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Schleswig-Holstein:
Angeln und Schwansen
Die Tour beginnt in Kiel. Als ein schöner Beginn eignet sich das
Westufer der Förde, z.B. am Hindenburgufer, dem Stammliegeplatz des
deutschen Segelschulschiffs „Gorch Fock“. Leider kann man nicht direkt
an sie heran, da sie in militärischem Sperrgebiet liegt. Aber auch so
macht der Windjammer, der traditionell die Auslaufparade am letzten
Sonntag der Kieler Woche anführt, einen imposanten Eindruck!
Fährt man dann weiter Richtung Altenholz bzw. Holtenau kann man an dem
Schleusenausgang des Nord-Ostsee-Kanals den historischen „Thiessenkai“
(benannt nach dem ältesten und immer noch tätigen Schiffsausrüster
Heinrich Thiessen) mit seinen alten Häuschen und Traditionsschiffen
sowie den alten Holtenauer Leuchtturm bewundern.
Wir folgen zunächst der B 76 bis Eckernförde, um „Strecke zu machen“.
Eckernförde bietet einen wunderbaren Strand und eine hübsche historische
Innenstadt mit kleinen Fachwerkhäusern, wie sie hier so üblich sind.
Die Straße Richtung Damp ist nicht allzu sehr befahren und schlängelt
sich mit netten Kurven durch eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend
mit – im Mai in strahlendem Geld leuchtenden – Rapsfeldern oder saftigen
Wiesen, begrenzt durch die typsichen Knicks (Baumhecken). Immer wieder
trifft man an der Strecke auf die reetgedeckten, idyllischen
Bauernhäuser aus rotem Backstein, die mit ihren üppigen Rosensträuchern
in den Vorgärten einladend und ein bißchen wie im Märchen aussehen.
Über Thumby erreichen wir die Schlei, ein „Ostseefjord“, der sich tief
bis nach Schleswig in die Küstenlandschaft hineinstreckt und übrigens
die Landesteile Angeln (im Norden) und Schwansen (im Süden) von einander
trennen. Diese Landschaft ist irgendwie einzigartig mit den sanften
Hügeln, den Segelbooten dazwischen und der Ruhe und Beschaulichkeit, die
auch in der Fernsehserie „Der Landarzt“ versucht wurde, herüber zu
bringen. Und so erreichen wir über eine kleine, gemütliche Kabelfähre,
die auch für nur ein Motorrad fährt, das historische Städtchen Arnis,
mit seinen alten, sehr gepflegten und sehenswerten Häuschen in der
einzigen, schmalen Kopfsteinpflasterstraße des Ortes, in der auch
wöchentlich Markt gehalten wird (Schilder weisen auf die eingeschränkten
Parkmöglichkeiten zu dieser Zeit hin). Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein und die Leute haben sich offenbar daran gewöhnt,
dass sie im Museum wohnen und insbesondere am Wochenende von aller Welt
Besuch bekommen.
 
 Weiter geht es Richtung Schleswig, z.T. auf sehr kleinen Straßen, an
denen uns immer wieder wundervolle, verwunschene Häuser begegnen.
 In
Lindaukamp bei Ulsnis kommen wir auch an dem Drehort des „Landsarzts“ „Dekelsen“
vorbei – ist wirklich idyllisch!
In Schleswig lohnt es, das Mopped im Hafen zu parken (da gibt es auch
leckere Fischbrötchen zu erschwinglichen Preisen!) und einen Abstecher
in das traditionelle Fachwerkviertel der Fischer „Holm“ mit malerischen
Ansichten zu unternehmen.    
Wir verlassen Schleswig – vorbei an Schloß Gottorf - auf der südlichen
Seite der Schlei, wo auch Haitabu, das Wikinger Museum, liegt, das
sicherlich einen eigenen Besuch wert ist.
Die Straßen dieses Tracks in Richtung Nord-Ostsee-Kanal (NOK) sind
schmale Teerbänder für eher ein Auto, die sich als Verbindung zwischen
Siedlungen oder einzelnen Gehöften durch Felder und kleine Alleen auf
welligem Land schlängeln. Angemessene Geschwindigkeit ist hier
Voraussetzung. Wir hatten so gut wie keinen Gegenverkehr, aber man muß
ständig damit rechnen! In Sehestedt geht es wieder über den NOK (die
Fähren sind übrigens gratis aufgrund eines Erlasses von Kaiser Wilhelm
II, der das für künstlichen Wasserstraßen so bestimmt hat).
Unsere nächste Station heißt Emkendorf und beherbergt ein sehenswertes
Gut mit Nebengebäuden.
 
Bei Westensee biegen wir Richtung Jugendherberge in eine kleine,
bewaldete Straße ein, die direkt am See entlang führt und schließlich -
am Campingplatz Wrohe vorbei – in einen Waldweg einmündet, der am
Wochenende aufgrund seiner Eigenschaft als Wanderweg nicht befahren
werden darf. Hier erlebt man (man traut seinen Augen kaum) mitten im
Wald eine Wanderung der kleiner Frösche zwischen den beiden Seen.
Hier endet diese Tour, die über z.T. sehr kleine Straße führt.
Alternativtour:
Ab der Schlei (vor Arnis) Richtung Kappeln über die Schlei-Klappbrücke,
die jeweils von zehn vor bis zur vollen Stunde aufgeklappt und damit für
den Autoverkehr gesperrt ist. Hier lohnt ein Ausflug in den alten Hafen.
Weiter geht es Richtung Flensburg über wiederum kleine, wiederum
landschaftlich reizvolle und wenig befahrene Straßen nach Langballigau
(bei Westerholz an der Küste). Dort findet man mit der „leckeren Ecke“
einen Motorradtreff mit gutem und günstigem Fischgerichtangebot
(erwähnenswert: Fischfrikadellen !) in der Atmosphäre eines kleinen
Hafens (die Toiletten haben hier übrigens „Aussicht“!).
Wo wir schon bei kulinarischen Erwähnungen sind, darf ein Hinweis auf
Ani`s Plser-Bude nicht fehlen. Man erreicht diesen weithin bekannten
Imbiß, wo es auch prima dänisches Eis gibt, in Snderhav nahe Flensburg
mit Blick auf die dänischen Ochseninseln, die seit einiger Zeit von
Deutschen wieder bewirtschaftet werden. An schönen Sommertagen wie
diesem kann man hier nicht unterscheiden, ob man sich am Mittelmeer oder
an der dänischen Grenze befindet!
Der Rückweg führt über Satrup, Böklund und Tolk zur niedlichen
Schlei-Fähre Missunde. Will man von hier aus nicht nach Kiel, kann man
noch einen Abstecher über Büdelsdorf und Rendsburg machen, um dort den
NOK mit der Schwebefähre unter der Eisenbahnbrücke zu queren – am
meisten Spaß macht das, wenn – wie bestellt – der Zug beim Schweben der
Fähre über die Brücke fährt und das Ganze einen recht wackeligen Touch
bekommt. Von hier aus kann man wieder in den Track nach Emkendorf
einsteigen.
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