30.08.06

Home
Nach oben

 

Slowenien

Von Bled nach Postojna

Von Bled aus folgen wir dem Abzweiger Richtung Lesce. Nach der Ortsdurchfahrt biegen wir rechts ab Richtung Kropa. Eine kleine, kurvige Bergstraße führt in das alte Dorf und schlängelt sich durch die sehenswerten Häuser, entlang der Kirche, die sich allesamt in den Fels gekrallt haben. Idyllisch durch den Wald folgen wir der kleinen Staße, die uns bald phantastische Ausblicke in das Tal bietet (max. 2 Gang). Im Dörfchen Jamnik hat man eine kleine weiße Kirche auf einen Bergvorsprung gebaut, die von weit her sichtbar ist. Die Straße ist eigentlich von der Breite her eher für ein Auto gebaut, es gibt aber immer wieder Ausweichmöglichkeiten – mit dem Mopped sicher etwas einfacher, als wenn sich zwei Pkw begegnen. Wir fahren weiter in Richtung des gut beschilderten kleinen Ortes Drazgose – hier erwartet uns mal wieder eine der berüchtigten „obvoz“ (= Umleitungen). Die Straße ist komplett blockiert und das Umleitungsschild zeigt auf einen steilen, einspurigen, immerhin asphaltierten Weg, der mehr die Zufahrt zu den am Hang liegenden Höfen darstellt – leider von unten völlig uneinsichtig! Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen mit slowenischen Umleitungen zögern wir einige Zeit, ob wir da wirklich hoch fahren sollen. Erst als ein einheimischer Jeep sich das Teerband hochkämpft, wagen wir uns auch mangels Alternativen – und werden nach wenigen sehr steilen Metern bergauf prompt fast von einem entgegenkommenden, viel zu schnellen, einheimischen Pkw in die rechte Mauer gedrückt! Zum Glück hat Bernd – natürlich mit lauthalsem Fluchen – die knifflige, enge Situation einmal mehr im Griff und fährt auch hier die Steigung mit Sozia im Rücken sicher an. Wir schrauben uns herunter nach Zelezniki, wo wir links Richtung Skofia Loka abbiegen. Die Altstadt von Skofia Loka ist noch ziemlich komplett erhalten und wird derzeit nach und nach saniert. Einige Bereiche sind schon sehr gelungen und sehenswert, andere bedürfen noch der Restauration. Idyllisch ist auf dem alten Marktplatz ein hübscher Gasthof mit Garten unter schattigen Kastanien. Leider hat man außerhalb der Altstadt auch hier die üblichen Plattenbausünden des Osten hingestellt – die sind im Gegensatz zu der gesamten Altstadt nicht denkmalgeschützt! Sehenswert ist sicher auch die Burg, der wir uns heute aus zeitlichen Gründen nicht widmen.


Wir fahren weiter Richtung Gorenja vas und Cernko und erleben eine prima Strecke in Sachen Belag, Ausbau und landschaftlicher Schönheit. Immer an dem Bach Poljanscica entlang – mal eben, mal tief eingeschnitten, mal sonnig, mal bewaldet – in Kurven, Serpentinen und Kehren bergauf und – ab. Die Straße wird dem Linksabbieger Richtung Idrija noch besser ausgebaut und macht richtig Spaß, weil es eine der wenigen Strecken ist, die man mit höherer Geschwindigkeit flott Kurven wedeln kann. Es geht erneut über knappe 10% Steigung Richtung Logatec. Kurz vorher in Kalce biegen an der zweiten Kreuzung rechts Richtung Postojna ab. Auch diese Straße läßt keine Wünsche offen und bietet landschaftlich reizvolle Ausblicke.
In Postojna erkunden wir zunächst unser nächstes Campingplatzziel auf Tauglichkeit und beschließen, von dort aus auch die örtliche, bekannten Karst-Höhlen zu besichtigen.
Für heute haben wir genug Kurven gesehen und wir entschließen uns auch aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit für den schnellen Weg zurück, zumal wir auch einmal die Mautstelle austesten wollen, bevor wir mit dem Caravan dort durchfahren. An der Autobahnauffahrt erhalten wir eine Karte, die der Mautstelle in Ljubljana den fälligen Preis verrät. Man zahlt an Kassenhäuschen in bar oder per Kreditkarte. Die Autobahn ist in gutem Zustand und die Strecke den Beitrag von SIT 500 (Motorrad = ca. EUR 2,--) oder SIT 750 (normales Caravan-Gespann mit kleinem Pkw, mit Kastenwagen als Gespann SIT 1400) wert. Leider ist offenbar ein Teilstück der Autobahn noch nicht fertiggestellt, so dass wir mit einem kräftigen Stau durch die Stadt zur nächsten Auffahrt geleitet werden – mühsam bei 31 C in Motorradklamotten. Über die Landstraße nach Kranj erreichen wir schließlich relativ schnell Bled. Eine wunderschöne, aber sehr anstrengende Tour liegt hinter uns (insg. rd. 280 km).
 

Home

Stand: 30.08.06