25.10.07

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Über die Küstenstraße nach Alassio und durch die Berge zurück

Heute wollen wir uns einmal den bekannten Sandstrand von Alassio anschauen. Vom Campingplatz aus müssen wir dazu erst einmal durch San Remo, das über eine hohe Verkehrsdichte unter chaotisch anmutenden Verhältnissen verfügt. Die Autos reihen sich „fließend“ in den Verkehr ein (bitte keinesfalls auf deutsche Vorfahrtsregeln bestehen!), viele haben die Spiegel angeklappt (braucht man hier nicht, der Hintermann paßt schon auf!) und überall bahnen sich die Scooter ihren Weg: rechts von einem, links von einem (auch wenn sie anschließend rechts abbiegen möchten) und natürlich auf der Gegenfahrbahn, bis das Weiße im Auge des Entgegenkommenden zu sehen ist. Es gibt nur eins, den Italiener in sich wecken und im Strom mit schwimmen (auch wenn man dabei die Carabinieri nicht ganz regelkonform überholt). Ortskenntnisse sind bei diesem Verkehrsfluß von Vorteil!

Hat man das überstanden, wird es für einige Kilometer auf der Küstenstraße ruhiger bis wir nach Imperia kommen. Natürlich geht es auch hier mitten durch die Stadt, vorbei an den Staus (wir haben eben auch ein Moto!), ansonsten würde ich auch bald den Kohlenmonoxydtod sterben – wie muss das hier im Hochsommer sein?

Hinter Imperia wird man für die bisherigen Mühen belohnt. Es folgt eine schwungvoll am Berg entlang führende Straße mit wunderbaren Ausblicken auf das Meer und den Küstenstreifen, so wie ich mir das immer vorgestellt habe. Es geht durch mehrere Arkadentunnel, die den Blick auf die Bucht von Alassio mit dem langen Sandstrand freigeben. Kurz vor Alassio machen wir Halt und genießen die fast menschenleere Strandatmosphäre für eine Weile. Dann stürzen wir uns wieder ins Getümmel und arbeiten uns durch Alassio und mehrere Küstenorte bis zum Ort Finale Ligure durch, wo wir die erste Gelegenheit nutzen, in die Berge „abzutuachen“. Auf der Straße 490 fahren wir auf gutem Belag am bewachsenen Hang bergauf, wo sich herrlich Ausblicke auf das Tal, die Berglandschaft und das Meer ergeben. Die Straße ist gut ausgebaut und ermöglicht so zügigen Kurvenspaß. Als wir den Paß Colle di Melogno überqueren, ändert sich die bisher mediterrane Landschaft schlagartig in mitteleuropäische Vegetation: Uns erwartet ein großer Buchenwald im bunten Herbstkleid, der uns bergab mit schwungvollen Kurven begleitet. Hohe Stangen an der Leitplanke geben uns ein Gefühl dafür, wie viel Schnee hier im Winter zusammenkommen muss – und das wenige Kilometer hinter der Küstenlinie, wo die Badesaison schon im April wieder anfängt!

Später geht es wieder bergauf und nicht ohne Tournanti. Hier ist der Straßenbelag nicht mehr ganz so gut. Ein kleine Rast im Wald brechen wir schnell aufgrund im Gebüsch raschelnder Wildschweine ab – man weiß ja nie....
Auf dem Weg sind wir fast allein, nur manchmal begleiten uns ein paar Einheimische ein paar Kilometer bis zum nächsten Hof.
Weiter führt uns die Strecke durch das Valle Tanaro. Hier erinnert mich die belebtere Talstraße an einen Streckenabschnitt vor Lofer in Österreich und auch die Architektur der Häuser wirkt eher alpenländisch als mediterran. Ab Ormea wird `s wieder alpiner und wir „wedeln“ durch den Wald Richtung Imperia. So kommen wir zum hübschen Bergdorf Pieve de Teco mit deutlich herausragender Basilika. Einige Kilometer nach dem Ort biegen wir rechts ab Richtung Colle San Bartolomeo ab, wo wir nach wieder herrlichem Kurvenerlebnis bergauf einen kleinen Schotterparkplatz finden, der wiederum eindrucksvolle Landschaftseindrücke erlaubt. Im Ort nicht den rechten Abzwieger Richtung Taggia verpassen! Die kleine Straße ist an manchen Stellen deutlich vom Frost in den Bergen gezeichnet, aber immer noch vernünftig befahrbar und erlaubt schöne Panoramaansichten.

Plötzlich ein Hund! Und ehe wir uns versehen, stehen wir in mitten einer Ziegenherde, die sich langsam an uns vorbei drängelt, nicht ohne Bernd mehrfach auf den Fuß zu treten. Vorsichtig fahren wir weiter, um nicht in den Kurven auf den „Hinterlassenschaften“ der Ziegen auszurutschen. Zum Glück biegen wir bald Richtung Carpasio auf einen sauberen Straßenabschnitt ein, so dass wir wieder zügiger die geschlängelte Straße genießen können. Bei Montalto Ligure erreichen wir wieder das Argentina-Tal, das wir schon von unserer Tour nach Triora kennen. Diesmal umgekehrt, geht es über Baldalucco und Taggia wieder zurück ins quirlige San Remo, das nach der einsamen Bergtour über insgesamt rd. 230 km noch viel chaotischer wirkt als sonst schon!

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Stand: 25.10.07