tour in les Salles sur Verdon, wo wir auf dem Campingplatz „Les Pins“ Station machen. Von da aus schraubt sich die kleine Straße D 71 zunächst den Berg hoch und gibt herrliche Blicke auf den türkis leuchtenden Lac de Sainte Croix und Umgebung frei. Kurz darauf stoßen wir auf das niedliche Örtchen Aiguines mit kleinem Schloß. Hier hat gerade ein Touristenbus seine Ladung ausgespuckt und die Leute haben ihre Augen überall, nur nicht auf der Straße. So sehen wir zu, uns dem Menschengewirr rund um unsere Maschine schnell zu entziehen.
Die Straße schlängelt sich weiter bergauf und ermöglicht immer neue Panoramaausblicke zunächst auf die teils schroffe Berglandschaft und schließlich auf den Canyon, der bis 800 Meter tief ist und in dem sich das Flüßchen Verdon smaragdgrün voranarbeitet. Die Straße ist ein Traum und ein bauliches Meisterwerk : Herrliche Kurven direkt am Berg entlang und atemberaubende Ausblicke auf eine fantastische Landschaft! Allerdings erfordert sie auch einiges an Konzentration, da immer einmal wieder kleine Steine besonders in Rechtskurven liegen und entgegenkommende Busse unmißverständlich klar machen, wer hier der Stärkere ist. Und Achtung: vor scharfen Kurven warnt hier keiner – schließlich sind hier fast alle Kurven scharf! Für die gut 100 km lange Strecke lassen wir uns mit vielen Fotopausen rd. 4 Stunden Zeit. Bernd ist der Meinung, man müsse die Tour dreimal fahren: langsam einmal links und einmal rechts herum und einmal nur für`s Motorradfahren!

Der Weg führt uns durch Arkaden und stockdunkle Tunnels zunächst bergauf, dann wieder bergab, bis wir das Flüßchen l `Artuby überqueren und wir den Balcon de Mescla erreichen, von dem man einen herrlichen Einblick in die Canyonlandschaft hat: schroffe Felsen, z.T. mit grüner Vegetation wachsen und der gurgelnde, grüne Fluß mit seinen weißen Schaumkrönchen.
Nach einer kurzen Pause dort biegen wir auf die D 90 und kommen schließlich zu dem sehr ursprünglichen Dörfchen Trigance, das sich samt Burg in den Feld gekrallt hat.
Weiter geht es durch die Schlucht, die sich das Flüßchen le Jabron gegraben hat, natürlich immer am Fels entlang. Nach dem Tunnel am Pont de Carajuan biegen wir in eine Sackgasse ein, die zu einem der Einstiege in die Canyonlandschaft führt, und von einigen Wanderern genutzt wird. In den Motoradklamotten ist uns allerdings nicht so sehr nach Wanderungen. Man kann im Canyon verschiedene Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden begehen. Vernünftiges Schuhwerk, reichlich Wasser und Proviant sowie Sonnenschutz ist dabei selbstverständlich und unerläßlich!
Kurz danach erreichen wir den Aussichtspunkt Point Sublime, wo wir auf eine kleine Gruppe deutscher Biker treffen. Hier gibt es selbstverständlich auch einen Souvenierstand, wo wir auch einen Sticker erwerben – muß sein, bei der Gegend!
Vor dem Ort la Palud sur Verdon finden wir den Abzweiger auf die D 23-Schleife, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Da der Weg z.T. Einbahnstraße ist, befährt man ihn am besten im Uhrzeigersinn – so erlebt man auch die richtige Reihenfolge der Dramatik: Wir schwingen auf kurviger Strecke bergauf und erreichen einen gut besuchten Parkplatz. Hier trifft sich die Kletterergemeinde zum gemeinsamen „Abhängen“ im Fels – mir wird beim Hinsehen schon übel und Bernd schärmt von seinen eigenen „Abseilerfahrungen“ vor zwei Jahren im Rahmen einer Reserveübung.
Weiter geht`s zum Paß Collet Barris, vom dem aus man eindrucksvoll die gegenüberliegenden Seite des Canyons inklusive der vorhin befahrenen Straßen von oben bestaunen kann. Anschließend führt der jetzt schmale Weg ohne Seitenbegrenzung steil den Berg hinunter. Auch hier ist wieder höchste Konzentration gefragt und nichts für Leute mit Höhenangst!
In la Palud nehmen wir wieder die größere D 952, die uns nicht minder „beschwingt“ Richtung Moustiers Ste Marie führt, ein hübscher, ebenfalls in den Fels integrierter Ort, den wir heute aber nicht mehr besuchen wollen. Stattdessen biegen wir nach les Salles ab und kommen auf der großen Brücke an die Stelle, wo der Verdon in den Lac de Sainte Croix mündet. Allein das Farbspiel aus türkis und grün beeindruckt schon. Darüber hinaus erinnert der Einblick in die Felswände an Fjordlandschaften in Norwegen. Mit diesem Eindruck endet kurz danach unsere Tour dann auch, und wir sind uns einig: Das war eine der eindrucksvollsten Strecken, die wir bislang gefahren sind.

Impressionen Canyon de Verdon

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Stand: 25.10.07