21.02.16

 


Boa Vista – Hotel RIU Touareg vom 05.01.-19.01.2016


 

Anreise:

Nach der Frage: „Was ziehe ich an bei – 6° C zu Hause und +26° C bei Ankunft?“ und einer schlaflosen Nacht holt uns um 3.30 Uhr das Taxi zu Hamburger Flughafen ab. Bei Ankunft um 3.50 Uhr steht schon eine ansehnliche Schlange am TUI-Fly-Schalter, der erst ab 4.10 Uhr öffnet. Wir haben das erste Mal einen Internet-Check-in gemacht, haben also unsere Sitzplätze schon und müssen nur noch das Gepäck einchecken, was sich als Vorteil herausstellt, da gegen 4.25 Uhr ein weiterer Schalter für genau diesen Zweck öffnet und wir dann recht schnell abgefertigt werden!

Der Mann am Zoll ist um kurz vor 5.00 Uhr noch müde und etwas „bocklos“, lässt uns aber ins leere Gate passieren. Hier versorgen wir uns mit Kaffee, einem Croissant und Wegverpflegung, da das Nahrungsangebot bei TUI-Fly im Standardbereich eher an ein „Überlebenspaket“ erinnert (1 Getränk und 1 Snack bei 6,5 Stunden Flug!). Die Sitze sind eng, Bernds ist total durchgesessen und ich habe einen Finnen neben mir am Fensterplatz, der sofort einschläft und laut zu schnarchen beginnt – an Schlaf für mich also nicht zu denken! Später – ausgeschlafen – stellt er sich als ganz munterer Geselle heraus, der eine Menge erlebt hat, gern davon erzählt und Fotos zeigt. Bernd lernt mit seinem Platz am Gang unfreiwillig inzwischen über die Klo-Gänge sämtliche Passagiere kennen!

Nach einem gefühlt tagelangen Flug landen wir dann endlich auf Boa-Vista-International-Airport, ein kleines, offenes Gebäude, für das „provinziell“ schon hoch gegriffen erscheint. Pass- und Visa-Kontrolle mit strengem Blick, aber unerwartet zügig, wer rechtzeitig vor Abreise kein Visum mehr erhalten hat, wird an einem Extra-Schalter abgefertigt. Inzwischen kreist auch schon das Gepäck auf dem Kofferband! Auf dem Weg zum Bus bekommen wir noch 3 Prospekte von örtlichen Tourveranstaltern in die Hände gedrückt, die man unbedingt mit nehmen sollte (Details später).

Unser Bus ist in die Jahre gekommen, verfügt aber über eine Klimaanlage, dafür fehlen die für die folgende abenteuerliche Holperstrecke hilfreichen Stoßdämpfer – wir sind halt in Afrika! Die gesamte Insel ist sehr einfach und ursprünglich, man darf also keine europäischen Standards erwarten. Plötzlich: Mitten im Nirdendwo taucht ein Kreisel auf und von da aus geht es über eine neue, breite einwandfrei geteerte Straße weiter zu unserem Hotel ganz im Süden der Insel: RIU Touareg.

Hotel: 

Die Anlage besticht schon auf den ersten Blick durch den architektonischen Auftritt: In Sandfarben gehalten empfängt uns eine Wüstenstadt im maurischen Stil mit max. 3 Geschossen völlig in die Landschaft eingepasst! Rund um einen zentralen Marktplatz – wir nennen ihn „Plaza“, wo Bars und sonstige abendliche Unterhaltungsaktivitäten stattfinden – wohnt man in der Peripherie, die mit hübsch angelegten Gartenelementen aufgelockert ist. Über eine großzügige Poollandschaft gelangt man zum fast weißen Strand, der sich kilometerlang in beide Richtungen erstreckt und zu endlosen Spaziergängen einlädt. Das Wasser leuchtet dazu karibisch türkis-blau – ein kleines Paradies inmitten der sonst kargen, wüstenähnlichen Landschaft! Um diese „Oase“ herum gibt es nichts, also keine abendliche Gestaltung oder Einkaufsmöglichkeit. „All-inclusive“ ist hier also die einzige sinnvolle Möglichkeit.

Wir haben mit Zimmer 5253 Meerblick vom Balkon. Es ist ebenfalls im maurischen Stil geschmackvoll eingerichtet und durch die Klimaanlage angenehm kühl.

Das Wasser wird – wie auf der gesamten Insel - über eine Meerwasserentsalzungsanlage gewonnen und sollte daher nicht getrunken werden. Zum Zähneputzen konnten wir es jedoch ohne Probleme verwenden. Trinkwasser gibt es zu jeder Zeit in der Rezeption gratis, in Plastikflaschen. Und da sind wir bei einem der Probleme des Inselstaats: Müll !

Umwelt:

Es gibt offenkundig keine geordnete Müllentsorgung: Überall findet man Plastikflaschen und sonstigen Müll, der zu einem großen Teil auch über den Atlantik angespült wird. Wir vermuten, dass es sich bei den vereinzelten, streng riechenden Rauchsäulen um „spontane Verbrennungen“ handelt. Hier wie auch bei der Energieversorgung gibt es noch einiges zu tun!

In vielen kleinen Orten gibt es Strom nur von 12.00 Uhr bis 24.00 Uhr, manchmal gar nicht. Die Wasserversorgung erfolgt per Belieferung oder Selbstabholung an den Aufbereitungsstellen. Telefonleitungen sind keine Selbstverständlichkeit. Die Stromversorgung läuft i.w. über dieselbetriebene Generatoren. Drei Windkrafträder im Norden der Insel wurden von den Portugiesen errichtet, weitere dürfen erst nach Amortisation der bestehenden in Betrieb genommen werden. Sonnenenergie (die es hier in Hülle und Fülle gäbe) kann angeblich nicht effektiv genutzt werden, weil Sand und Salz die Module verdrecken/beschädigen.....

 

Nachdem wir unsere Koffer auf das Zimmer geliefert bekommen und ausgepackt haben, schauen wir uns zunächst die Hotelanlage an und unternehmen einen Strandspaziergang – selbstverständlich mit LSF 30 gut eingecremt und noch mit T-shirt und Shorts bekleidet. Die Sonneneinstrahlung in diese Breitengraden sollte man gerade auch im Winter nicht unterschätzen, schnell ist man „angebrannt“ und damit für viele Tage nicht mehr „sonnentauglich“ (was aber einige Mitmenschen, insbesondere mal wieder von der großen Insel) nicht so sehr zu interessieren scheint.

Wir genießen die +28° C bei dem ständig angenehm frisch wehenden Passatwind, lassen die Farben von Strand und Meer auf uns wirken, beobachten Vögel, die in der Brandung nach Fischen eintauchen, Krebse, die sich aus ihren Löchern wagen, „Strandläufer“ (kleine Vögel), die nach Futter im nassen Sand picken – herrlich, und das im Januar!

Unsere Tage verbringen wir in der Regel mit Sonnen am Strand, wobei wir gerade in der ersten Zeit den Halbschatten der Bastschirmchen bevorzugen, und mit ausgiebigen Strandspaziergängen. Ein Bad im Meer sorgt für die nötige Erfrischung, der Tanz in den Wellen vor der Brandung dann auch noch für viel Spaß! In der zweiten Woche weht aufgrund der hohen Brandung häufig die rote Flagge, so dass wir – wenn überhaupt – nur sehr vorsichtig ins Wasser gehen. Man muss beim Rein- und Rausgehen den richtigen „Slot“ erwischen, sonst packt einen die Brandung in die sogenannte „Waschmaschine“ (gemeint ist eigentlich der Schleudergang), wonach man sein persönliches „Oben und Unten“ neu ausrichten und eine Menge Sand aus der Badekleidung entfernen muss.

Zum Mittag bietet sich ein Snack im Poolrestaurant „Bereder“ an (hier gibt es neben ganzen Mahlzeiten auch Snacks, eine große Salatbar, Früchte, Süßigkeiten und Eis per Selbstbedienung).

Den Nachmittag lassen wir dann gern nach 16.00 Uhr im Schatten mit einem Drink an der Strandbar oder auf der „Plaza“ ausklingen. Bei letzterer kann man die Proben für die abendliche Show verfolgen und so schon einen Eindruck gewinnen, ob einem das Programm liegt. Zum Glück wurde nach wenigen Abenden das ständig wiederkehrende Kinderprogramm in eine sonst nicht genutzte Karaoke-Bar verlegt und stattdessen ein meistens hörenswertes Vorprogramm zur Show angeboten. Die Shows selbst variieren, die Theatertruppe zeigt teilweise selbst gesungene Produktionen aus verschiedenen Musikrichtungen, teils auch Gesang aus der Retorte, aber immer mit Live-Tanzinterpretationen, mal wird auch die kapverdisiche Geschichte tänzerisch dargestellt und mit typischen Liedern begleitet. Das Spektrum reicht von Motown, Rock, über Beatles bis hin zu Musicalinterpretationen von „Les Miserables“ bis „Grease“. Manchmal sind auch die Zuschauer gefragt, singen selbst oder beteiligen sich an Wettbewerben.

Nicht alles hat uns gefallen, aber vieles war echt gut gemacht, sehens- und hörenswert. Auf jeden Fall eine vernünftige Abendgestaltung (das haben wir auch schon ganz anders erlebt!!!!). Viele andere Möglichkeiten bieten sich einem auch nicht: die drei Bars befinden sich alle auf der „Plaza“; eine z.B. stillere „Bodega“ für Romantiker gibt es aber nicht. Zum Teil nehmen wir uns noch einen Drink mit auf´s Zimmer und genießen diesen bei entfernter Musik und mit Meerblick/-rauschen.

Essen:

Eine besondere Betrachtung kommt dem Essen in so einer Anlage zu:

Neben dem regulären Restaurant „Santo Antao“ gibt es noch ein kapverdisches, ein aisatisches und ein afrikanisches Restaurant, bei denen man jedoch Tage im Voraus reservieren muss. Ein weiteres „Sepzialitätenrestaurant“ steht nur den „adults-only-Gästen“ zur Verfügung (was wir nicht gebucht und auch nicht gebraucht haben).

Da uns das Angebot im „Santo Antao“ in Vielfalt und Geschmack meistens völlig überzeugt, verzichten wir auf die anderen Restaurants, deren Essenszeiten uns auch weniger entgegenkommen.

Wir sitzen gern an einem Tisch an einem Pfeiler, der eine natürliche Begrenzung zu einer Seite darstellt (was leider auch manchmal nötig ist....). Unser Kellner, Danny, hat zumindest in Teilen eine Hotelfachausbildung genossen, ist sehr diskret und hat gelernt, über Dinge hinwegzusehen. Das ist leider z.T. auch wirklich nötig! Ich weiß nicht, ob es am Linksverkehr liegt, dass bei den Briten häufig Messer und Gabel (sofern überhaupt beides im Einsatz ist) in der falschen Hand landen, einige haben sich Techniken angeeignet, bei denen z.B. Brot als „Schieber“ das Messer völlig ersetzen kann (z.B. bei roten Frühstückbohnen). Hierbei nimmt man am besten eine Gesichtsposition ca. 15 cm über dem Teller ein. Dennoch geht bei der Füllmenge immer noch Einiges über den Tellerrand hinaus – Tischdecken kann man ja wechseln.....

Dass der Kellner einem die Getränke an den Tisch bringt, ist nicht überall bekannt und so irren immer wieder Gestalten mit (übervollem) Teller und Getränk in der Hand auf der Suche nach einem freien Tisch durch´s Restaurant.

An kulinarischen Ideen erfährt man am Nebentisch viel Neues: ein halbes Baguette aufschneiden, das weiche „Innenleben“ herauspulen und neben (!) den Teller legen, Brot mit Butter bestreichen, anschließend Salz darauf – und jetzt kommt` s: Pommes drauf, zuklappen und herzhaft reinbeißen!

Immer wieder beobachten wir auch, wie kommunikativ gemeinsame Mahlzeiten sein können: Man chattet mit Menschen tausende Kilometer entfernt per Handy, würdigt aber sein Gegenüber keines Blickes....

Die Krönung allerdings begegnet uns an Kathrins Geburtstag: Ein junges britisches Pärchen, beide kalkweiß, dümmlicher Gesichtsausdruck und offensichtlich völlig ohne Manieren. Sie kommen selbstverständlich mit Getränk und überfülltem Teller zum Tisch, sind kaum in der Lage, sich an den Tisch zu setzen, schlingen hastig mit abenteuerlicher Besteckführung ihr Essen herunter, trinken ihr Glas im Stehen aus und hinterlassen auf dem Tisch ein einzigartiges Schlachtfeld! Wir haben die beiden sofort zum Anti-Christen erklärt, ihre Gesellschaft gemieden und jedes Mal mit den Fingern ein Kreuz geschlagen, wenn sie sich näherten. Zu allem Überfluss mussten wir feststellen, dass die sich im „adults-only-Bereich“ eingebucht haben.....Wenn man schon keine Russen dabei hat.....

Danny ist jedenfalls sehr bemüht, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Nachdem wir eines Abends nach einem Ausflug nicht „unseren“ Tisch beziehen konnten, bedauerte Danny das mehr als wir selbst. Am nächsten Abend war „unser“ Tisch mit Rotwein und Wasser bereits für uns eingedeckt!

Auch die anderen Kellner und Barkeeper sind sehr freundlich und zuvorkommend.

Häufig sehen wir in ihren Gesichtern Ähnlichkeiten mit bekannten Persönlichkeiten, und so bedient im Nachbarrevier „Will Smith“, morgens serviert uns „Whitney“ den Kaffee und der Chefbarkeeper wird zu „Denzel Washington“.


Die Einheimischen sind sehr hübsche, feingliedrige, milchkaffeebraune Meschen mit einer fröhlichen Lebenart und dem Inselmotto „no stress“, das sie auch so leben. Und sie sind „kinderverrückt“: Sowie ein Kleinkind auftaucht, läuft alles zusammen, man kuddelt das Kind und - schwupps - ist es auf dem Arm und wird herumgetragen.

Ausflüge:

Wir haben an unserem zweiten Tag an der Begrüßungsveranstaltung der TUI teilgenommen und uns u.a. über Ausflugsmöglichkeiten informiert. Bernd interessiert sich für eine Quad-Tour; diese soll bei TUI für uns beide € 109,-- kosten. Am Flughafen haben wir einen Prospekt von „Cabo Kai“, einem deutschsprachigen Veranstalter vor Ort, erhalten, der für genau dieselbe Tour nur € 80,-- nimmt. Also setzen wir uns via facebook mit ihm in Verbindung und starten am Samstag zu eben jener....

 

Quad-Tour (Süd):

Der Bus von „Quad-Zone“ holt uns (und die TUI-Gäste) um 13.30 Uhr im Hotel ab. Der Fahrer fährt `nen flotten Reifen -. auch auf der Holperstrecke – nach Rabil. Kurze Formalitäten, Ausgabe von Helmen und Haarnetzen, dann kurze, aber ausreichende Einweisung ins Gerät und danach geht es auch schon ab: Es folgt eine „Trainingsstrecke“ noch auf dem eigenen Gelände, bevor wir allesamt (ca. 20 Quads in zwei Gruppen) auf die öffentliche Straße fahren, auf der so gut wie nichts los ist.

Kathrin ist auch diesmal in der gewohnten Sozia-Rolle, allerdings ist ihr die Dynamik und der hohe Schwerpunkt des Quads nicht so ganz geheuer, was sie zum kräftigen Festhalten an Bernd veranlasst. Da aber hier die Lederjacke fehlt, kneift sie – insbesondere an „heiklen“ Passagen - Bernd ganz gehörig in den Bauch.

Zunächst geht es über die klein-gepflasterte „Holperstrecke“ inkl. Schlaglöchern eine Weile zurück, dann auf Sandwegen ins älteste Dorf „Povoacao Velho“. Hier ist der erste Stopp eingeplant. Es gibt hier ein Restaurant mit Toilettenbenutzung gegen Gebühr oder bei Verzehr; letzterer ist hier nicht vorgesehen. Dafür umringen uns innerhalb kürzester Zeit einige „freundliche“ Händler, die uns unbedingt ihren „Laden“ zeigen wollen. Wir folgen dann auch artig in einen ca. 4 qm großen Raum, in dem Holzschnitzereien und allerlei Tand angeboten werden. Bernd würde echt ein T-shirt mitnehmen, wenn es denn zu einem vernünftigen Preis zu haben wäre. (Die Geschäfte im Hotel haben Verschiedenes, allerdings zu Apotheken-Preisen). Das T-shirt ist aber mind. eine Nummer zu eng, was gar nichts macht, findet der Händler. Bernd könnte ja die Ärmel etwas aufschneiden, dann passt das ja....wir verlassen den Ort ohne Souvenir!

Unsere Kolonne bewegt sich jetzt über eine engere „Bergstrecke“ mit echtem Off-Road-Charakter, auf und ab, über große Steine, durch tiefe Furchen, mit deutlichen Neigungswinkeln – eine der „heikleren“ Passagen – die aber unheimlich Spaß macht. Danach geht es über eine vergleichsweise gerade Sandstraße in Richtung Meer, roter Staub wirbelt auf, verdeckt fast vollständig die Sicht, Hauptsache, Bernd weiß noch, wo es lang geht – er orientiert sich ausschließlich am Vordermann.....

So kommen wir zu dem vielleicht schönsten Strand auf Boa Vista: „Santa Monica“: unendlich langer heller Sand, türkis-farbenes Meer, außer uns kein Mensch da und leichter Wellengang – perfekt!

Wir sehen aus wie die Schweine: überall roter Staub! Ein Glück, dass wir unsere „Heads“ vom Motorradfahren zu Hause zum Gesichtsschutz mitgenommen haben! (Man hätte sonst aber auch Tücher bei Quad-Zone vor Beginn der Tour kaufen können).

Viele nutzen den Stopp zum Baden, wir befürchten, dass uns auf der Rückfahrt ein Staubpanzer auf der feuchten Haut angelegt würde und stippen so nur die Extremitäten ins Wasser.


Nach ca. einer halben Stunde geht es weiter: Auf einem etwas zurückverlegten Strandweg brettern wir über losen Sand durch teilweise wie Steilkurven ausgefahrene Kurvenbereiche. Bernd ist in seinem Element! Kathrin kriegt auch zusehends „die Kurve“. Der Weg mündet in eine Dünenlandschaft mit wunderschönen weißen Sandhügeln. Hier gilt es jetzt mit ausreichend Schwung oben `rüber zu kommen. Auf und ab, Gas und Driften, Bernd ist weiter in seinem Element!

Ein letzter Stopp erfolgt für kurze Zeit in der „Schildkröten-Bucht“, wo in der Saison die Tiere nachts zum Eierlegen an den Strand kommen. Entsprechend restriktiv wird der Zutritt hier gehandhabt. Ein paar Kiter dürfen aber trotzdem nicht fehlen.

Noch ein bisschen off-road, dann über eine kleine Straße geht es zurück zum Ausgangspunkt nach Rabil.

Nach Abgabe der Leihutensilien karrt uns der kleine Bus zu unserem Hotel zurück – es ist Feierabend, da gibt er noch ein bisschen mehr Gas als auf der Hinfahrt – gerade auf der „Holperstrecke“....

Fazit: Ein Schmuddelabenteuer, das sich gelohnt hat und das wir nicht missen möchten!


Nord-Tour mit Boa-Vista-Tours:

Schon von zu Hause aus sind wir per Internet auf den örtlichen, deutschsprachigen Veranstalter „Boa-Vista-Tours“ aufmerksam geworden und haben uns für deren Touren interessiert. Bernd hat für Kathrins Geburtstag bereits die Nordtour gebucht. Der Prospekt vom Flughafen zeigt auch hier, dass der Ausflug preiswerter und flexibler ist als bei TUI.

Um 8. 15 Uhr geht es nach einem „Early-Bird-Frühstück“ im Hotel zum Treffpunkt am Hoteltor. Dort erwarten uns zwei Pick-ups, auf deren Ladefläche jeweils zwei Sitzbänke mit je 3 Plätzen montiert sind. In der Fahrerkabine gibt es noch zusätzlich Platz für 2 Erwachsene und 1 Kind. Frank und sein Zusatzfahrer Francesco empfangen uns freundlich und weisen uns einen Platz auf der Ladefläche zu. Da man hier den ganzen Tag draußen sitzt, ist ein guter Sonnenschutz, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und ausreichend Wasservorräte ein Muss – worauf aber auch im Prospekt hingewiesen wird

Vorsichtig fahren unsere Fahrzeuge über die bereits bekannte gute Straße und anschließende „Holperstrecke“ nach Rabil, wo wir weitere Gäste aus dem dortigen RIU Karambola abholen. Hier trennen sich die Teilnehmer der Nordtour und der Kombi-Tour (mit Bootsfahrt).

Nach einem Toilettenstopp am Flughafen geht es als erstes in die „Hauptstadt“ Salrei. Hier kauft Frank Bananen (für uns) und Lollies für die Frauen am Fischmarkt, die beim Stopp sofort die Fahrzeuge „belagern“. Es folgt eine kleine Sightseeing-Tour durch das Städtchen: Strand, kleine Hotels, das „normale“ Leben dort und leider auch ein recht dramatischer Motorradunfall einer Polizeistreife. Frank versucht zu helfen, wird aber von der einheimischen Bevölkerung nicht „herangelassen“, er sorgt noch für eine Decke als Baldachin gegen die pralle Sonne. Erschreckend: Keiner hilft, weder umstehende Passanten noch eintreffende Polizeikollegen oder zufällig vorbei kommende Feuerwehr, der ca. 200 m entfernt stationierte Krankenwagen braucht ca. 1 Stunde zum Unfallopfer (wir hören später, dass der Polizist zur weiteren Behandlung auf eine Nachbarinsel ausgeflogen wurde – auf Boa Vista kann man bestenfalls röntgen....er soll es relativ glimpflich überstanden haben....).

Mit leicht getrübter Stimmung geht es weiter über einen Sandweg durch einen mit hohen und dornigen Büschen gesäumten „Hohlweg“, dann off-road-mäßig über Stock und Stein zum Wrack der „Santa Maria“, das hier seit vielen Jahren im Wasser liegt. Hier folgt der erste Zwischenstopp: Die Sahara bläst unermüdlich ihren Sand an die Küste und gern auch über die Mauern, die ihn eigentlich aufhalten sollen. Im Sand haben sich hübsche Blumen ihr Zuhause gebahnt. Wir beobachten die dunstige Schicht voll Sand und Salz, die vom Meer auf die hügelige Landschaft gedrückt wird, auf der übrigens auch die erwähnten 3 Windräder der Insel stehen.

Auf der Rückfahrt über Stock und Stein gibt das Pärchen, das mit uns auf der Ladefläche sitzt, zu erkennen, dass sie (Simone) heute Geburtstag hat; umso größer ist das Hallo, als wir erzählen, dass es heute auch Kathrins Geburtstag ist, nur zwei Jahre auseinander!

Über eine kurze Passage auf einer gut geteerten Straße erreichen wir bald das Dörfchen „Bofareira“, das noch sehr ursprünglich ist und einen kleinen Kindergarten beherbergt. Die goldigen Kleinen sitzen gemeinsam auf einer Mauer und freuen sich über unseren Besuch. Ein alter Mann mit einer Gitarre begleitet sie, als sie uns mit „we will, we will rock you“ begrüßen! Super-Niedlich!

In einer kleinen Bar gibt es kleine Kostproben der heimischen Küche, Snacks aus Fisch oder Banane, irgendwie gebacken, mit Piri-Piri, einer sehr scharfen Sauce. Ungewohnt, aber ganz lecker! Ein einheimischer „Groque“ (Rum-ähnlicher Schnaps, auch lecker, aber hochprozentig!) ist ebenfalls ein Muss für jeden Besucher. Eine Toilette gibt es dort auch, aber keine Wasserspülung im europäischen Sinne, sondern mit einer Schüssel geschöpft aus einem größeren Eimer!

Einige Teilnehmer haben „Geschenke“ aus Deutschland mitgebracht, die nun an die Kinder verteilt werden, die sich unheimlich über jedes Mitbringsel freuen. Wir unterstützen den Gitarristen durch eine kleine Spende.

Als Kathrin denkt, dass sich unser Aufenthalt dem Ende zuneigt, wird sie von Frank noch einmal ins Haus gebeten. Hier steht sie jetzt neben Simone und die Kinderschar fängt an, in Landessprache „Happy Birthday“ für die beiden zu singen! Sie sind total gerührt, so etwas hatte keiner von uns (auch nicht die Männer, die Frank vorab einen Hinweis gegeben hatten) erwartet. Die Kindergärtnerin hat zudem noch einen einfachen Kuchen gebacken, den die beiden nun in kleinen Stücken an die Kinder verteilen dürfen, die die seltene Leckerei mit großen Augen, ehrfürchtig, z.T. fast ängstlich entgegennehmen. Das ist mal ein Geburtstagserlebnis der ganz besonderen Art! Die beiden freuen uns riesig über diese Überraschung und kommen gar nicht aus dem „obrigada“-Sagen heraus.

Anschließend wird draußen noch ein wenig gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern Musik gemacht, bis wir dann wieder - mit großem Winken herzlich verabschiedet – abfahren.

 

Die Pick-ups arbeiten sich jetzt bald wieder über eine off-raod-Strecke über und durch den örtlichen „Gran Canyon“ weiter vor. Wir hören, dass in den selten Regenzeiten die Wassermengen beängstigende Fluten erzeugen können, die auch diesen Canyon geprägt haben. Zur Zeit ist er aber knochentrocken.

Ganz vorsichtig geht’s mit teils beachtlicher Schräglage über die schroffen Felsen bis wir schließlich in der „Haifischbucht“ landen. Leider treibt hier das Meer einiges an Müll (insbesondere Plastik) an, was vom Landschaftsbild her zunächst sehr verstörend wirkt. Frank kennt das Teerain genau und sucht für uns die beste Beobachtungsstelle für die Haisichtung aus: Und tatsächlich: In den Wellen zeichnen sich die Konturen eines Ammenhais ab, zunächst schemenhaft, dann ganz deutlich sichtbar! Dann noch einer! Leider lassen sich die Haie nicht gut auf Fotos oder Filmen ablichten, aber wenigstens haben wir sie gesehen, das ist gemäß Frank auch nicht immer der Fall.

Wir fahren eine Bucht weiter an einen Badestrand, an dem wir mit unserem Trupp fast ganz alleine sind. Hier mögen die Haie angeblich aufgrund der fehlenden Tiefe nicht hinein und außerdem stünden wir nicht auf dem Speiseplan! Wir vertrauen Franks Worten und stürzen uns allesamt in das türkis-blaue Wasser, spielen mit den Wellen und genießen die willkommene Erfrischung!

Jetzt gibt es auch noch den in Salrei gekauften Bananen-Snack – perfektes Timing!

Die Teilnehmer unterhalten sich munter untereinander, spazieren an der Wasserkante oder relaxen einfach. Als alle ihre Bereitschaft zur Abfahrt signalisieren, geht es weiter.

Nach erneuter off-road-Strecke, diesmal mit tief hängendem Telefonkabel, kommen wir in eine unerwartet fruchtbare Gegend in einem von Hügeln begrenztem Tal. Hier gibt es Palmen und aufgrund aufgestautem oder in Zisternen gelagertem Wasser sogar echte Landwirtschaft, die allerdings nur rd. 10 % des Inselbedarfs selbst decken kann. Ansonsten ist die Landschaft sehr karg: Man hat früher die Bäume zur Kalkbrennerei verwendet und anschließend wilde Ziegen die Setzlinge abfressen lassen – die Ziegen sind geblieben und heute eine Inselleckerei.......

Jetzt führt die Straße einen kleinen Gebirgskamm hoch (kein „Berg“ ist hier über 400 m hoch), laut hupend schlängeln sich die beiden Pick-ups durch die kurvige Pass-Straße. Von oben wird die Sicht frei auf eine schnurgerade Straße, die ein bisschen wie in Arizona anmutet: die „Route 66“ der Insel!

Die mit kleinen Pflastersteinen befestigte Straße fahren wir jetzt kilometerlang durch diese „Arizona-Landschaft“ bis wir wieder in Rabil landen. Dort folgt der letzte Stopp an einem einheimischen Supermarkt. Frank erklärt uns anhand des Warensortiments wie begrenzt die Möglichkeiten hier sind. Außerdem herrschen andere Sitten: Von den 20 tiefgekühlten Hühnerbeinen nimmt man sich seine zwei aus der Tüte und verstaut den Rest wieder in der Truhe, die auch manchmal ausfällt. Haltbarkeitsdaten oder Ähnliches sucht man hier vergeblich!

Hier trennt sich dann die Truppe: Allen Teilnehmern hat es gut gefallen und die erst jetzt fällige Bezahlung des Ausflugs fällt mit entsprechendem Trinkgeld aus. Das Motto ist Programm „Simply no stress“!

Die Sonne neigt sich langsam dem Horizont zu, die lange Tour hinterlässt jetzt auch eine gewisse Müdigkeit. Frank fährt noch eine letzte Sightseeing-Tour über eine bergige Schotterpiste und die anschließend wieder gute Straße zu unserem Hotel.

Nach einem Abschiedsfoto gegen 17. 00 Uhr ruft ein „Schmutzbier“ und die Dusche!

 

Abreise:

Nach zwei Wochen, in denen wir uns ziemlich gut an das Leben hier gewöhnt haben, ist es dann wieder so weit: Die Rückreise ruft!

Der TUI-Bus fährt uns zum Flughafen, wo in mehreren Schlangen abgefertigt wird! Die Zollleute gucken grimmig; einer „filzt“ Bernd besonders gründlich. Wir warten im Schatten der zumeist unüberdachten „Halle“, über das Gate braucht man sich keine Gedanken zu machen.

Unser Flug geht zunächst mit einer Zwischenlandung auf die benachbarte Insel Sal, wo neue Touristen aussteigen und „alte“ dazukommen. Die für den 15-Minuten-Flug gültige freie Platzwahl sorgt aber bei manchen deutschen Mitreisenden für Irritationen....

Von Sal aus folgt der Direktflug nach Hamburg – auf dem Hinflug hatte ich ja den Finnen, jetzt haben wir Glück: In der letzten Reihe sitzt niemand und so entspannt sich nach dem Platzwechsel meiner Nachbarin die Sitzsituation entsprechend. Das Essen ist diesmal ein echtes „Essen“, wenn auch wieder für den 6,5 Stunden-Flug eine Farce.

Wir erleben dann noch Paris bei Nacht und eine eisige Begrüßung in Hamburg (-7°C) mit Bustransfer vom Flugzeug zum Terminal.

Zum Abschluss testen wir noch die neuen Automaten, die unsere Pässe lesen und uns wieder erkennen können, und sind begeistert, dass das so gut funktioniert.

Fazit:

Ein tolles, fast paradiesisches Winterziel, wenn man nur Strand- bzw. Cluburlaub – mit kleinen Toureinlagen – möchte. Der TUI-Fly-Flug ist allerdings eine Herausforderung, wenn auch deutlich kürzer als in vergleichbare Ferienregionen wie z.B. in die Karibik!

 

 

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Stand: 21.02.16