I18.03.07

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Italien

Chianti-Tour

Wir beginnen unsere Tour auf dem ideal dafür gelegenen Campingplatz Girasole in Figline Valdarno (unweit von Florenz), von wo aus wir links über die kurvige, gut ausgebaute Straße nach Dudda fahren und halten uns von da an die Beschilderung Richtung Greve, der „Hauptstadt“ des Chianti. Schon kurz vor dem Städtchen erwartet uns die erste abenteuerliche Beschilderung dieser Strecke: ein Überholverbotsschild unmittelbar vor einer Spitzkehre (tornante) und einer danach folgenden T-Kreuzung!
Es ist Samstag und in Greve ist Markt auf der ohnehin schon quirligen, sehenswerten, dreieckigen Piazza, die wir heute somit meiden. Es geht erneut links ab auf die Straße 222, die via chiantigiana, Richtung Radda. Die Straße ist in gutem Zustand, führt zunächst durch ein romantisches Waldgebiet und dann auf zackigen Kurven `mal durch bewaldete Abschnitte, `mal durch durch die typischen Zypressenszenen der Toskana, die in diesem Abschnitt aber weniger vorkommen. Allerdings muss man mehrere Male diese Strecke befahren, um die Landschaft `drumherum wahrzunehmen – zu sehr nehmen einen die Kurven in den Bann: es gibt so gut wie keinen geraden Meter, atemberaubende, flotte Schräglagen rechts folgen auf die eben links, so dass meist kein Schalten zwischen den einzelnen Kurven erforderlich oder möglich ist. So fliegen wir meist im 2. Gang durch die Slalomstrecke, und mir wird es schon fast schwindelig, obwohl ich als Sozia nicht zu der Sorte „Weichei“ gehöre.
Als „scharfe“ Kurven gekennzeichnete Abschnitte sollte man unbedingt ernst nehmen; häufig ziehen sich diese zum Ende hin eng zu. Aber nicht jede scharfe Kurve ist als solche ausgewiesen, und so sollte man sich auch auf unerwartete, nicht vorher ausgeschilderte „tornanti“ einstellen. Ansonsten ist die Strecke ungetrübter Kurvenspaß mit gutem Belag und wenig Verkehr!
In Radda, das neben Greve und Castelnouvo zu den wichtigsten Weinorten des Chianti-Gebiets zählt, gönnen wir uns eine kleine Pause, genießen den Blick auf die wunderschöne Landschaft und schlendern durch den kleinen mittelalterlichen Ort. Dabei läßt es sich prima an der Straße parken – direkt vor einem kleinen, nobel anmutenden Restaurant, das turmartig über mehrere Stockwerke Ausblicke bei kulinarischen Köstlichkeiten anbietet (sieht teuer aus). Wir laufen durch die kleinen, verwinkelten Gassen mit den hübschen alten Häuschen und treffen hier auch auf eine niedliche Außenterrasse eines sehr kleinen Lokals, auf die gerade einmal zwei Tischchen mit Stühlen passen – leider alle besetzt! Sehenswert ist auch die „Abschottung“ der Altstadtstraßen gegen Durchfahrtsverkehr mit einem „beweglichen Blumenkübel“.
Wir folgen der Straße 429 auf einem landschaftlich und fahrtechnisch besonders schönen Stück Richtung Gaiole (auch Wochenendrennstrecke für Einheimische!) und „wedeln“ weiter durch Wein, Oliven, Eichen, Pinien und Maronen nach Lecchi und bis hinter San Regulo auf der 484. Hier gibt es einen ziemlich versteckten Rechtsabbieger nach San Felice, der sich lohnt und auf hügeliges, wieder mehr typisch toskana-likes Gebiet führt. Der folgende Abstecher über Bossi leitet uns auf einen weiteren Hügel mit sehenswertem Weingut, wo natürlich auch Proben angeboten werden, die wir heute aber nicht in Anspruch nehmen können. Dafür ist der Ausblick auf eben diese Hügellandschaft mit zahlreichen Weingütern einfach „berauschend“ genug und irgendwie fast kitschig!
Immer wieder begegnen uns wunderschöne Landschaftsbilder sowie Villen und Güter in Zypressen eingerahmt, die als Restaurants oder Agricultura (eine Art Ferien auf dem Bauernhof) einladen.
Wir halten uns wieder Richtung Castelnouvo, biegen aber links ab nach San Gusmé, dem Sitz der Familie Ricasoli, die den gleichnamigen berühmten Wein herstellen. Etwas unspektakulärer geht es weiter auf der Straße nach Montevarchi, von wo aus wir noch einmal auf die via chiantigiana über Cavriglia nach Castelnouvo di Sabbioni auf kleine, geschlängelte Straßen einbiegen. Man muss schon gut aufpassen, um die Straßengabelung auf die noch kleinere Straße nach Baddiaccia a Montemuro (mitten im Wohngebiet des Örtchens) nicht zu verpassen. Die kleine Abenteuerstraße bringt uns bald schon auf den breiteren und sicheren Weg über Torsoli zurück nach Dudda und schließlich nach Figline Valdarno.
Diese Tour hat insgesamt ca. 140 km mit anspruchsvollen Kurvenlagen und damit hoher Konzentration in sich. Man kann – ohne zuviel zu verpassen – ab Gaiole über die 408 abkürzen nach Cavriglia. So erhält man eine ca. 85 km lange Tour, die immer noch rd. 2,5 Stunden Fahrt mit sich bringt.






 

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Stand: 18.03.07