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Slowenien Von Bled nach Postojna
Von Bled aus folgen wir dem Abzweiger Richtung Lesce. Nach der
Ortsdurchfahrt biegen wir rechts ab Richtung Kropa. Eine kleine, kurvige
Bergstraße führt in das alte Dorf und schlängelt sich durch die
sehenswerten Häuser, entlang der Kirche, die sich allesamt in den Fels
gekrallt haben. Idyllisch durch den Wald folgen wir der kleinen Staße,
die uns bald phantastische Ausblicke in das Tal bietet (max. 2 Gang). Im
Dörfchen Jamnik hat man eine kleine weiße Kirche auf einen Bergvorsprung
gebaut, die von weit her sichtbar ist. Die Straße ist eigentlich von der
Breite her eher für ein Auto gebaut, es gibt aber immer wieder
Ausweichmöglichkeiten – mit dem Mopped sicher etwas einfacher, als wenn
sich zwei Pkw begegnen. Wir fahren weiter in Richtung des gut
beschilderten kleinen Ortes Drazgose – hier erwartet uns mal wieder eine
der berüchtigten „obvoz“ (= Umleitungen). Die Straße ist komplett
blockiert und das Umleitungsschild zeigt auf einen steilen, einspurigen,
immerhin asphaltierten Weg, der mehr die Zufahrt zu den am Hang
liegenden Höfen darstellt – leider von unten völlig uneinsichtig!
Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen mit slowenischen Umleitungen
zögern wir einige Zeit, ob wir da wirklich hoch fahren sollen. Erst als
ein einheimischer Jeep sich das Teerband hochkämpft, wagen wir uns auch
mangels Alternativen – und werden nach wenigen sehr steilen Metern
bergauf prompt fast von einem entgegenkommenden, viel zu schnellen,
einheimischen Pkw in die rechte Mauer gedrückt! Zum Glück hat Bernd –
natürlich mit lauthalsem Fluchen – die knifflige, enge Situation einmal
mehr im Griff und fährt auch hier die Steigung mit Sozia im Rücken
sicher an. Wir schrauben uns herunter nach Zelezniki, wo wir links
Richtung Skofia Loka abbiegen. Die Altstadt von Skofia Loka ist noch
ziemlich komplett erhalten und wird derzeit nach und nach saniert.
Einige Bereiche sind schon sehr gelungen und sehenswert, andere bedürfen
noch der Restauration. Idyllisch ist auf dem alten Marktplatz ein
hübscher Gasthof mit Garten unter schattigen Kastanien. Leider hat man
außerhalb der Altstadt auch hier die üblichen Plattenbausünden des Osten
hingestellt – die sind im Gegensatz zu der gesamten Altstadt nicht
denkmalgeschützt! Sehenswert ist sicher auch die Burg, der wir uns heute
aus zeitlichen Gründen nicht widmen.

Wir fahren weiter Richtung Gorenja vas und Cernko und erleben eine prima
Strecke in Sachen Belag, Ausbau und landschaftlicher Schönheit. Immer an
dem Bach Poljanscica entlang – mal eben, mal tief eingeschnitten, mal
sonnig, mal bewaldet – in Kurven, Serpentinen und Kehren bergauf und –
ab. Die Straße wird dem Linksabbieger Richtung Idrija noch besser
ausgebaut und macht richtig Spaß, weil es eine der wenigen Strecken ist,
die man mit höherer Geschwindigkeit flott Kurven wedeln kann. Es geht
erneut über knappe 10% Steigung Richtung Logatec. Kurz vorher in Kalce
biegen an der zweiten Kreuzung rechts Richtung Postojna ab. Auch diese
Straße läßt keine Wünsche offen und bietet landschaftlich reizvolle
Ausblicke.
In Postojna erkunden wir zunächst unser nächstes Campingplatzziel auf
Tauglichkeit und beschließen, von dort aus auch die örtliche, bekannten
Karst-Höhlen zu besichtigen.
Für heute haben wir genug Kurven gesehen und wir entschließen uns auch
aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit für den schnellen Weg zurück,
zumal wir auch einmal die Mautstelle austesten wollen, bevor wir mit dem
Caravan dort durchfahren. An der Autobahnauffahrt erhalten wir eine
Karte, die der Mautstelle in Ljubljana den fälligen Preis verrät. Man
zahlt an Kassenhäuschen in bar oder per Kreditkarte. Die Autobahn ist in
gutem Zustand und die Strecke den Beitrag von SIT 500 (Motorrad = ca.
EUR 2,--) oder SIT 750 (normales Caravan-Gespann mit kleinem Pkw, mit
Kastenwagen als Gespann SIT 1400) wert. Leider ist offenbar ein
Teilstück der Autobahn noch nicht fertiggestellt, so dass wir mit einem
kräftigen Stau durch die Stadt zur nächsten Auffahrt geleitet werden –
mühsam bei 31 C in Motorradklamotten. Über die Landstraße nach Kranj
erreichen wir schließlich relativ schnell Bled. Eine wunderschöne, aber
sehr anstrengende Tour liegt hinter uns (insg. rd. 280 km).
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